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Rundgang mit dem Förster: Heimtückische Pilzkrankheit plagt den Vilbeler Stadtwald

Von Dem Bad Vilbeler Stadtwald geht es eigentlich gut, findet Revierförster Helmut Link. Bei einem Rundgang berichtet er aber auch über eine heimtückische Pilzkrankheit, die Eschen dahinrafft.
Waldarbeit mit einer Pferdestärke im Stadtwald: Christian Sänger und sein Rückepferd Neulinger räumen Baumstämme weg. Waldarbeit mit einer Pferdestärke im Stadtwald: Christian Sänger und sein Rückepferd Neulinger räumen Baumstämme weg.
Bad Vilbel. 

Wenn Helmut Link im Bad Vilbeler Stadtwald unterwegs ist, ist er stets achtsam. Am Wegesrand entdeckt er einen Mann, der Bärlauch pflückt. „Das ist eklig“, findet er. Nicht wegen den Kräutern, sondern weil am Wegesrand viele Hunde ihr Geschäft verrichten. „Erholung ist schon ein großer Schwerpunkt“, betont er. Ein Wegenetz von 17 Kilometern durchzieht das nur 170 Hektar große Gebiet, in dem über ein Dutzend Baumarten wachsen, vor allem Eichen, Buchen und Eschen, aber auch Hainbuche und Ahorn.

Doch dann kommt er an einer Stelle vorbei, an der Dutzende gefällte Eschen liegen. Die wurden nicht bei der normalen Holzernte gefällt, sondern, weil sie krank sind. Eschentriebsterben heißt das Phänomen, die Folge einer Pilzkrankheit, gegen die es kein Mittel gibt, erläutert Link. 50 bis 60 Jahre alt sind die gefällten Bäume, „sie könnten doppelt so alt und drei Mal so dick werden, das ist wirklich tragisch“, sagt er. Dann geht es weiter zu einer Lichtung mit seltsamen Plastikeinfassungen um Stützpfosten. Nimmt man sie ab, sind unscheinbare, zarte, drei Jahre junge Eschentriebe zu sehen.

Zum Tag des Waldes die Lieblingsstelle im Bad Vilbeler Forst: FNP-Mitarbeiter Dieter Deul zeigt, wo der Bärlauch gedeiht, das Gewächs aus der Pflanzenfamilie der Zwiebelgewächse.
Dem Bärlauch auf der Spur

Meine Lieblingsstelle im Bad Vilbeler Stadtwald ist ziemlich groß, nämlich überall dort, wo es jetzt wieder intensiv nach Bärlauch duftet.

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Der Schutz soll verhindern, dass sie gleich von Tieren weggefressen werden. „Die Esche fehlt sonst in der nächsten Generation, das möchte ich nicht“, betont Link. In zwei Waldabteilungen gibt es den Schutz schon. Diesen Sommer sollen die Eschentriebe in zwei weiteren Abteilungen ausfindig gemacht und geschützt werden.

Für Möbelherstellung

Beim regulären Holzeinschlag werden im Durchschnitt 850 bis 950 Festmeter Holz geerntet, in diesem Jahr etwas weniger, berichtet der Förster. Aus dem Buchenschälholz werden Einfassungen für Elektroinstallation gefertigt, Esche geht in die Möbelproduktion, sogar Ikea habe bereits gekauft. Eine Spezialität ist schließlich das Bad Vilbeler Hainbuchenstammholz, denn daraus entstehen Klavierhämmerchen, verrät Link.

Zurückgegangen ist jedoch der Holzverkauf an Privatleute, von denen es in Bad Vilbel noch an die 30 gibt. Weniger als früher, denn der Ölpreis ist gesunken, die Arbeit beschwerlich und die Leute werden älter. Um das Holz aus den Tiefen des Waldes herauszuholen, damit es mit Seilwinden und Baggern verladen werden kann, sind im Stadtwald drei sogenannte Rückepferde im Einsatz, ein Bild wie aus vergangenen Tagen.

Helmut Link bringt eine Tafel für den „Biotopbaum“ an. Bild-Zoom
Helmut Link bringt eine Tafel für den „Biotopbaum“ an.

Neulinger, ein zehn Jahre altes rheinisch-deutsches Kaltblut, steht brav im Unterholz, während ihm der Fuhrmann Christian Sänger einen zerlegten Baumstamm an das Zugseil anlegt. Bis zu anderthalb Tonnen kann das Pferd ziehen, aber Förster Link findet, mit mehr als eine Tonne und höchstens 30 Meter sollten die Tiere nicht belastet werden. Nebenan sind noch Lukas, ebenfalls ein Kaltblut, und Prinz, ein Ardenner-Pferd im Einsatz.

Zum Thema: 11 Millionen Hektar

Der 21. März ist traditionell der „Tag des Waldes“ den die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bereits in den 1970er Jahren als Reaktion auf die globale

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Doch auch sonst sind viele Tiere im Wald unterwegs. Natürlich vor allem viele Hunde, doch die Klagen wegen nicht angeleinter, wildernder Vierbeiner sind zurückgegangen, die meisten Halter halten sich an die Anleinpflicht, hat Link beobachtet. Daneben gibt es aber auch Rehe und sogar viele Füchse, berichtet er: „Schon 30, 40 Meter abseits der Wege, da springen sie.“ Auch für die Vögel wird etwas getan. Link bringt an einer Esche ein Schild mit der Aufschrift „Biotopbaum“ an. „Der bleibt dann stehen, solange es geht“, soll Niststätte für Vögel werden. Ein Star ist schon auf den oberen Ästen zu sehen.

Weg neu angelegt

Doch auch an der Infrastruktur des Waldes wird kontinuierlich gearbeitet. Während des Hochwassers im vergangenen Sommer wurde ein Weg samt Kiesbelag komplett weggeschwemmt, nun ist er neu angelegt worden. Ein großes Rohr liegt darunter, durch welches das Wasser in einem normalerweise kleinen Bächlein vom Berger Hang in Richtung Ritterweiher fließt. Ebenfalls zum Hochwasserschutz soll in der Nähe auch ein zusätzlicher 20 bis 40 Meter großer Teich als Biotop und Rückstaufläche angelegt werden.

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