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Thailand: Höhlenrettung: Ermittlungen gegen Betreuer möglich

Das glückliche Ende des Höhlendramas in Thailand ist eine Nachricht, wie sie die Welt vielleicht wieder einmal gebraucht hat. Eine echte Heldengeschichte. Aber einer der Hauptbeteiligten trauert schon wieder.
Den geretteten Jungen geht es im Krankenhaus gut. Die thailändische Regierung veröffentlichte das Foto. Foto: HANDOUT (Government spokesman bureau) Den geretteten Jungen geht es im Krankenhaus gut. Die thailändische Regierung veröffentlichte das Foto.
Mae Sai. 

An Helden, großen und kleinen, mangelt es jetzt nicht. An Thailands Höhlendrama, das die Welt so lange in Atem gehalten hat, haben viele mitgeschrieben. Die Taucher. Die Ärzte. Die Freiwilligen. Der Provinz-Gouverneur mit dem gelben Tuch, der blauen Kappe und dem so furchtbar komplizierten Namen. Vor allem aber: die zwölf Spieler der Fußballjugend aus der Kleinstadt Mae Sai selbst. Und, trotz allem, auch ihr Trainer.

Wenn man so will, kann man Pi Ekk („Bruder Ekk“), wie ihn die Leute nennen, jetzt natürlich an allem die Schuld geben. Der 25-jährige Ekkapol Chantawong war es schließlich, der die überaus leichtsinnige Idee hatte, das Team der „Wildschweine“ nach einem Training mitten in der Regenzeit in die Höhle zu bringen.

Möglicherweise muss der frühere Buddhistenmönch deshalb jetzt mit Ermittlungen rechnen. Die Eltern haben ihm aber schon verziehen. In einem Brief heißt es: „Mach Dir keine Vorwürfe. Niemand von den Eltern ist irgendwie böse auf Dich.“

Nach allem, was man weiß, hat sich der Mann, der selbst früh zum Vollwaisen wurde, 17 Tage lang rührend um seine Schützlinge gekümmert. Er überließ ihnen das wenige Essen, mahnte sie, nicht unnötig Energie zu verschwenden, brachte ihnen auch bei, zu meditieren.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, entwickelten sich die letzten Stunden noch einmal richtig dramatisch. Als das internationale Team von Spezialtauchern schon fast alle nach draußen gebracht hatte, fiel die zentrale Pumpe aus, mit der der Wasserstand in der Höhle unter Kontrolle gehalten werden konnte. Es ging dann aber doch alles gut.

Jetzt liegen Trainer und Team wieder vereint im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai. Drei Jungen haben eine leichte Lungenentzündung. Der Amtsarzt lobte aber ihren „sehr guten mentalen Zustand“.

Dem Arzt Richard Harris, der immer wieder den gefährlichen Weg zurücklegte, um die Eingeschlossenen zu untersuchen, ist überhaupt nicht nach Reden zumute. Der Australier mit 30 Jahren Taucherfahrung war einer der Letzten, die aus der Höhle gingen. Kurz darauf bekam er dann die Nachricht vom Tod seines Vaters.

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