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TV-Kritik: "Die Sterntaler-Verschwörung": Es lohnt sich, dranzubleiben

Der neueste Krimi um Kommissar Marthaler lahmt anfangs schon ein wenig. Dafür entschädigt aber der weitere Handlungsverlauf.
Kommissar Marthaler (Matthias Koeberlin, l.) trifft am Tatort auf den arroganten Kollegen Axel Rotteck vom Landeskriminalamt (André Hennicke), der ihm den Fall entzieht. Foto: Daniela Incoronato Kommissar Marthaler (Matthias Koeberlin, l.) trifft am Tatort auf den arroganten Kollegen Axel Rotteck vom Landeskriminalamt (André Hennicke), der ihm den Fall entzieht.
Man weiß es ja schon seit dem Frankfurter "Tatort" und "Ein Fall für zwei": Frankfurt am Main gibt eine wunderbare Krimi-Kulisse ab. Was natürlich auch den neuesten Film um Kommissar Marthaler optisch veredelt. Wenn Matthias Koeberlin in seiner Rolle als Robert Marthaler in seinem tannengrünen Mercedes der Baureihe 123 – der ZDF-Bergdoktor Martin Gruber fährt übrigens ein baugleiches Modell, möglicherweise sogar das identische Fahrzeug – durch die bunt beleuchteten Straßen Frankfurts gleitet, sorgt das schon mal gehörig für Stimmung, zumal auch die Musik bestens dazu passt.

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Auch der Anfang zeigt sich gelungen: Eine junge Frau sieht sich im Frankfurter Rotlicht verfolgt. Jemand hat offensichtlich einen finsteren Plan. Sie flüchtet in ein Zimmer, entspannt – und sieht sich unversehens ihrem Mörder gegenüber. Marthaler wird herausfinden, dass das Opfer Journalistin war. Aber zuerst wird ihm von Axel Rotteck, einem überaus arroganten LKA-Beamten, der Fall abgenommen. Dass der ebenfalls nichts Gutes im Schilde führt, merkt man schon daran, dass er von André M. Hennicke gespielt wird.

André M. Hennicke macht sich immer gut

Hennicke zählt nicht umsonst zu Deutschlands markantesten Krimi-Gesichtern. Im Handlungsverlauf kommt er aber nicht wirklich zur Geltung, man hätte gern mehr von ihm gehabt. Überhaupt tut sich der neue Marthaler-Krimi anfänglich etwas schwer, den Zuschauer wirklich zu packen. Marthaler muss sich zwar um einen neuen Fall kümmern: Der Landtagsabgeordnete Baron Freiherr von Münzenberg soll sich im Bad seines Schlosses erschossen haben.  
 
Möglicherweise, weil ihm der Besitz von Kinderpornographie zur Last gelegt wird. Aber der Kommissar wird auch von seiner Freundin Tereza (Ellenie Salvo Gonzales) verlassen. Diese allzu breit ausgewalzte Nebenhandlung hemmt die Geschichte besonders in der ersten halben Stunde nach dem Mord im Rotlichtbezirk schon merklich. Erst mit dem Auftauchen der Partnerin der Ermordeten und einer wilden Schießerei kommt wieder Bewegung in die Szenerie.

Warum ein Sex-Club als Treffpunkt?

Marthaler merkt bald, dass der Mord an der Journalistin und der Tod von Münzenbergs zusammenhängen. Eine Spur führt zum Sterntaler, einem ominösen, aber exklusiven Erotik-Club. Hier leistet sich die Geschichte noch einen kleinen Schnitzer: Warum sollten sich Politiker für eine Absprache ausgerechnet in einem Sex-Club treffen? Eine kleine diskrete Privatwohnung wäre doch viel praktischer!
 
Trotzdem, ab der Schießerei im Sterntaler liefert der Montagskrimi dann endlich das, wofür die Zuschauer Kommissar Marthaler schätzen. Die Geschichte schlägt intelligent konstruierte Haken und bietet sogar eine kleine Actionszene mit Autos.  Es hat sich gelohnt, dranzubleiben. Aber die erste halbe Stunde, die hätten die Macher dringend nochmal überarbeiten sollen. Und mehr Hennicke statt Marthalers Privatgeschichte hätte auch nicht geschadet.
 
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