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Saudische Presse wittert Verleumdungskampagne

Riad. 

Während die Führung Saudi-Arabiens nur wenige Erklärungen zum Verschwinden des Journalisten Dschamal Chaschukdschi abgibt, wähnt die Presse des Landes eine Verleumdungskampagne gegen das Königreich.

Am Werk sieht sie dabei vor allem türkische und katarische Medien. Die Presse der beiden Länder füttere und verbreite im Fall Chadschukdschi Gerüchte, hieß es am Freitag auf der Internetseite des von Saudi-Arabien finanzierten Nachrichtenkanals Al-Arabija. Der 59 Jahre alte regimekritische Journalist hatte in westlichen Medien auch unter dem Namen Jamal Khashoggi geschrieben.

Regierungsnahe türkische Medien hatten in dieser Woche immer wieder ausführlich über sein mysteriöses Verschwinden berichtet. So veröffentlichte die Zeitung „Sabah” unter anderem Aufnahmen von 15 Saudis, die offenbar bei der Passkontrolle am Flughafen aufgenommen worden waren. „Hier ist das 15-köpfige Attentatsteam”, titelte das Blatt.

Al-Arabija meldete hingegen in dieser Woche, bei den abgedruckten Bildern handele es sich um Aufnahmen von ganz normalen saudischen Besuchern auf der Heimreise. „Die türkische und katarische Presse nutzt Bilder von Touristen”, schrieb der Sender dazu.

Türkischen Medien zufolge soll Chaschukdschi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden sein. Katars TV-Sender Al-Dschasira nahm viele türkische Berichte auf. Die beiden Länder pflegen enge Beziehungen. Saudi-Arabien hingegen hat gegen Katar eine Blockade verhängt und wirft dem Emirat unter anderem Terrorunterstützung vor.

„Es läuft eine orchestrierte Kampagne, um das Königreich (...) zu diskreditieren”, schrieb ein saudischer Kolumnist auf der englischsprachigen Nachrichtenseite Riyadh Daily. Auch die saudische Seite Sabq sieht eine „massive Verwirrungskampagne”.

Die saudische Nachrichtenseite Ajil kommt sogar zu dem Schluss, ein Bild von Chaschukdschi und seiner türkischen Verlobten Hatice Cengiz sei gefälscht. Cengiz sei im Nachhinein in das Foto kopiert worden. Die Frau hatte Chaschukdschi in der vergangenen Woche zum saudischen Konsulat begleitet und über Stunden vergeblich auf ihn gewartet.

(dpa)
Artikel vom 12.10.2018, 12:26 Uhr (letzte Änderung 12.10.2018, 12:28 Uhr)

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