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Defizitäre Einrichtung: Ein Förderverein als erster Schritt zur Übernahme des Freibads

Ende Februar soll sich für das Treburer Schwimmbad ein Förderverein gründen. Es könnte der erste Schritt sein, dass die Kommune in absehbarer Zeit die defizitäre Einrichtung abgibt.
Trebur hat ein schönes Freibad, in das die Kommune allerdings jährlich mehrere hunderttausend Euro versenkt. Mit einem Förderverein soll das Defizit gemindert werden. Trebur hat ein schönes Freibad, in das die Kommune allerdings jährlich mehrere hunderttausend Euro versenkt. Mit einem Förderverein soll das Defizit gemindert werden.
TREBUR. 

Kein Zweifel: Ein Schwimmbad ist eine tolle Sache. Nicht jede Kommune im Landkreis kann es sich leisten, für seine und die Bürger aus dem Umland für heiße Sommertage kühles Nass anzubieten. Trebur leistet sich diesen Luxus, obwohl das Schwimmbad im Jahr durchschnittlich 250 000 Euro Minus macht. Der Haushalt der Kommune selbst wies über viele Jahre Defizite im satten Millionenbereich aus.

„Das Schwimmbad gehört zu den Angeboten, an denen wir festhalten müssen“, hatte Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU) trotzdem immer betont. Nicht verschwiegen hatte er aber auch, dass das Schwimmbad als erstes über die Klinge springen müsste, würde Trebur von der Kommunalaufsicht unter Zwangsverwaltung gestellt.

Nun könnte sich eine finanzielle Entlastung anbahnen. Denn Ende Februar soll sich der Schwimmbad-Förderverein gründen. Eine Infoveranstaltung dazu findet am 1. Februar statt.

Auf Fahnen geschrieben

„Die Initiative ist von Freunden des Schwimmbads ausgegangen“, sagt Hülya Tiril-Müller, die für die Freien Wähler (FW) in der Gemeindevertretung sitzt. Die FW haben sich zwar die Zukunft des Schwimmbads auf die Fahnen geschrieben. „Es sind aber auch Bürger aus anderen politischen Lagern beteiligt“, bekräftigt die FW-Gemeindevertreterin und nennt als Beispiel den CDU-Gemeindevertreter Constantin Mussel sowie den langjährigen Bademeister Friedel Sparkuhl.

„Es ist wichtig, dass eines klar wird: Hier engagieren sich Bürgerinnen und Bürger, Freunde des Schwimmbads und nicht in erster Linie Politiker“, unterstreicht Hülya Tiril-Müller. Entscheidend sei daher auch, dass das Amt des Vorsitzenden mit Blick auf mögliche Interessenskonflikte nicht von einem aktiven Politiker bekleidet werde.

Bürgermeister Sittmann begrüßt die Gründung eines Fördervereins und sieht darin einen ersten Schritt zur Übernahme des Schwimmbads durch engagierte Bürger. Doch so weit will Hülya Tiril-Müller noch nicht denken. „Vor allem geht es darum, die Kosten beziehungsweise das Defizit des Schwimmbads zu reduzieren.“ Dies soll in enger Absprache und Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Mitarbeitern der Freizeiteinrichtung geschehen. Der Förderverein soll Sponsoren aktivieren, das Schwimmbad durch Veranstaltungen attraktiver machen und Modelle einer Mitgliedschaft ausarbeiten, die den Schwimmbadbesuch noch schmackhafter machen sollen. Je nach Wetter kommen jährlich zwischen 65 000 und mehr als 100 000 Besucher. Die Übernahme des Schwimmbads sei für den Förderverein allerdings nicht das primäre Ziel, bekräftigt Hülya Tiril-Müller. „Dazu wäre sowieso die Gründung einer Genossenschaft anzuraten.“

Vorbild Mainz

In Mainz hat es funktioniert: Vor mehr als zehn Jahren stand das städtische Schwimmbad im Stadtteil Mombach aus finanziellen Gründen vor dem Aus. Daraufhin gründete sich ein Bürgerverein, der die städtische Einrichtung 2006 übernahm. Im Laufe der Jahre hat es der Verein nicht nur geschafft, das Freibad offen zu halten, sondern die Angebote und die Öffnungszeiten sogar noch deutlich auszuweiten.

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