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Neues Modell: Synode stimmt Kita-Trägerschaft zu

Mit großer Mehrheit wählte die Synode des Evangelischen Dekanats Wetterau in Florstadt Pfarrer Volkhard Guth erneut zu ihrem Dekan. Die neue Amtszeit dauert sechs Jahre und beginnt am 1. September 2019.
Präses Tobias Utter (rechts) gratuliert Dekan Volkhard Guth zu seiner Wiederwahl. Präses Tobias Utter (rechts) gratuliert Dekan Volkhard Guth zu seiner Wiederwahl.
Bad Vilbel/Florstadt. 

Zur Frühjahrstagung begrüßte Präses Tobias Utter die Mitglieder des regionalen Kirchenparlaments und den oberhessischen Propst Matthias Schmidt im Florstädter Bürgerhaus: von 94 Synodalen gaben 70 ihre Stimme für Pfarrer Volkhard Guth ab, bei 16 Gegenstimmen und acht Enthaltungen. Dass der alte Dekan auch der neue ist, freut auch Florstadts ebenfalls frisch wiedergewählten Bürgermeister Herbert Unger (SPD). In seinem Grußwort wünschte er sich, am 5. Mai gemeinsam mit Guth den Motorradgottesdienst in Florstadt eröffnen zu können.

Guth hatte in seiner Wahlrede auf die großen Herausforderungen verwiesen, vor denen die Evangelische Kirche stehe. Man sei auf dem Weg in eine „postkirchliche Gesellschaft“, was Guth jedoch nicht gleichsetzen wollte mit „postchristlicher Gesellschaft“. Doch Menschen fragten heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher nach Religion.

In einer sich wandelnden Gesellschaft kirchliche Strukturen nur anzupassen, genüge darum nicht mehr. Vielmehr müsse die Kirche in den nächsten Jahren ihre Strukturen weiterentwickeln und fragen, was die Menschen heute von Kirche brauchen. Diese Antworten veränderten dann auch, „was wir machen und in welchen Formen.“ Vier Felder nannte Guth: Gottesdienste sollen das Evangelium verkünden, „aber so, dass die Menschen es verstehen und annehmen und mitfeiern können“.

Die Verteilung von Pfarrstellen müsse die Versorgung in der Fläche gewährleisten. In Diakonie und Seelsorge solle Kirche den Menschen die Gewissheit geben, „dass wir noch da sind, wenn niemand sonst mehr da ist“.

Versorgung gewährleisten

Die Präsenz der Kirche als gesellschaftlicher Akteur will Guth stärken, denn „da liegen die Themen, die die Leute bewegen“. Und schließlich sei die Kirche von morgen von einem Missionsverständnis bestimmt, das sich als „Teilhabe an der Mission Gottes“ verstünde – hier könne man von der indischen Partnerkirche lernen.

„Größer, stärker, mächtiger“ sei kein biblisches Wachstumsmodell. Vielmehr sei der Auftrag Gottes für seine Kirche, „dass wir Frucht bringen“ und zu Gerechtigkeit, Frieden und Ganzheit der Gesellschaft beitragen. Daran wolle er sich als Dekan halten. An konkreten Aufgaben für den frisch wiedergewählten Dekan und den Dekanatssynodalvorstand mangelt es nicht. Zu Beginn des Jahres hatte das Dekanat die Evangelische Familienbildung ins Dekanat integriert. Nun stand die Übernahme der Trägerschaft einer großen Zahl der evangelischen Kindertagesstätten auf der Agenda.

Die Synode nahm den Entwurf einer Satzung für eine solche Trägerschaft ohne Gegenstimmen an. Damit ist der Weg frei für ein Modell, dem sich bereits zehn von 16 evangelischen Kitas im Dekanatsgebiet mit insgesamt 37 Kitagruppen anschließen wollen.

Die Verwaltung der Kitas würde gemeinsam von einer geschäftsführenden Dekanatsstelle erfolgen. Der stellvertretende Dekan André Witte-Karp erläuterte die Hintergründe: Der formale Aufwand rund um die Kitas sei heute so komplex geworden, dass dies für Ehrenamtliche in den Gemeinden kaum noch zu leisten sei. Die neue gemeinsame Geschäftsführung bündele die Verwaltung, die Personalfragen und die Kommunikation mit Kommunen und Kreis. Gemeinden könnten sich so vermehrt auf die inhaltliche Arbeit in den Kitas konzentrieren.

Größerer Spielraum

Eine Herausforderung stellt künftig auch die Besetzung der Pfarrstellen dar: in zehn Jahren wird es nach aktuellen Berechnungen nicht einmal mehr halb so viel neu ausgebildete Pfarrer geben, wie dann in den Ruhestand gehen. Guth warnte vor einer Spaltung des Dekanats, in dem nur noch die prosperierenden Gemeinden entlang der A 5 gut versorgt seien.

Darum schlug er den Synodalen ein Modell vor, das bei den Stellenbesetzungen nicht mehr nur in Gemeinden denkt, sondern in Regionen – damit werde der Spielraum größer, um ländliche Gemeinden gut betreuen zu können.

(red)

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