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Vortrag in Bad Vilbel: Wie Krankenhäuser ihre Patienten schützen

Von Über die Patientensicherheit klärt am heutigen Dienstagabend Verbraucherschützerin Daniela Hubloher bei der Bürgeraktive auf. Der FNP hat sie vorab verraten, auf was es ankommt.
Patientensicherheit am Uniklinikum Frankfurt: Operiert wird nach Checkliste. Trotzdem kommen Fehler vor. Fotos: Martin Weis/Christian Christes

Foto und Bildrechte:
Martin Weis - Am Kasimir 4 -D-35398 Giessen
Kto. 260.005.959 - Sparkasse Giessen - BLZ 513.500.25 Patientensicherheit am Uniklinikum Frankfurt: Operiert wird nach Checkliste. Trotzdem kommen Fehler vor. Fotos: Martin Weis/Christian Christes Foto und Bildrechte: Martin Weis - Am Kasimir 4 -D-35398 Giessen Kto. 260.005.959 - Sparkasse Giessen - BLZ 513.500.25
Bad Vilbel. 

Das Beispiel, das die Ärztin Daniela Hubloher von der Hessischen Verbraucherzentrale in Frankfurt einfällt, klingt sehr banal, kann aber tragische Folgen haben. Eine Patientin habe sich dort gemeldet, weil sich ihr Zustand nach dem Krankenhausaufenthalt verschlechtert habe. Wie sich herausstellte, ist sie mit einem namensgleichen Patienten verwechselt worden, der Diabetiker war und Insulinspritzen gesetzt bekam.

Aus diesem Grund steht Hublohers Vortrag am heutigen Dienstag bei der Selbsthilfekontaktstelle Bürgeraktive unter dem Motto „Reden ist Gold“. Sie will Handlungsempfehlungen und Checklisten vorstellen – für mündige Patienten, aber auch, um eine neue Sicherheitskultur in den Kliniken zu unterstützen.

19 000 Todesfälle

In dem Vortrag vorgestellt wird das 2005 gegründete „Aktionsbündnis Patientensicherheit“, ein Netzwerk von Vertretern der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände und der Patientenorganisationen. Sie arbeiten mit Verbänden, Fachgesellschaften, Forschungsinstituten, Krankenkassen, Institutionen der Selbstverwaltung und Patientenorganisationen zusammen, geben Handlungsempfehlungen und Patienteninformationen.

Patientensicherheit am Uniklinikum Frankfurt: Operiert wird nach Checkliste. Trotzdem kommen Fehler vor. Bild-Zoom
Patientensicherheit am Uniklinikum Frankfurt: Operiert wird nach Checkliste. Trotzdem kommen Fehler vor.

Das ist auch dringend nötig, findet Hubloher. Die Hälfte der unerwünschten Erkrankungen im Krankenhaus seien vermeidbar, wenn sorgfältiger und hygienischer behandelt würde. Eine Studie der AOK schätzt den Anteil von Krankenhaus-Vorfällen auf ein Prozent der jährlich 19 Millionen Krankenhausaufenthalte. Das wären 19 000 Todesfälle. Aber es gibt kein Kunstfehlerregister, sagt Hubloher. Ziel müsse es sein, die Kommunikation zu verbessern, betont sie. Checklisten sind wichtig. Patienten sollten mehrmals nach ihrem Namen gefragt werden. Im OP gelte die Maxime „Jeder Tupfer zählt“, das Nachzählen soll verhindern, dass OP-Besteck im Patienten verbleibt. Wichtig sei auch, dass im Krankenhaus über Fehler offen gesprochen werde, um, wie in der Luftfahrt, Fehlerquellen abzustellen.

Zwar seien die Kliniken verpflichtet, ein Qualitäts- und Beschwerdemanagement vorzuhalten, aber es sei entscheidend, wie das umgesetzt wird: „Gibt es nur einen Briefkasten oder einen Mitarbeiter, der Beschwerden entgegennimmt?“, fragt Hubloher. Auch Beobachtung könne schon helfen. Kürzlich, erzählt die Ärztin, sei sie in einer Klinik gewesen, wo es weit und breit keinen Desinfektionsspender gegeben habe. Vor einer OP solle auch erkundet werden, ob ein Krankenhaus den Eingriff selten oder routinemäßig mache.

Gut gelaufen: Beraterin Eva Rabold blickt mit Vorstand und Interessierten auf ein gelungenes Jahr der Bürgeraktive Bad Vilbel zurück.
Selbsthilfe ist in Bad Vilbel vielfältig

Depressionen, Probleme in der Familie oder mit Alkohol: Es gibt viele Extremsituationen, in denen man nicht allein sein sollte. Doch an wen soll man sich dann wenden? Die Bürgeraktive Bad Vilbel bietet ein großes Spektrum an Selbsthilfegruppen, in denen sich die Betroffenen gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bei der Jahreshauptversammlung des Vilbeler Vereins blickten die Verantwortlichen auf ein recht erfolgreiches Jahr zurück, in dem viel bewegt wurde.

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Die Patientensicherheit ist auch für das Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) sehr wichtig, wie Pressesprecherin Hedwig Rohde betont. Eine Anregung des Aktionsbündnisses habe man schon aufgegriffen: die Einführung von Patienten-Identifikationsarmbändern während des Krankenhausaufenthalts. Sie wurden in den Akut-Krankenhäusern flächendeckend für alle Patienten eingeführt.

Hauptgegner sind Keime

Im Umgang mit Keimen, insbesondere mit den sogenannten multiresistenten Keimen (MRSA), ist die Kooperation von Patienten, Angehörigen und medizinischem Personal außerordentlich wichtig. Ein Merkblatt mit den wichtigsten Informationen über MRSA wird deshalb an Patienten und Angehörige verteilt.

Service: Beginn ist um 19 Uhr

Weitere Informationen und ausführliche Broschüren mit Empfehlungen finden sich auf der Internetseite des Aktionsbündnisses Sicherheit unter www.aps-ev.de.

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„Risikopatienten“ und Patienten, die in einem Risikobereich behandelt wurden, werden in den Häusern des GZW grundsätzlich erst einmal isoliert und auf MRSA untersucht. Über die Richtlinie des Robert-Koch-Instituts hinausgehend werden auch Patienten mit 3MRGN (einer bestimmten Unterform der MRSA) isoliert.

Standard in allen GZW-Häusern seien auch die regelmäßige Aktualisierung des Hygieneplanes ebenso wie regelmäßige Schulungen in der Hygiene inklusive unangekündigter Begehungen und der sogenannten Abklatschuntersuchungen (unangekündigte Überprüfungen des korrekten Hygieneverhaltens, zum Beispiel der regelmäßigen Händedesinfektion), betont Rohde.

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