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Neujahrsempfang: Star-Arzt Dietrich Grönemeyer erteilt medizinischen Rat

Mahnungen, Humor, Bekenntnisse, Ratschläge, Seelenbalsam – und ein Rekord. Der Neujahrsempfang des Gewerbevereins im Stadttheater hatte gestern besonders viel zu bieten. Mehr als 1000 Bürger wollten kommen, bei 850 Besuchern war die Kapazität des Theaters dann erschöpft.
Festredner beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins: Dietrich Grönemeyer. Festredner beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins: Dietrich Grönemeyer.
Rüsselsheim. 

Wer Dirk Schäfer kennt, der weiß, dass der verbale Holzhammer nicht sein Ding ist. Der Präsident des Gewerbevereins bevorzugt das Florett, und auch das setzt er immer mit einem Augenzwinkern ein. Er verstehe wirklich nicht, warum so viele auf den Stadtverordneten rumhacken. „Das sind doch alles nette und sympathische Menschen, und sie haben alle nur das Beste für die Stadt im Kopf.“ Vorsicht, Ironie!

Tatsächlich prangerte Schäfer zu Beginn des Neujahrsempfangs des Gewerbevereins am gestrigen Sonntag im Stadttheater das Hauen und Stechen im Stadtparlament an. Und er sparte nicht mit Mahnungen: „Bringt die Stadt voran“, schrieb er den Fraktionen ins Stammbuch.

Für einen der vielen Ehrengäste hatte Schäfer Seelenbalsam mitgebracht: „Wir müssen uns vor demjenigen verneigen, der den Hessentag in unsere Stadt gebracht hat“, sagte Schäfer in Richtung Patrick Burghardt (CDU), im Herbst abgewählter Oberbürgermeister und seit diesem Jahr hessischer Staatssekretär.

Den Hessentag bezeichnete Schäfer als „Rüsselsheimer Sommermärchen“, dessen Schwung heute noch nachhalle. „Vermasselt das bitte nicht“, mahnte er Richtung der notorischen Bedenkenträger. Erfreut zeigte sich Schäfer darüber, dass es für den Neujahrsempfang mehr als 1000 Voranmeldungen gab – Rekord. Mit 850 Besuchern war das Theater dann randvoll. Einige mussten im Foyer das Geschehen auf der Bühne über einen Fernseher verfolgen.

Rede von Udo Bausch

Aus „OBPB“ wurde bekanntlich „OBUB“: Udo Bauschs Rede vor großem Publikum als neuer Oberbürgermeister wurde mit Spannung erwartet. Ein Jahr zuvor habe er noch ganz hinten gesessen, heute sitze nun in der ersten Reihe, leitete Bausch (parteilos) seine Rede ein. Was folgte, war die an dieser Stelle zu erwartende Aufzählung der Stärken Rüsselsheims: Opel-Stadt, Innovations-Stadt, Hochschul-Stadt, Forschungs-Stadt, GPR-Stadt, liebenswerte Stadt.

Als eines der wichtigsten Projekte nannte der neue OB unter anderem die Entwicklung der Bauschheimer Eselswiese mit 40 Hektar Wohnen und 13 Hektar Gewerbe. „Darauf werden sich die Bauschheimer freuen.“ Da ging dann doch ein Raunen durchs Theater. Mit Blick auf die in den ersten Reihen sitzenden Mandatsträger aus Berlin und Wiesbaden forderte Bausch einen kommunalen Finanzausgleich. „Wir brauchen für unsere Stadt mehr Zuweisungen.“

Applaus für Lohscheller

Nicht fehlen darf beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins ein Vertreter des Opel-Managements. Geschäftsführer Michael Lohscheller erntete besonders viel Applaus, als er sagte: „Opel bleibt deutsch, und Opel bleibt in Rüsselsheim.“ Lohscheller kündigte an, dass das Unternehmen bis 2020 seine Gewinnmarge bei zwei Prozent, bis 2020 bei sechs Prozent sehen wolle. „2020 wird Opel vier E-Modelle anbieten. 2024 wird es alle Opel-Modelle auch in einer E-Variante geben“, kündigte Lohscheller mit Blick auf die immer wichtiger werdende Elektromobilität an.

„Und jetzt alle aufstehen!“ Der Festredner des Empfangs, der bekannte Mediziner Dietrich Grönemeyer, nahm die vor ihm Sitzenden erst einmal in die Pflicht und gab einfachste Übungen vor. Denn: „Sitzen ist das neue Rauchen. Sitzen macht dumm und ist ungesund“, predigte der Bruder von Sänger Herbert Grönemeyer. Als er aufzählte, was man durch zu wenig Bewegung alles bekommen kann, dürften nicht wenige gedanklich schon ihr Testament gemacht haben. Grönemeyer selbst wuselte während seines Vortrags bestimmt einen Kilometer über die Bühne und gab allen einen einfachen Rat mit auf den Weg: „Turne bis zur Urne!“

Die Ropeskipper der TG Rüsselsheim und die jungen Mädchen der Showgruppe von Heidis Tanztreff zeigten, dass sie keine Probleme mit dem Rücken haben. Die aus der Mainzer Fastnacht bekannte Hildegard Bachmann bewies dagegen mit viel Humor, dass sie – allen Mahnungen und Ratschlägen von Gesundheitsaposteln zum Trotz – zur eigenen Figur steht.

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