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Von Schnäppchen und Spenden

Der Leberecht-Flohmarkt an der Jahrhunderthalle war nicht nur etwas für Schnäppchenjäger. Im Fokus stand die Hilfe für benachteiligte Kinder.
Jede Menge Klamotten, Trödel und Ausrangiertes fand am Samstag seinen Weg vor die Jahrhunderthalle. Jede Menge Klamotten, Trödel und Ausrangiertes fand am Samstag seinen Weg vor die Jahrhunderthalle.
Höchst. 

Boris Condic und Dennis Morier konnten ihr Glück kaum fassen. Immer mehr alte Schätze wühlten die beiden Frankfurter Musikmacher aus dem Plattenstapel an einem der Flohmarkt-Stände an der Jahrhunderthalle. "Wir kommen seit zwei Monaten regelmäßig her, und es wird einfach immer besser und besser", freuen sie sich. Alte Scheiben aus den Siebzigern, vorzugsweise aus Italien, waren diesmal ihre Jagdtrophäen. Der 17. Leberecht-Flohmarkt hielt für die beiden große Beute bereit. Einmal im Jahr fließen alle Standgebühren, die Veranstalter Joachim Weiß bei seinem Flohmarkt auf dem Parkplatz der Jahrhunderthalle einnimmt, in die Kassen der Leberecht-Stiftung unserer Zeitung. Leberecht kümmert sich seit über 60 Jahren um die Belange von benachteiligten und behinderten Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien. Und auch die Mitarbeiter dieser Zeitung engagieren sich in jedem Jahr mit einem eigenen Stand.

Dass die Standmieten komplett an die Leberecht-Stiftung fließen, wussten die beiden Musiker Boris und Dennis gar nicht. "Aber das ist natürlich eine gute Sache", finden sie.

Das sieht auch Karin Hofmann aus Friedberg so. Sie war in den frühen Morgenstunden mit vollgepacktem Auto angereist. Zu kaufen gab es bei ihr alles, vom Porzellanteller bis zur Tischdecke. "Das meiste stammt von Verwandten", erklärte sie. Jetzt sucht sie dringend neue Besitzer für ihren Trödel. "Ich will auswandern, es geht nach Florida." Zum Flohmarkt komme sie daher öfter. "Heute bin ich aber ganz gezielt gekommen – ich wusste ja, dass Leberecht-Flohmarkt ist."

Kein Wunder, hat Veranstalter Joachim Weiß den Flohmarkt ja auch wieder entsprechend angekündigt. "Das ist inzwischen so eingespielt, das läuft einfach", sagt Weiß. Schon früh im Jahr hätten die ersten Interessenten angerufen und sich nach dem Termin erkundigt. Das schöne Wetter am Samstag habe sein Übriges zum Erfolg beigetragen. "Am Wochenende zuvor war das Wetter schlecht, da kamen weniger Kunden und Verkäufer."

Positive Resonanz

Die waren dafür jetzt beim Leberecht-Flohmarkt. Beim Rundgang über den Platz zum Einsammeln der Standgebühren habe er viel positive Resonanz bekommen. "Eine Dame hätte 29 Euro bezahlen müssen, hat aber 50 gegeben." Ob es auch im nächsten Jahr wieder einen Leberecht-Flohmarkt gibt, diese Frage stelle sich eigentlich gar nicht. Klar wird es das!

Einige der Flohmarkt-Besucher sind weit gereist. "Ich wohne seit 47 Jahren in Kanada", erklärte Schilderverkäufer Hank. Nach Deutschland ist er gekommen, um alte Bekannte zu besuchen und um einige seiner Schätze unter das Volk zu bringen. In seiner kanadischen Wahlheimat sammelt Hank Nummernschilder von Autos. Ein paar schöne Stücke, die er in seiner Sammlung doppelt hat, hat er mitgebracht. Glück für Wilfrid Finger aus Bornheim. Der sammelt Schilder jeglicher Art, hat daheim eine ganze Wand voll. Am Stand von Hank findet er ein schönes Stück aus Utah, das er sich in seiner Sammlung vorstellen kann. "Da war ich schon mal. Deshalb hat das Schild ein bisschen nostalgischen Wert für mich."

Unterwegs waren nicht nur viele private Verkäufer, sondern auch solche, die das Reisen zu den Flohmärkten zu ihrem Beruf gemacht haben.

Auch Profis geben gern

Auch unter den Profis herrschte Freude darüber, dass ihre Standmieten an diesem Tag benachteiligten Kindern zugute kamen. "Eigentlich könnte es mir ja egal sein, was mit meiner Standmiete passiert. Bezahlen müssen wir ja so oder so. Aber es ist schon schön zu wissen, dass da etwas Gutes mit gemacht wird", freute sich Hans-Georg Windisch hinter seinem Stand mit seltenen Steinen. Auch er wusste, dass am Samstag Leberecht-Flohmarkt war. "Natürlich. Ist ja auch nicht mein erster Leberecht-Flohmarkt." Am Stand unserer Zeitung war die Angebotsvielfalt groß. Zusammengetragen worden war das Sammelsurium von den Mitarbeitern dieser Zeitung. Elke und Ralph Basedow hatten es die Brettspiele angetan, die Redakteur Dirk Müller-Kästner für zwei Euro das Stück im Angebot hatte. "Da nehmen wir gleich zwei mit. Ist ja für einen guten Zweck", freuten sie sich. Über die Standgebühren und die Einnahmen am Kreisblatt-Stand kamen in diesem Jahr knapp 13 000 Euro an Spendengeldern zusammen. göc

(Robin Göckes)
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