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Rüsselsheim: Unterwegs mit den Whisky-Schnüfflern

Gäste bescheinigen ihr eine der schönsten Messen für das bernsteinfarbene Getränke zu sein. Die Whisky-Ausstellung im Festungskeller hat einen besonderen Charakter. Wie viele der edlen Destillate.
Stefan Sobioch ist aus dem Hunsrücl angereist und lässt sich auf der Whiskymesse treiben. Stefan Sobioch ist aus dem Hunsrücl angereist und lässt sich auf der Whiskymesse treiben.
Rüsselsheim. 

Nur ein paar Stufen sind es hinunter in den Festungskeller. Die ersten Gäste sind schon da. Sie schwenken Gläser, halten die Nase dran, studieren die Etiketten auf den Flaschen. Vor allem Männer sind gekommen, aber auch ein paar wenige Frauen. Es hängt ein würziger-süßer, rauchiger Duft im Gewölbekeller. Dem „Angels’share“ ähnlich. Das ist der Engelsanteil, der Schluck der Engel, der im Laufe der Lagerung aus einem Whiskyfass verdunstet. Im Festungskeller entweicht der Duft aus unzähligen Whiskyflaschen und Gläsern und vermischt sich mit der Luft.

Es ist Whiskymesse. Die Zehnte dieser Art. Initiator und Veranstalter Willi Schildge feiert an diesem Wochenende also ein kleines Jubiläum. Und seine letzte Messe, wie er ankündigt. „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“, sagt er zur Begründung. Ist die Whiskymesse in Rüsselsheim damit also Geschichte? Mitnichten.

Nachfolger gefunden

Schildge übergibt die Messe in andere Hände und hat bereits Nachfolger gefunden. Michael Reckhard, ein Online-Shop-Betreiber aus Eschborn, mit seiner Frau Monika Reckhard sowie Frank Jerger, Inhaber des Geschäfts mit dem vielsagenden Namen „Whisky for Life“, werden die Messe im kommenden Jahr auf die Beine stellen.

„Das ist eine der schönsten Messen in Deutschland“, sagt Reckhard, der seit der zweiten Messe im Festungskeller die im Holzfass gereifte Spirituose zum verkosten anbietet.

Er meint damit die Atmosphäre im Festungskeller. Das reicht ja eigentlich als Begründung. Aber Reckhard untermalt sein Argument noch. Die kleine Whiskymesse in Rüsselsheim sei im Vergleich zu den großen Messen in weitläufigen Hallen eine familiäre Ausstellung.

Frank Jerger hebt die Kommunikation mit den Besuchern hervor. Dafür bleibt nämlich Zeit im Festungskeller. Und er kündigt gleich mal eine Änderung an. Der Sonntag wird als Ausstellungstag gestrichen. Stattdessen wollen die beiden zukünftigen Messeleiter lieber auf den Freitagabend gehen. Zum einen, weil der Sonntag schlechter besucht sei. Zum anderen, weil es für die Aussteller nicht angenehm sei, am späten Sonntagabend zusammenzupacken. Ein Saufgelage ist die Whiskymesse übrigens bei weitem nicht.

Von Stand zu Stand

Fünf bis zehn Gläser werden im Schnitt getrunken, schätzt Jerger. Am Eingang gibt es gleich ein Verkostungsglas. Hier passt ein Schluck Whisky rein, ein Dram, zwei Zentiliter.

Mit dem Glas schlendert man von Stand zu Stand, lässt das Glas nachfüllen, riecht und schmeckt das Aroma. Zum Beispiel die süße Sherrynote mit zarter Rauchnote eines in Frankreich gereiften Malt Whiskys. Oder die scharfe, aber doch süßliche Note eines in einem Bordeauxfass gereiften irischen Whiskys.

Die Auswahl ist groß, 23 Aussteller bieten ihre Kreationen an. Darunter ist auch Jörg Leidemann aus Meinerzhagen, bei dem an diesem Wochenende die ältesten Whiskys auf dem Tisch stehen. Ein „Alambic Classique Collection Highland Single Malt Whisky,“ der 1968 destilliert wurde, in einem Sherryfass reifte und erst in diesem Jahr abgefüllt wurde.

Oder ein Ben Nevis Highland Single Malt Scotch Whisky, destilliert 1966, gereift in einem Calvadosfass, abgefüllt vor zwei Jahren. Da kostet ein Dram 67 Euro. Und der Preis wird bezahlt, wie die angebrochene Flasche zeigt. Stefan Sobioch besucht zum ersten Mal die Messe. Der gebürtige Rüsselsheimer lebt jetzt im Hunsrück. Er ist angetan von der Atmosphäre. „Ich lasse mich treiben“, sagt er und riecht weiter an seinem Scotch.

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