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Selbstversuch: Mit dem Handy durch die Festung

Für Schnitzeljagd ist man nie zu alt! Das Stadt- und Industriemuseum bietet ab sofort zwei Routen für Geocacher an, auf denen auf interaktiver Weise die Rüsselsheimer Festung erkundet werden kann. Unsere Autorin ohne Orientierung hat es ausprobiert.
So kann ein Cache aussehen. Darin befindet sich ein Hinweis und in manchen auch ein Logbuch. Bilder > So kann ein Cache aussehen. Darin befindet sich ein Hinweis und in manchen auch ein Logbuch.

In den Haaren hat sich Moos verfangen, der Schweiß läuft und man hockt zwischen hohen Steinmauern. Was sich wie eine Gefängnisflucht-Szene anhört, findet tatsächlich in Rüsselsheim statt, nennt sich Geocaching und ist vollkommen unverfänglich. Und das Beste ist: Es macht einen Riesenspaß.

Seit Mitte September bietet das Stadt- und Industriemuseum der Stadt Rüsselsheim am Main zwei verschiedene Routen für Geocacher an – eine im äußeren Graben, die andere innerhalb der Festung (www.opencaching.de).

Geocaching, das ist eine Art Schnitzeljagd in der Natur mit Hilfe von GPS-Daten, die man entweder über ein entsprechendes Gerät oder über sein Handy empfängt. Millionen Caches, wie die Schnitzel genannt werden, gibt es weltweit; in Deutschland sind es über 367 000. Wie viele im Gebiet der Rüsselsheimer Festung versteckt sind, darf nicht verraten werden – das muss schon jeder selbst herausfinden.

In der Frischhaltebox

Und so zieht man los: Das Handy leitet einen zum ersten Cache der Tour im äußeren Graben. Auf dem Display sieht man die Luftlinie zwischen dem eigenen Standort und dem Gebiet des Verstecks. Dort kann der Cache in einem Umkreis von zehn Metern überall sein.

Aber wonach sucht man überhaupt? Dr. Jens Scholten, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums, weiß Rat: „Der Cache steckt meist in einem kleinen Behältnis, das der Witterung standhält.“ Vom Filmdöschen bis zur Frischhaltebox kann das alles sein. Also wird gesucht – erst mit den Augen, dann mit vollem Körpereinsatz. Steine werden hochgehoben, Gras beiseitegeschoben – und plötzlich findet man den Hinweis für den nächsten Cache-Standort.

Dabei lernt der Geocacher sogar noch spielerisch und gar nicht trocken etwas über die Festung und ihre Geschichte. Der Ehrgeiz ist entfacht, nur die schlechte Orientierung behindert ein bisschen. Wo war noch mal Osten? Im Notfall hilft die App zum Geocaching weiter. Aber man will es doch irgendwie selbst schaffen.

Von Muggeln beobachtet

Während man in vergitterte Mauerlöcher guckt, Mantel und Rucksack für mehr Bewegungsfreiheit ablegt und sucht, wird man auch von Muggeln beobachtet: Im Geocaching ist das der Begriff für nicht eingeweihte Menschen, vor denen der Cache verborgen bleiben soll. Herrlich! Als der letzte Cache gefunden ist und man sich ins Logbuch einträgt, kommt Wehmut auf – das Erfolgsgefühl beim Fund macht süchtig.

„Geocaching ist für jedermann machbar, auch für Familien“, sagt Scholten. „Wer will, kann im Anschluss sein Wissen zur Festungshistorie vertiefen.“ Die Idee zum Angebot entstand durch den Wunsch, die Festung auf aktive Weise zu erkunden. Mission erfüllt: Die Kombination aus Technik, Kultur und Natur ist lehrreich und unterhaltsam. Ein persönlicher Zusatz-Tipp für die Tour: Keine helle Hose anziehen!

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