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Workshop: So entstehen japanische Comics

Von Beim ersten Wochenend-Worlshop „Manga“ waren acht Teenager der Faszination von Manga zeichnerisch auf der Spur. Ort des Geschehens war die Bad Vilbeler Stadtbibliothek.
Kursleiterin und Mangaka Christina Plaka zeigt den Jugendlichen, wie man Gesichter zeichnet. Foto: Christine Fauerbach Kursleiterin und Mangaka Christina Plaka zeigt den Jugendlichen, wie man Gesichter zeichnet.
Bad Vilbel. 

Manga: Das ist der japanische Begriff für Comics. Im Gegensatz zu westlichen Comics sind die in Bildfolgen erzählten Geschichten traditionell in Schwarzweiß mit Federhalter und Tusche auf spezielles Papier gemalt, das eine besondere Konsistenz besitzt. Manga sind exotischer und ausdrucksstärker als westliche Comics. Die Inhalte greifen Alltagsproblematiken wie Rivalität im Sport, Schulleben oder die erste Liebe auf, sprechen dadurch alle Generationen an.

Beim Zeichnen ihrer Figuren und Geschichten erhalten die acht Teenager in der Bad Vilbeler Stadtbibliothek professionelle Anleitung, Beratung und Unterstützung von Christina Plaka. Sie ist studierte Mangaka, wie die Berufsbezeichnung für professionelle Mangazeichner lautet. Im zweitägigen Workshop vermittelt sie den Jugendlichen Basiswissen.

„Der Workshop ist auf zehn Teilnehmer begrenzt, zwei sind nicht gekom-men“, bedauert Hergenreder. Aufmerksam hören die Teilnehmer zu, was Mangaka Christina Plaka ihnen über Formen- und Genrelehre, Skizzieren, anatomisches und perspektivisches Zeichnen und das Ausdrücken von Emotionen berichtet. Das Gesagte skizziert sie sogleich für alle sichtbar auf einem Block.

Zeichenfeder und Tusche

Dann greifen die Schüler zu den Stiften. Erst am zweiten Tag werden sie mit Zeichenfeder und Tusche malen. Teilnehmer Simon (13) aus der Kernstadt interessiert sich seit acht Jahren für Manga. „Bei mir fing alles mit Pokémon-Bildern an“, erinnert er sich. Zum Manga-Zeichnen kam er vor einem Jahr, als er auf der Suche nach individuellen Geschenken für seine Familie war. „Mir gefällt der Workshop. Ich habe gelernt, wie ich eine Seite aufbaue und gestalte, Gesichter und Gefühle, Hände, Füße, Haare und Kleidung besser darstelle.“

Nina (13) kam vor einem halben Jahr über Anime, also japanische Animationsfilme, zum Manga-Zeichnen. „Ich habe mir Bücher gekauft und angefangen die Bilder nachzuzeichnen. Jetzt weiß ich, wie ich durch Schraffierungen die Anatomie besser und die Emotionen ausdrucksstärker zeichne. Und das weniger Details mehr als viele aussagen, dafür aber witziger sind.“

Die Heilsbergerin Zoey (13) blätterte in den Manga-Zeichenbüchern ihres Vaters, sah sich Anime-Filme an und fing selbst an zu zeichnen. „Hier habe ich heute schon viel gelernt“, meint sie zufrieden. Gezeichnet werden die Geschichten in vielen kleinen Schritten: Zur Erzählstrategie gehört neben der Bild- und Seitengestaltung, dass Bewegungen, Handlungen und Szenerie in vielen Details gezeigt werden und auf viele Bilder nur wenig Text kommt.

Detailreiche Bilder

Die Seiten werden mit mehreren detailreichen Bildern in gerahmten Kästchen gestaltet, die immer den gleichen Abstand haben. Eine Szene setzt sich stückweise zusammen. Auf vielen Bildern sind meist nur Nahaufnahmen und einzelne Personen zu sehen, weniger handelnde Figuren oder eine Handlung. „Wichtig ist die Komposition der Einzelbilder zu einem übergeordneten Bild auf einer Seite“, erklärt die Manga-Expertin. Denn: Mangas konzentrieren sich mit ihrer zusammengefassten Bildsprache stärker auf die visuelle Umsetzung des Erzählten.

Die Kursteilnehmer sind begeistert und hoffen, dass es eine Fortsetzung gibt. Der Manga-Workshop ist nur eins von mehreren neuen Angeboten für Teenager in der Stadtbibliothek. Weitere Wochenend-Workshops gibt es zu „Nimm ein Hörspiel auf!“ und „Verfilme einen Buchtrailer!“

Zusätzlich werden Führungen durch das Frankfurter Comic-Archiv und das Deutsche Filmmuseum angeboten. Die Ergebnisse präsentieren die Teilnehmer am 9. März beim Abschlussfest der „Junge Medien Jury Reloaded 2018“.

Schnell anmelden

Infos unter Telefon (0 61 01) 40 73 21 und im Internet unter www.kultur-bad- vilbel.de/stadtbibliothek. Wer dabei sein will, sollte sich schnell anmelden.

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