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Problemfall: Wer stemmt die Grundschulbetreuung?

Von Sollte der Kreis die Kosten für die Grundschulbetreuung übernehmen, könnte das die Stadt Kelkheim nicht ablehnen, findet Bürgermeister Albrecht Kündiger. Aber noch gibt es viele Fragezeichen.
Bürgermeister Albrecht Kündiger hat das Thema Grundschulbetreuung im Visier. Foto: Knapp Bürgermeister Albrecht Kündiger hat das Thema Grundschulbetreuung im Visier.

Bei der Kinderbetreuung hat Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) mit dem Beschluss zu höheren U 3-Zuschüssen ein Sorgenkind weniger. Doch ein anderer Problemfall ist ihm geblieben: die Betreuung an den Grundschulen. Sie ist nicht nur finanziell eine erhebliche Belastung für die Kommune, sondern vor allem auch räumlich.

Die Schulen in Münster und Hornau platzen längst aus allen Nähten. Sicher auch deshalb hat FDP-Fraktionschef Michael Trawitzki bei der Haushaltsdebatte schon vorgeschlagen, diese Betreuungsform an den Main-Taunus-Kreis abzugeben – so wie es in vielen anderen Kommunen längst der Fall ist.

1,3 Millionen eingeplant

Bürgermeister Kündiger ist da nicht ganz so vorschnell. Richtig sei, dass Landrat Michael Cyriax (CDU) die Übernahme der Betreuung durch den Kreis angeboten habe. Doch zu welchen Konditionen, sei vollkommen unklar. Die Stadt Kelkheim hat im Haushalt für 2018 einen geplanten Zuschussbedarf von fast 1,3 Millionen Euro stehen. Wenn der Main-Taunus-Kreis diese Kosten stemme, dann kann „das keine Kommune ablehnen“. Sollte aber aus Hofheim das Signal kommen, sich zu beteiligen oder nur die Koordination zu haben, „dann machen wir es doch lieber selbst“, stellt der Rathauschef klar.

Denn er weiß: Viele in Kelkheim – vom Personal bis zu den Eltern – wollen, dass die Stadt als Träger im Boot bleibt. Schon alleine wegen der kürzeren Wege. Für Kündiger gibt es in dieser Sache noch zu viele Fragezeichen, daher will er keinen Schnellschuss machen. Aber er betont auch, „möglichst bald Klartext“ haben zu wollen: „Die Bereitschaft von uns, darüber zu reden, ist klar.“

Sollte der Kreis tatsächlich zahlen, wäre die Stadt längst nicht aus der Verantwortung entlassen, weiß Kündiger. Denn es gibt da immer noch die großen Raumprobleme. Besonders eng ist es an der Grundschule „Sindlinger Wiesen“ in Münster und der Albert-von-Reinach-Schule in Fischbach.

Für Münster erhofft er sich bei den Gesprächen mit dem Kreis nun neue „Schubkraft“. Hier wird schon lange diskutiert, wie mehr Platz geschaffen werden kann. Container gibt es schon einige auf der Anlage. Im Sommer hat die Stadt einen Teil der Betreuung in die ehemaligen Krippen-Räume der „Kleinen Strolche“ in der Stadtmitte Süd ausgelagert. Diese Dependance-Lösung werde nach kritischen Stimmen zu Beginn nun „gut angenommen, die Eltern sind zufrieden“, hat der Bürgermeister hier eine Sorge weniger.

In Fischbach deutet sich ebenfalls Licht am Horizont an: Laut Kreis soll die neue Rettungswache der Malteser in Eppstein Ende 2018 bezogen werden, dann wäre Platz im alten Domizil am Fischbacher Bürgerhaus. In die ehemalige Wache könnten Stellflächen der Vereine ausgelagert werden, so dass im Bürgerhaus Kapazitäten für die Grundschulbetreuung frei wären.

Maßstab gesetzt

Dass an der Gesamtschule Fischbach in diesem Jahr Container aufgestellt werden, hat mit den Raumproblemen dort zu tun. Kündiger wünscht sich, bei den Projekten an diesem Campus die Gesamtplanungen für ein Schulkinderhaus im Auge zu behalten. Mit einem solchen Erweiterungsbau habe der Kreis an der Kelkheimer Pestalozzi-Schule „einen Maßstab gesetzt, so etwas wünsche ich mir für alle Schulen“.

Eine Erweiterung hat der Kreis auch für die Hornauer Max-von-Gagern-Schule vorgesehen – das würde die Situation bei der Betreuung weiter entspannen. Dieses Projekt steht für 2020 im Investitionsplan. Bürgermeister und Kreis-Politiker Kündiger möchte über den Zeitplan aber gerne noch einmal reden. Denn die Probleme in Münster und Fischbach seien drängender, findet er. Nach dem Theater um den verzögerten Neubau bereitet hingegen die Rossert-Schule in Ruppertshain mit ihrer Betreuung keine Sorgen mehr. Dennoch will der Kreis hier 2019 rund 350 000 Euro für einen größeren Schulhof in die Hand nehmen.

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