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Streusalz ist nichts für Hundepfoten: Tierisch gute Winter-Tipps für Haustiere

Ein schickes Wintermäntelchen für Bello. Warme Pantöffelchen für die Mieze und striktes Flugverbot für den Kanarienvogel? Wir haben uns umgehört, wie unsere Haustiere gut und gesund über den Winter kommen.
Der Ausflug in den Winter ist für Barney auch bei Schnee und Tiefsttemperaturen ein wunderbares Vergnügen. Bilder > Der Ausflug in den Winter ist für Barney auch bei Schnee und Tiefsttemperaturen ein wunderbares Vergnügen.
Main-Taunus. 

Sonntag am Atzelberg in Eppenhain: Peter Huthmann (51) schaut amüsiert auf den netten Vierbeiner im quer gestreiften schwarz-weißen Einteiler. „Na, da hat es Frauchen aber wirklich gut mit dir gemeint“, kann sich der 45-Jährige ein Lächeln nicht verkneifen. Schließlich sitzt ein strammer Stafford-Mix vor ihm. Und schon ist die winterliche Debatte um die Klamotten-Frage für Vierbeiner im Gang. Feivels Frauchen, Laura Hülscher, hat nämlich den amüsierten Blick sehr wohl bemerkt. Braucht Bello maßgeschneiderten Schutz vor der Kälte, oder kommt er ganz gut auch ohne zurecht? Auch bei strengen Minusgraden? Darf Kater Mikesch auch im Schnee nach draußen? Was ist mit dem Mümmelmann auf dem Balkon, und wie steht es um unsere gefiederten Freunde in der Außenvoliere?

Eines vorneweg: Es heißt zwar, bei Sauwetter schickt man keinen Hund vor die Haustür, doch Hund, Katze & Co. kommen grundsätzlich auch ohne menschliche Hilfe gut durch den Winter. Sie brauchen weder zusätzliche Vitamine noch Grippeimpfungen. Nur, wem selbst die Nase läuft, der sollte ein wenig Sicherheitsabstand wahren. Außerdem kann ein bisschen Pflege bei klirrender Kälte, Schnee und Eis gut tun. Wobei Hunde-Kleidung nach Auffassung des Deutschen Tierschutzbundes „nicht zur Standardausrüstung eines Hundes“ gehört. Nur wenn der Tierarzt bei alten, kranken oder verletzten Hunden zu einem Mantel rät, sollte man eine Ausnahme machen.

In der Regel reicht das Fell vollkommen aus. „Zumindest solange sich der Vierbeiner bewegt“, gibt Denise Framenau, angestellte Tierärztin der Bad Sodener Praxis Heine-Steinebach, grünes Licht auch für ausgedehnte Ausflüge bei Minustemperaturen und rät, vor allem genau hinzusehen: „Wenn es dem Tier zu kalt wird, zeigt es das deutlich.“ Sie weiß auch: „Nach dem Spaziergang ist die Pflege der Fußballen wichtig: Man sollte sie vor allem im Winter regelmäßig mit Melkfett oder spezieller Pfotencreme einreiben, dann bleiben sie geschmeidig und auch Streusalz kann ihnen nicht mehr viel anhaben.

Ist der Hund durch Streusalz gelaufen, sollte man nach dem Spaziergang unbedingt die Pfoten mit Wasser abwaschen und sie – bei Geräusch-unempfindlichen Hunden – am Besten trocken föhnen. „Außerdem den ganzen Kerl gut abtrocknen.“ Die Bad Sodener Tierärztin hat im Übrigen noch einen speziellen Tipp parat: „Hundebesitzer sollten Frostschutzmittel etwa für die Wischanlage nicht herumstehen lassen. Hunde mögen den Geruch.“

„Den Hund bei Minusgraden etwa vor einem Geschäft sitzen lassen, kann böse Folgen haben. Blasen- und Niederentzündungen drohen“, warnt Dr. Katharina Kessler von der Tierklinik Hofheim. „Außerdem haben Hunde Schnee zum Fressen gern. Aber Vorsicht: Ein wenig Schnee verträgt jeder Hund, aber wenn es zu viel wird, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Eiskalter Schnee reizt sowohl den Rachen als auch den Magen“, rät sie, den Hund nicht mit leerem Magen und vor allem nicht durstig in den Schnee zu lassen.

