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Knackige Ansagen auf Podium des Rüsselsheimer Echos: OB-Kandidaten drehen vor Publikum auf

Das Rüsselsheimer Echo hatte zur Podiumsdiskussion mit den drei OB-Kandidaten geladen. Mehr als 100 Leute waren gekommen, und sie erlebten einen unterhaltsamen Abend.
Wer wird am 24. September ins Amt gewählt? Die Echo-Redakteure Angelika Ohliger (rechts) und Robin Göckes (links) stellen den Kandidaten die dringendsten Fragen zu Rüsselsheimer Themen. Foto: Michael Faust Wer wird am 24. September ins Amt gewählt? Die Echo-Redakteure Angelika Ohliger (rechts) und Robin Göckes (links) stellen den Kandidaten die dringendsten Fragen zu Rüsselsheimer Themen.
Rüsselsheim. 

Der erste Applaus hallt durch den nahezu voll besetzten Festungskeller, da ist noch gar kein vollständiger Satz gesprochen. Angelika Ohliger, Redaktionsleiterin des Rüsselsheimer Echos, begrüßt die drei Oberbürgermeisterkandidaten mit ihren Wahlslogans, die derzeit an jedem Brückenpfeiler und jeder Litfaßsäule im Stadtgebiet zu bewundern sind. Patrick Burghardt (CDU): „Bürgernah – tatkräftig – erfolgreich“. Joachim Walczuch (WsR): „Damit’s besser wird“. Udo Bausch (parteilos): „Meine Partei sind die Bürger“. Doch, mal ehrlich, wem genügen schon solche Slogans für eine Wahlentscheidung?

Markige Wahlsprüche

Mehr als 100 Menschen sind am Dienstagabend zur Podiumsdiskussion des Rüsselsheimer Echos gekommen, um mal zu hören, welche Inhalte hinter diesen markigen Wahlsprüchen stehen, oder ob da überhaupt etwas dahinter steht. Und siehe da: Es dauert nicht lange, da gehen die drei Herren an ihren Stehtischen auf Konfrontationskurs. Es geht um Inhalte, genauer: Um die Bilanz, die Burghardt nach seiner rund fünfeinhalbjährigen Amtszeit heute vorlegen kann. Burghardt sagt selbstbewusst: „Die Leute haben gesehen, dass da kein Lehrling ins Rathaus eingezogen ist, und dass ich weiß, wie eine Stadt zu führen ist.“ Walczuch und Bausch legen Widerspruch ein: Der WsR-Kandidat kritisiert die finanzielle Situation der Stadt, Bausch ist sich sicher: „Da geht noch mehr. Rüsselsheim hat größere Chancen.“ Die Fans der Kandidaten klatschen nach den jeweiligen Antworten – fünf Minuten rum, schon ist klar: In diesem Abend steckt viel Musik drin.

Wer wird am 24. September ins Amt gewählt? Die Echo-Redakteure Angelika Ohliger (rechts) und Robin Göckes (links) stellen den Kandidaten die dringendsten Fragen zu Rüsselsheimer Themen. Bild-Zoom Foto: Michael Faust
Wer wird am 24. September ins Amt gewählt? Die Echo-Redakteure Angelika Ohliger (rechts) und Robin Göckes (links) stellen den Kandidaten die dringendsten Fragen zu Rüsselsheimer Themen.

Die Echo-Moderatoren bringen das nächste heiße Eisen aufs Tapet: Die Abrechnung des Hessentags. WsR-Mann Walczuch will ein Defizit von 7,11 Millionen ausgerechnet haben. Burghardt ist verwundert: „Sie können das noch gar nicht nachgerechnet haben. Nicht mal ich kann es derzeit nachrechnen.“ Auch Bausch hat etwas zu dieser Angelegenheit zu sagen: „Die beiden Herren streiten sich immer vortrefflich über dieses Thema.“ Er selbst wolle lieber nach vorne schauen: „Der Hessentag war ein tolles Fest. Doch darf man die Vereine nicht vergessen, die Rüsselsheim ausmachen und sehr charmant sind.“

Bea Schäfer fragt nach einer Alternative zur Straßenbeitragssatzung. Bild-Zoom Foto: Michael Faust
Bea Schäfer fragt nach einer Alternative zur Straßenbeitragssatzung.

