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TV-Kritik: "Der wilde Jack": Ziemlich starke Episode

Von Ein verhaltensauffälliger Halbwüchsiger, Mobbing in der Schule und ein handfestes Familiendrama: Der neue „Ein Kommissar und das Meer“-Krimi macht daraus eine spannende Geschichte!
Davis Hellgren (Linus Wahlgren, l.) bedroht seinen Vater Hasse Helgren (Dag Malmberg, r.) Foto: ZDF/Stephan Rabold Davis Hellgren (Linus Wahlgren, l.) bedroht seinen Vater Hasse Helgren (Dag Malmberg, r.)

Ein handfestes Familiendrama ergibt für einen Kriminalfilm oft einen dankbaren Hintergrund. In der 24. Episode aus der beliebten ZDF-Reihe sind es mehrere Familien, die in einer explosiven Konstellation miteinander verwoben sind. Als Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) den Tod von Ben Johnsson untersucht, findet er schnell heraus, dass der Tote bei David Hellgren (Linus Wahlgren), einem erfolgreichen Hotelbetreiber, als Koch arbeitete.

Besonders pikant: Johnsson hatte eine Affäre mit Hellgrens Frau Camilla (Malin Crépin), die auch von ihm schwanger ist. Ein klassischer Eifersuchtsmord also? Oder hat Davids Schwager Kris Ulander (Andreas Utterhall) damit zu tun? Ulander ist der Prototyp eines gescheiterten Kleinkriminellen und mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft. Er war auf das Geld seines Schwagers angewiesen, doch der hat ihm die Unterstützung gestrichen.

Der Sohn des Kleinkriminellen

In Bewegung kommt Anders‘ Ermittlung schließlich durch Kris Ulanders Sohn Jack (Uno Egler), der sich an seiner Schule höchst verhaltensauffällig zeigt. Möglicherweise, weil er von seinen Mitschülern wegen der kriminellen Vergangenheit seines Vaters ständig gehänselt wird. Sein Klassenkamerad, Anders‘ Sohn Kasper (Grim Lohman),  zeigt sich aber mit Jack solidarisch. Als David Hellgren verschwindet, spitzt sich die Lage erheblich zu.

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Das Drehbuch stammt von Annette Hess, die der Reihe mit "In einer sternenlosen Nacht" bereits einen Höhepunkt bescherte. Hier hat sich Hess eine bemerkenswert vielschichtige und fesselnde Geschichte einfallen lassen: "Der wilde Jack" erzählt ein erschütterndes Familiendrama, wobei der Zuschauer freilich schon kleine Hinweise erhält, wie es um die Ehe der Hellgrens bestellt ist – und sich auch denken kann, warum Hellgren wegen der Affäre seiner Frau nicht eifersüchtig wird.

Unauffällig, aber wirkungsvoll inszeniert

Die Lösung zögert der Film dennoch sehr schön bis kurz vor dem Abspann hinaus. Daneben geht es auch um Vorurteile und Mobbing in der Schule und den Fall eines Idols: Ausgerechnet ein von den Polizisten hoch verehrter Dienstveteran hat am Ende auch keine saubere Weste. Thomas Roth, ein Veteran der Reihe, verzichtet auf inszenatorische Mätzchen und bleibt mit seiner Regie unauffällig.

Wobei er aber nicht nur aus der Stammbesetzung der Reihe, sondern auch aus den schwedischen Gastschauspielern Schauspielern tolle Leistungen herausgeholt hat: Besonders Kinderdarsteller Uno Egler gibt der Geschichte durch sein natürliches Spiel bemerkenswerte Authentizität und damit der Reihe eine richtig starke Episode.

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