Und noch etwas: „Vorsicht beim Gassi gehen: Auch Hunde können sich verletzten. Knochenbrüche, Bänderdehnungen oder Kreuzbandrisse drohen. Aufs Stöckchen holen sollte man deshalb bei Minusgraden lieber verzichten: Das Holz kann durch die Kälte leicht splittern, und schnelle Bewegungen sind riskant“, sagt die Tierärztin, die außerdem rät, dort, wo sich der Hund aufhält, die Heizung nicht allzu hoch zu drehen: „Der Hund kann im Gegensatz zum Menschen sein Fell nicht ausziehen!“

Katzen hassen Winter

Apropos Wärme: Während Hunde mit Vergnügen bei fast jedem Wetter draußen toben, finden Katzen den Winter abscheulich. Sie mögen es kuschelig warm und wissen selbst, was ihnen gut tut. Dr. Kessler: „Man sollte die Katze entscheiden lassen, ob sie ins Freie gehen, oder lieber im Warmen bleiben will. Wichtig aber ist, dass die Katze, wenn sie hinausgehen kann, jederzeit die Möglichkeit hat, wieder ins Haus zu kommen.“

Katzen, die sich trotz der Kälte nach draußen trauen, tun dies oft, um ihr Revier zu verteidigen. Um es ihnen angenehmer zu machen, ihre Revierpflichten zu erfüllen, kann man im Garten kleine Wärmehütten einrichten.

Und noch ein Tipp: Viele Freigänger bekommen im Winter Schwierigkeiten, ihr Geschäft draußen zu verrichten. Schnee, gefrorener Boden oder ungemütlicher Matsch hindern sie daran, ihre Hinterlassenschaften wie gewohnt zu verbuddeln. Daher sollten auch Katzen, die ihr Geschäft sonst im Garten erledigen, im Winter ein großes, leicht zugängliches Katzenklo in der Wohnung angeboten bekommen. Eine wichtige Wärmequelle ist auch Futter. So sollte Mieze an kalten Tagen ein handwarmes Feuchtfutter bei ihren Mahlzeiten im Haus erhalten.

Meerschweinchen

Kaninchen und Meerschweinchen können auch bei strengem Frost in ihrem Stall auf dem Balkon oder der Terrasse draußen bleiben. Wichtig ist, einige Regeln zu beachten. Die Tiere sollten konstant draußen bleiben, um ein dichtes Winterfell zu bekommen. Ihr Stall muss gut isoliert und absolut trocken und sauber sein. Damit sich die Mümmelmänner eine warme Höhle bauen können, brauchen sie viel Einstreu, Stroh und Heu. Außerdem ist nahrhaftes Futter mit Hafer, Wurzelgemüse und Pellets sehr wichtig. Sinkt die Temperatur unter Null, unbedingt beachten: Das Trinkwasser darf nie einfrieren!

Vögel sind winterfest

Wellensittiche und Kanarienvögel sind hart im Nehmen und können auch im Winter in der Außenvoliere bleiben. Bis zu einer Temperatur von minus sieben, bei Kanarien sogar bis zu minus zwanzig Grad, gibt es keine Probleme. Die Tiere halten Winterruhe, erholen sich also in der kalten Jahreszeit und bereiten sich auf die Brut im Frühjahr vor. Ideal ist eine Frei-Voliere mit angebautem Schutzhaus. Dies sollte frostfrei gehalten werden – durch wärmegedämmte Wände und im optimalen Fall eine Heizanlage, die über einen Thermostat geregelt ist. Es geht allerdings auch ohne. Lebenswichtig ist, das Trinkwasser mehrmals täglich zu wechseln und fettreiches Futter zu servieren.

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