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Ausweichroute: Ironman-Radsportler müssen am 8. Juli Karben umfahren

Von In großen Teilen auf einer neuen Route führt der Ironman Europe in diesem Jahr durch die Wetterau. Denn die übliche Route durch Karben wird wegen einer Großbaustelle blockiert sein. Die Umleitungsstrecke macht am 8. Juli aber einen Bogen um viele Wetterauer: Sie führt zumeist an den Orten nur vorbei.
Friedberg. 

Genau 54 Tage sind es noch, dann wird die Wetterau wieder Austragungsort für ein Sportereignis von Weltrang sein: Die 180 Kilometer lange Radstrecke des Frankfurter Ironman Europe führt dann durch die Region. Zwei „Loops“, also Runden, fahren die Triathleten durch die Wetterau. In diesem Jahr allerdings müssen sie und auch die Zuschauer sich auf eine erhebliche Veränderung einstellen.

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Die Radstrecke wird in einem erheblichen Teil verlegt. „Wegen der Bauarbeiten in Klein-Karben geht das nicht anders“, sagt Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Ab Anfang Juli soll mehr als 13 Monate lang die Ortsdurchfahrt saniert werden (diese Zeitung berichtete).

Für die Planer des Ironman ist das eine Herausforderung: „Es ist extrem schwierig heutzutage, eine Radstrecke genehmigt zu bekommen“, sagt Renndirektor Pascal Morillon. Zumal ja auch die Länge der Strecke unverändert bleiben soll.

Statt auf recht geradem Weg über Rendel, Klein- und Groß-Karben sowie Burg-Gräfenrode werden die Radler in diesem Jahr daher von Maintal kommend direkt vor Niederdorfelden rechts abbiegen. Dann geht es über die Umgehungen an Oberdorfelden und Kilianstädten vorbei. Vor Windecken dann sollen die Eisernen auf die Nidderauer Umgehung auffahren und an Heldenbergen vorbeirauschen. Weiter über die B 45 wird in Kaichen die einzige Ortsdurchfahrt sein, bevor die Sportler in Ilbenstadt wieder die Stammstrecke erreichen.

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16 Jahre lang gibt es den Frankfurter Ironman schon – und es ist jedes Mal faszinierend zu beobachten, wie die Sportler mit eisernen Willen unglaubliche Leistungen hervorbringen.

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Friedberg und Kaichen feiern

Also rasen die Triathleten zwar durch die Wetterau – aber fast überall an den Orten und deren Bewohnern vorbei. „Das ist weniger attraktiv, das stimmt“, räumt Pascal Morillon ein. Denn die gute Stimmung in den Orten – beispielsweise am Stimmungsnest an der Gehspitze in Karben – „tut uns gut“.

Beim Festlegen der Umleitungsroute sei man „den Weg des geringsten Widerstands“ gegangen. „Da ist auch politischer Wille nötig“, erklärt der Renndirektor. In Schöneck und Nidderau sei man „nicht so dafür gewesen, durch die Ortsmitte zu fahren.“

  In beiden Orten sorgt diese Erklärung für Verwunderung. Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) ist überrascht: „Durch den Ort? Diese Frage ist bei uns nicht angekommen.“ Beim Abstimmungsgespräch der Ironman-Organisatoren mit den betroffenen Kommunen beim Regierungspräsidium sei dies überhaupt nicht angesprochen worden. „Ich hätte ,Ja’ gesagt“, betont Schultheiß, „das wäre super gewesen.“ Am Feiern hätten sich die Nidderauer gern beteiligt: „Wir hätten ein tolles Stimmungsnest am Marktplatz machen können, da wäre richtig was los gewesen.“

  Genauso überrascht ist man im Nachbarort: „Ironman in Schöneck? Ich höre zum ersten Mal davon“, sagt Ute Waschbüsch vom Ordnungsamt der Gemeinde. Unklar sei deshalb auch, ob Vereine mitmachten – denn in Höhe des Autokontors in der Windecker Straße soll zumindest eine Verpflegungsstation für die Triathleten aufgebaut werden.

  Ein Stimmungsnest wollen die Bewohner von Kaichen aufbauen. „Das ist ja das erste Mal, dass der Ironman hier durchkommt“, erklärt Gesangsvereinschef Michael Hahn. Die Vereine im Ortskartell seien bereits an der Planung. Gefeiert werden soll an der Ortsdurchfahrt – der Freigerichtstraße – in Höhe der Bushaltestelle.

Das könnte eine attraktive Stelle werden: „In Kaichen gibt es einen attraktiven Anstieg“, sagt Renndirektor Morillon. Im kleinen Niddataler Stadtteil sei die Stimmung durchwachsen, erklärt Hahn. Große Begeisterung für den Ironman gebe es nicht, aber auch nur wenige kritische Stimmen wegen der Einschränkungen.

Begeisterung abgeflaut

  Gar nicht so unzufrieden scheint man in Karben, dass der Ironman in diesem Jahr einen Bogen um die Stadt macht. „Und wahrscheinlich auch 2019“, merkt Bürgermeister Rahn bereits an. Denn die Bauarbeiten in Klein-Karben werden wohl auch dann noch laufen. Nicht nur das: Selbst die Fahrt der Eisernen durch Petterweil steht für 2019 zur Disposition.

„Das Land will ja dort die Ortsdurchfahrt sanieren“, erklärt der Bürgermeister. Dafür sei bei den Planern der Sommer kommenden Jahres bereits als Termin im Gespräch.

Allzu große Tränen weint der Karbener Rathauschef den Triathleten allerdings nicht hinterher. „Es ist schön, wenn auch einmal eine andere Strecke gefahren wird.“ Denn Rahn weiß: „Die Begeisterung in der Bevölkerung für den Ironman ist in den vergangenen Jahren ein bisschen abgeflaut.“

Eine diplomatische Formulierung: Die Zahl der Bürger, die sich über die Einschränkungen wegen der vielen gesperrten Straßen beschwert hätte, nahm Jahr für Jahr zu. Deshalb kann er mit der Ironman-Pause nicht nur gut leben. „Wenn der Ironman in ein paar Jahren wieder durch Karben kommt, gibt es vielleicht frischen Elan und es kann wieder zu einem Ereignis werden“, schätzt Rahn. „Dann freut man sich auch wieder darauf.“

  Keine Eisernen werden auch die Nieder-Wöllstädter erleben. Denn wegen der Bauarbeiten dort in der Ortsdurchfahrt müssen die Sportler bereits in Ober-Wöllstadt Richtung Nieder-Rosbach abbiegen. Dann geht es über die Umgehung nach Rodheim.

  Von dort aus verläuft die Route nach Bad Vilbel und Frankfurt wieder wie im Vorjahr. Vor allem das große Stimmungsnest am steilen, schweißtreibenden Anstieg des Bad Vilbeler Schöllbergs – dem „Heartbreak Hill“ – dürfte die Schaulustigen wieder in großen Massen locken.

  Sehr attraktiv für Zuschauer wird in diesem Jahr auch endlich wieder das nördliche „Ende“ der Radstrecke. Diese hatte zuletzt nur durchs Friedberger Gewerbegebiet Süd geführt. Diesmal aber soll es über Frankfurter und Kaiserstraße mitten in die Innenstadt gehen. Am Elvis-Presley-Platz sollen die Sportler eine spektakuläre 180-Grad-Wende fahren. „Dort wird richtig Stimmung sein“, hofft Renndirektor Pascal Morillon.

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