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Initiative: Wo Kleine kicken wie die Großen

Von Wenn morgen Deutschland auf dem Platz steht, halten WM-Fans zu den weißen Trikots. In Klein-Karben aber sind die neuen Teamfarben Gelb und Blau: Denn das sind die Farben der Selzerbachschule. Das Kicken hat hier einen besonders hohen Stellenwert – dank einer wahren Teamleistung.
Bei Turnieren ist die Schulmannschaft nun bestens repräsentiert: Vater Markus Hau, Initiator für die neuen Trikots, verteilt die gelben Shirts an die jungen Fußballspieler. Bilder > Bei Turnieren ist die Schulmannschaft nun bestens repräsentiert: Vater Markus Hau, Initiator für die neuen Trikots, verteilt die gelben Shirts an die jungen Fußballspieler.
Karben. 

Spätestens, wenn Markus Hau die Trikots verteilt, steht fest: Auch die Karbener Torschützen sind im WM-Fieber. „Alle wollen das Trikot mit der Nummer sieben“, erzählt der Vater lachend. „Die Nummer von Ronaldo.“ Doch während das Trikot des portugiesischen Nationalspielers weiß ist, zieht Hau seit neustem leuchtend gelbe T-Shirts und blaue Hosen aus der Sporttasche – bedruckt mit dem Schullogo der Selzerbachschule Klein-Karben.

Wenn Hau und die Mannschaft der Klein-Karbener Grundschule so bei Turnieren ankommen, zeigen sie auf den ersten Blick: Wir sind ein Team. „Bislang mussten wir uns Trikots von Vereinen leihen“, erzählt Hau. „Einer großen Schule wie der Selzerbachschule steht aber gerade bei großen Turnieren ein eigenes Trikot gut zu Gesicht“, findet er. Also hat er die Idee eingebracht, den Satz anzuschaffen.

Stadt sanierte

Dabei ist die Beschaffung der Trikots quasi das I-Tüpfelchen der Initiative „Fußball an der Selzerbachschule“. Grundvoraussetzung war dabei die Sanierung des Bolzplatzes neben dem Schulhof. Die war dringend nötig, denn: Sobald es regnete, stand bislang Wasser auf dem Platz, danach war es tagelang matschig (diese Zeitung berichtete). Hau brachte das Problem in den Ortsbeirat Klein-Karben ein, die Stadt Karben sanierte daraufhin.

Förderverein hilft

Mit rund 220 Schülern ist die Selzerbachschule die größte Grundschule in Karben, die Pestalozzischule in Groß-Karben ist fast genauso groß.

clearing

Dass der Platz seit den Osterferien wieder nutzbar ist, freut nicht nur Schulleiterin Petra Matthes-Ahäuser: „Der Platz wird wirklich in jeder Pause genutzt“, sagt sie. „Für die Kinder ist das klasse.“ Und auch für den Hort sei die Sanierung wichtig gewesen, da der Bolzplatz den Verbindungsweg von der Schule in den Hort darstellt. „Jetzt kommen die Kinder endlich wieder trockenen Fußes rüber.“

Sobald der Pausengong ertönt, sind Philip und seine Freunde auf dem Bolzplatz. Auch der Neunjährige ist Ronaldo-Fan – trägt an diesem Morgen aber die Trikotnummer elf. „Dass der Bolzplatz jetzt immer da ist, ist klasse!“ Während sein Kumpel Eric (9) im Tor steht – beide spielen auch im Verein Fußball –, dribbeln Philip, Szymon (10) und Vanessa (9) um den Ball. Tor!

Eltern leisten Beitrag

Ebenso wie auf dem Platz ist auch das Projekt „Fußball an der Selzerbachschule“ eine klare Mannschaftsleistung: Der engagierte Vater hat die Idee eingebracht und einen Betrag gespendet, den Großteil der Kosten hat der Förderverein der Schule getragen. „Wir unterstützen Projekte, die der gesamten Schule zugute kommen – und da bestand gar keine Frage“, erklärt Petra Göbel, die im Vorstand aktiv ist.

In Sachen Sanierung war es nicht zuletzt die gute Unterstützung des Ortsbeirats Klein-Karben und der Stadt Karben, die das Projekt vergleichsweise zügig haben gelingen lassen. „Das hat wirklich schnell und vor allem unkompliziert geklappt“, sagt Schulleiterin Matthes. Dass sie selbst immer hinter dem Projekt steht, stand zu keinem Zeitpunkt in Frage. „Ich bin selbst großer Fußball-Fan“, gesteht sie.

Und so steht für sie auch fest, dass dem Fußball auch künftig eine starke Rolle eingeräumt werden soll: „Wir haben jüngst für jede Schulklasse einen eigenen Ball angeschafft“, erklärt die Rektorin. Auch eine Fußball-AG sei geplant. Und: Mit Aktionen des Deutschen Fußballbundes (DFB) wolle man sich um gezielte Förderungen bewerben.

Für Hau ist der Bolzplatz aber nicht nur im schulischen Kontext wichtig. Immerhin handelt es sich um einen öffentlich zugänglichen Platz, den der angrenzende Hort ebenso nutzt wie Kinder aus der Nachbarschaft. „Heute gilt wirklich das Motto: Jeder Bolzplatz zählt“, betont der Vater. „Die Sportplätze sind zunehmend mit Zäunen abgeriegelt, die Straßen immer befahrener, und die Grundstücke werden kleiner. Wir können als Eltern unseren Beitrag leisten, dass unsere Kinder aktiv sind.“

Und: Vielleicht, sagt Hau mit einem Grinsen, könnte ein Funken des Karbener Fußball-Geistes auch bei der WM helfen: „Unsere Nationalmannschaft ist ja schon etwas älter, vielleicht finden wir hier ja noch Nachwuchs.“

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