Die OB-Kandidaten nutzten auf dem Podium des Rüsselsheimer Echos die Gelegenheit, Differenzen in ihrem Wahlprogramm aufzuzeigen. Dazu wurde deutlich, dass Burghardt und Walczuch sich in vielen Dingen, die in der Stadtverordnetenversammlung entschieden wurden, verschiedener Auffassung sind. Bevor sich das Trio allerdings in Details verliert, ist das Publikum dran. Das Mikrofon wird durch die Reihen gereicht. Bea Schäfer fordert eine Stellungnahme von Udo Bausch zur drohenden Straßenbeitragssatzung ein. Sie fragt: „Welche Alternativen sehen Sie?“ Der parteilose Politiker sagt: „Man muss mit dem Regierungspräsidium verhandeln. Ich glaube, man kann die Satzung verhindern.“ Eine Verbesserung der Haushaltssituation will der Kandidat durch das Anwerben größerer Unternehmen erreichen. „Es müssen mehr Firmen in Rüsselsheim ansässig werden.“

Günther Dorn stellt eine Frage zum Rüsselsheimer Schuldenberg. Bild-Zoom Foto: Michael Faust
Günther Dorn stellt eine Frage zum Rüsselsheimer Schuldenberg.

Walczuch weiß: „Die Diskussion um die Satzung ist nicht neu.“ Sie sei bereits vor Jahrzehnten geführt worden. „Wir sind nur in dieser Situation, weil das Haushaltsloch unter der Führung des Amtsinhabers immer größer wird. Werde ich Oberbürgermeister, so wird es meine größte Aufgabe sein, mit dem Geld auszukommen, das da ist.“ Burghardt entgegnet: „Wir kommen an der Satzung leider nicht vorbei. Das ist die Gesetzeslage.“ Der Oberbürgermeister rechnet zudem vor, dass es für Hausbesitzer im Falle einer Einführung der Satzung zu einer durchschnittlichen Belastung von „plus minus 20 Euro pro Monat“ kommen wird. Günther Dorn will von den Kandidaten wissen, wie sie gedenken, den Rüsselsheimer Schuldenberg abzutragen. Walczuch ist sich sicher, dass dies über eine konsequente Gesamtplanung und Kostenkontrolle gelingt: „So etwas fehlt uns in der Stadt.“ Bausch will Gelder durch die Ansiedlung von Firmen akquirieren, dazu das lokale Handwerk stärken. Burghardt plädiert für Grundsatzentscheidungen und zieht als Beispiel die interkommunale Zusammenarbeit bei Friedhofsangelegenheiten heran sowie die Zusammenlegung der Betriebshöfe von Rüsselsheim und Raunheim. „Beides sehr erfolgreiche Modelle. Da sparen wir viel Geld.“

 

Robin Göckes fragte nach Perspektiven der Innenstadtentwicklung und was aus dem Opel-Altwerk geschehen wird. Burghardt gibt zu, dass die Stadt in der Diskussion bisher nur die Rolle des Zaungastes spiele: „Der große Wurf ist uns da leider noch nicht gelungen“, sagt er. Doch gibt er die Losung aus: „Das Altwerk muss mit der Innenstadt zusammenwachsen.“ Walczuch und Bausch geben dem Amtsinhaber Recht: „Da muss Leben rein“, heißt es.

Bewerber stellen Fragen

Geraune kommt auf, als Jürgen Reitz wissen will, was Walczuch mit seiner Firma anstellen werde, sollte er die Wahl gewinnen: „Die Nachfolge ist geregelt“, so der WsR-Mann.

Zum Abschluss der rund zweistündigen Veranstaltung wird es dann noch einmal hitzig. Die Kandidaten dürfen einem Kontrahenten eine Frage stellen: Burghardt will von Walczuch wissen, was einen fairen Wahlkampf ausmacht. Der WsR-Mann entgegnet: „Was heißt fair? Sie haben den Hessentag für sich nutzen können.“ Bausch fragt Burghardt, ob er sich an einen gemeinsamen Ausflug nach Trier erinnern kann, und Walczuch will vom Amtsinhaber wissen: „Bei den vielen Punkten, die Sie in den vergangenen Jahren nicht geschafft haben, welchen glauben Sie nun zu schaffen?“ Burghardt dazu: „Ich hatte zu wenig Zeit.“

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