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Maria-Droste-Haus: Selbstbestimmung in Wohngemeinschaften statt Pflegeheim

Von Das Maria-Droste-Haus in Marxheim hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Bürgermeisterin Gisela Stang kann sich inzwischen sogar vorstellen, dass es zum Vorbild für andere Einrichtungen werden könnte.
Bürgermeisterin Gisela Stang zieht eine positive Bilanz des Konzepts im Maria-Droste-Haus. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Bürgermeisterin Gisela Stang zieht eine positive Bilanz des Konzepts im Maria-Droste-Haus.
Marxheim. 

Seit Herbst 2016 ist das Maria-Droste-Haus am Marxheimer Kloster kein Pflegeheim mehr, sondern es setzt sich aus vier Wohngemeinschaften zusammen. Wie im Sozialausschuss der Stadtverordnetenversammlung berichtet wurde, sind aktuell nicht nur alle 46 Plätze in den Wohngemeinschaften belegt, sondern es gibt sogar eine Warteliste. Die erste Bilanz fällt folglich positiv aus.

Auslöser für die Entscheidung, in Marxheim Wohngemeinschaften zu gründen, war die Feststellung, dass die Schwestern des Ordens – er hat einen hohen Altersdurchschnitt und keinen Nachwuchs – auch im Alter selbstbestimmt leben möchten, und dies auch im Falle eintretender Pflegebedürftigkeit. Mit Blick darauf sei die Organisation eine gewisse Herausforderung, so Kerstin Jährling-Roth von der Caritas Main-Taunus. Sie ist eines von bisher zwei Unternehmen, die die Pflege im Haus übernommen hat. Denn für Wohngemeinschaften fehlt eigentlich die Grundlage in den Gesetzen zur Pflege.

Orden ist Hausbesitzer

Trotzdem hat es geklappt. Jede der Wohngemeinschaften besteht aus einem Gemeinschaftsbereich und kleinen Wohnungen für die einzelnen Bewohner. Der Orden als Hausbesitzer tritt lediglich noch als Mieter auf, die „Fachplanung Pflege GmbH“ koordiniert und organisiert alle Abläufe im Haus. Dabei hat jeder Bewohner ein Höchstmaß an Selbstständigkeit.

Einen Betreiber im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Über neue Bewohner entscheidet die Versammlung der Bewohner, gegebenenfalls vertreten durch ihre Angehörigen.

Eine Menge Koordination

Überhaupt können die Angehörigen eine viel größere Rolle spielen – auch bei der Pflege – müssen es aber nicht. In einem Pflegeheim könne man als Angehöriger wegen der Hygienevorschriften noch nicht einmal einen Kuchen mitbringen, sagt Jährling-Roth. Im Maria-Droste-Haus sei das anders. Außerdem könne die Selbstbestimmung der Bewohner auch eher dazu führen, dass persönliche Fähigkeiten und Potenziale reaktiviert werden, was im Pflegeheim oftmals kaum gelinge.

Eine Menge Koordination zwischen den vielen Beteiligten sei anfänglich notwendig gewesen, berichtet Jährling-Roth. Die Caritas hat auch einige Mitarbeiter des früheren Pflegeheimes übernommen, die sich auch erst umstellen mussten. Jetzt aber lobt sie das Haus als innovatives Projekt, mit einer angenehmen, entspannten Atmosphäre, in der man gut arbeiten könne. Es handele sich um ein Konzept für alle, die gerne in der Gemeinschaft leben, so Markus Mört von der Fachplanung Pflege GmbH.

Für ausgesprochene Einzelgänger ist das Haus trotz der Rückzugsmöglichkeiten sicher nichts. „Wir werden Gelegenheit haben, so etwas dezentral auszubauen“, sagt Bürgermeisterin Gisela Stang und kann sich gut vorstellen, dass das Maria-Droste-Haus zur Blaupause für weitere Einrichtungen wird. Das geplante Baugebiet Marxheim II und das Gelände der alten Ländcheshalle sind aus ihrer Sicht Standorte, die in Frage kommen.

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