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Serie "Die Glücksbringer": Glück ist Lebensenergie

Jeder kann glücklich sein, doch viele stehen sich selbst im Weg. Das ist die Überzeugung von Ansgar Schwind aus Limburg, der Glücksseminare anbietet. Im Gespräch mit Redakteurin Pia Rolfs erklärt er, warum es fürs Glücksgefühl manchmal förderlich sein kann, durch die Füße auszuatmen.
Voller Elan: Glücksseminar-Trainer Angar Schwind will Menschen animieren, ihre Energie positiv zu nutzen. Bilder > Foto: Holger Menzel Voller Elan: Glücksseminar-Trainer Angar Schwind will Menschen animieren, ihre Energie positiv zu nutzen.

Wie sind Sie darauf gekommen, Glücksseminare anzubieten?

SCHWIND: Ich war vor zwei Jahren im Urlaub auf einer Insel, leicht bekleidet und aß Shrimps in Knoblauch-Öl. In diesem Moment habe ich echtes Glück empfunden – und hinterher über dieses Gefühl nachgedacht. Ich glaube, Glück ist erlernbar. Beraten habe ich Menschen schon vorher. Dann habe ich mich viel damit beschäftigt, was in einem glücklichen Moment im Gehirn und Körper passiert, wie man diesen Zustand herstellen kann.

Und wie kann man das?

SCHWIND: Indem man lernt, den Körper zu verstehen. Glück ist ein Gefühl, das der Körper uns zeigt, vorausgesetzt ich bin offen für die Wahrnehmung. Man kann Glück ja neurobiologisch sichtbar machen, Botenstoffe spielen dabei eine Rolle. Und um diese positive Energie fließen zu lassen, muss ich mir in manchen Situationen die richtigen Fragen stellen.

Was sind richtige und falsche Fragen?

SCHWIND: Wenn ich zum Beispiel im Restaurant ein falsches Getränk serviert bekomme, kann ich mich darüber ärgern. Ich kann fragen: Warum passiert mir das schon wieder? Aber ich kann mich auch fragen: Was kann ich damit anfangen? Mache ich vielleicht eine neue Erfahrung? Das andere Getränk schmeckt ja vielleicht viel besser als das, was ich bestellt habe. Dankbarkeit für das, was man hat, trägt zum Glück bei.

Und bei schlimmeren Erfahrungen, etwa in einer Trauerphase?

SCHWIND: Gefühle wollen gefühlt werden. Es darf keinen Druck geben, glücklich zu sein. Die Trauer braucht ihre Zeit, man muss sich mit ihr auseinandersetzen. Viele wollen Ärger und Schmerz einfach auslöschen, etwa durch Medikamente. Aber ich kann zum Beispiel die Energie von Ärger und Wut auch positiv nutzen.

Hat jeder die Voraussetzungen dafür, glücklich zu sein?

SCHWIND: Ich behaupte: ja. Es gibt verschiedene Formen des Glücks: das kurze – das kann ich etwa schon durch eine Leistungsprämie erhalten. Für das langanhaltende ist es aber gut, wenn man in der Kindheit viel Liebe und Anerkennung erfahren, also ein Urvertrauen entwickelt hat.

Können Ihre Glücksseminare denn Einstellungen verändern, die sich über ein ganzes Leben gebildet und verfestigt haben?

SCHWIND: Nicht an einem Abend. Ich will die Leute inspirieren, ihnen ein wenig die Augen öffnen. Ich möchte ihnen das Gefühl geben, dass sie selbst etwas verändern können. Viele glauben ja, dass das Glück von außen kommt, dass der Partner oder der Job sich ändern muss.

Und was steht dem Glück der Menschen wirklich im Weg?

SCHWIND. Sie sich selbst.

Welche Menschen kommen denn in Ihre Seminare?

SCHWIND: Etwa zwei Drittel der Seminarteilnehmer sind Frauen, bei den Altersgruppen ist es gemischt. Inzwischen kommen auch mehr junge Menschen. Ich glaube, es gibt einen Wertewandel. Früher suchten viele ihr Heil im Materiellen, jetzt denken die Leute auch eher über ihr Glück nach.

Passiert das erst dann, wenn sie in einer Krise sind?

SCHWIND: Das trifft nicht bei allen zu, aber bei vielen. Manchmal ist ein Burnout oder eine Trennung der Anlass.

Wann gelingt Ihnen selbst das Glücklichsein nicht?

SCHWIND: Wenn ich nicht in meiner Mitte bin, die Mischung aus Anspannung und Entspannung muss stimmen.

Gibt es bestimmte Techniken, die Sie dann nutzen oder anderen empfehlen?

SCHWIND: Ja, zum Beispiel Atemtechniken. Ich stelle mir drei bis fünf Atemzüge lang vor, wie ich durch den Kopf ein- und durch die Füße ausatme. Dann komme ich schnell in einen entspannten Zustand.

Wenn Sie Glück in einem Satz definieren müssten, wie würde der lauten?

SCHWIND: Glück ist gefühlte Lebensenergie.

In der nächsten Folge lesen Sie ein Interview mit Jan Bohl vom Glücksladen in Frankfurt-Bornheim.

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