E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 16°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

TV-Kritik: "Die Faust": Wilde Mischung

Drei bizarre Morde innerhalb kürzester Zeit lassen Eisner und Fellner an einen Serienmörder denken. Aber der neue Fall aus Wien bekommt bald ganz neue Dimensionen.
Geht in Wien ein Serienmörder um? Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche (Faris Rahoma). Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Geht in Wien ein Serienmörder um? Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche (Faris Rahoma).

Drei bizarre Morde innerhalb kürzester Zeit lassen Eisner und Fellner an einen Serienmörder denken. Aber der neue Fall aus Wien bekommt bald ganz neue Dimensionen.

Film verpasst? Hier geht es zur Mediathek!

Serienmörder beweisen regelmäßig einen Sinn für Kunst – zumindest im Film. Kein Wunder, dass der bisher erfolgreichste Meuchler dieser Art nicht nur großes Talent als Zeichner zeigte: Hannibal Lecter hatte in "Das Schweigen der Lämmer" sogar noch Zeit dazu, einen frisch totgemachten Polizisten dessen Kollegen  zum Hohn wie einen Vogelmenschen zu präsentieren.  Und was die Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) hier anfänglich zu sehen bekommen, lässt vermuten, dass es den mörderischen Psychiater jetzt nach Wien verschlagen hat.

Das erste Opfer taucht angenagelt in einer Mietwohnung auf, das zweite hängt in einer öffentlichen Toilette, das dritte wird auf dem Bug eines Bootes gefunden. Alle drei Opfer wurden penetriert, aber es wirkt ein wenig gestellt: Bald vermuten die Polizisten, dass der Serienmord nur vorgetäuscht sein könnte und die Opfer in Wirklichkeit aus anderen Gründen ins Jenseits befördert wurden. Und dann nimmt der Fall eine geradezu abenteuerliche Wendung.

Der irre Wechsel zwischen den Genres

Spätestens dann, wenn sich herausstellt, dass die Toten Kontakte zu einem Professor (Mišel Maticevic) mit Geheimdienst-Verbindungen besaßen, glaubt man, seinen Augen und Ohren nicht mehr zu trauen: vom Schlitzerfilm zum Politthriller, auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Aber Überraschung: Diese Mischung funktioniert gar nicht schlecht. Sie hätte nur noch besser einschlagen können, wenn das Drehbuch nicht im Mittelteil plötzlich erheblich Tempo herausgenommen hätte.

Während die erste Hälfte des Films noch dadurch fesselt, dass der Mörder ständig wieder zuschlagen könnte, wird es anschließend zunehmend politisch: Die entsprechenden Hintergründe funktionieren zwar, ihre wortreichen Erläuterungen hätten aber knapper ausfallen können. Die Nebenhandlung mit der zweiten Kommission erscheint aufgesetzt, obwohl dabei einige passable Gags herausspringen. Mehr Tempo und Präsenz von Mišel Maticevic hätten auch nicht geschadet.

Trotz einiger Mängel im Detail und der mal wieder wie in vielen TV-Krimis absonderlich düsteren Beleuchtung bei der Polizei hat Regisseur Christopher Schier aber mit seinem zweiten Beitrag zu der Reihe nach "Wehrlos" im vergangenen Jahr aber einen insgesamt soliden Beitrag abgeliefert. Wenn die Wiener aber wieder einen Politthriller drehen, sollten sie sich vorher noch einmal einen ihrer eigenen Filme ansehen, der das Genre perfekt auf den Punkt bringt: "Deckname Kidon".

Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen