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Hessen-Entscheid: Argumentieren auf Französisch

Der 16-jährige Ramin von der Immanuel-Kant-Schule fährt am 14. Februar zum Hessen-Entscheid des „Prix des lycéens allemands“. Dort will er sich für das Lieblingsbuch seines Französischkurses einsetzen. Dabei hält er sich eigentlich für schüchtern.
Die Schüler Ramin, Julie und Sofia (von links) mit dem Buch, für das sie sich entschieden haben. Foto: Maraike Stich Die Schüler Ramin, Julie und Sofia (von links) mit dem Buch, für das sie sich entschieden haben. Foto: Maraike Stich
Rüsselsheim. 

„Ich bin sehr aufgeregt“, verrät Ramin. Dabei sei ihm die Präsentation vor der Klasse nicht schwergefallen. „Aber beim Hessen-Entscheid sind viel mehr Leute da, und wenn ich unter Druck stehe, ist es schwerer“, meint der Schüler. Aber es sei eine gute Erfahrung, mal vor einer größeren Gruppe zu sprechen, ist er überzeugt. Und schließlich sei das die beste Gelegenheit, seine Schüchternheit zu überwinden.

Mitschülerin Julie hat gar keine Bedenken, denn: „Ramin diskutiert sehr gerne.“ „Er kann die anderen sehr gut überzeugen, deshalb haben wir ihn gewählt“, ergänzt die Mitschülerin – und Ramins Vertretung – Sofia. Die drei 16-jährigen Gymnasiasten der E-Phase, also Schüler im ersten Oberstufenjahr, besuchen den Neigungskurs Französisch von Studienrätin Jennifer Lovisa.

Intensive Lektüre

Seit November haben sich ihre Schützlinge intensiv mit vier zur Auswahl stehenden französischen Romanen beschäftigt. In Arbeitsgruppen fertigten sie Lesetagebücher an, erstellten Poster, erarbeiteten Präsentationen und diskutierten über die Vor- und Nachteile der Werke. Am Ende war es das Buch „La folle rencontre de Flora et Max“, von Coline Pierré und Martin Page, das die IKS-Schüler am meisten überzeugte.

Der Wettbewerb

Der „Prix des lycéens allemands“ ist eine Initiative des „Institut français Deutschland“ und der „Ernst Klett Sprachen GmbH“. Zu Hause und im Unterricht lesen die Schüler vier Bücher und bereiten sich auf den Wettbewerb vor.

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„Ramin hat sich sehr gut vorbereitet, er hat überzeugt und engagiert argumentiert. Und das alles natürlich auf Französisch“, lobt ihn seine Lehrerin.

Am 14. Februar, wenn alle teilnehmenden hessischen Schulen am Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Frankfurt-Höchst zusammenkommen, wird es tabu sein, Deutsch zu sprechen. Der beste Diskutant aus Hessen darf auf der Leipziger Buchmesse beim Bundesentscheid für sein Lieblingsbuch werben. Bisher hatte es die Immanuel-Kant-Schule (IKS) allerdings noch nie so weit gebracht, erklärt Lovisa. An der IKS nähmen traditionell die Französisch-Neigungskurse an dem Wettbewerb teil. „Da sind die Leistungskurse von den anderen Schulen im Vorteil“, erklärt sie.

„Ich werde auf jeden Fall Diskussionsvokabeln lernen und mich noch mal intensiv mit dem Inhalt des Buches auseinandersetzen“, sagt der Teenager eifrig.

Vorbereitung als A und O

Vor allen Dingen aber wolle er noch gute Argumente für sein Buch sammeln. Denn das ist ihm offensichtlich ein echtes Herzensanliegen. „Hätte ich das Buch nicht gelesen, wäre es mir gar nicht so wichtig, teilzunehmen“, gesteht Ramin.

Die Geschichte von Max und Flora, die sich auf Facebook kennenlernen und in einen Briefaustausch treten, hätte ihn total überzeugt. Die beiden jungen Leute würden sich im Laufe des Buches immer weiter gegenseitig aus ihrer Depression befreien. „Deshalb nehme ich teil, denn der Autor hat einen Preis für sein Buch verdient“, erklärt Ramin – nun ganz selbstbewusst. Von Schüchternheit ist nichts mehr zu merken.

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