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TV-Kritik: "Ich will (k) Kind von dir": Mit absonderlicher Wendung

Von In dieser eigentlich sehr schönen Komödie gibt es eine merkwürdige Szene, die so gar nicht zum Rest der Geschichte passt.
Philipp (Felix Klare) offenbart Anna (Franziska Weisz), dass seine Priorität bei ihr liegt. Foto: © ARD Degeto/Frédéric Batier Philipp (Felix Klare) offenbart Anna (Franziska Weisz), dass seine Priorität bei ihr liegt.
Mittendrin und doch nicht dabei: Schon während der Vorspann läuft, sind Philipp (Felix Klare) und Anna (Franziska Weisz) von spielenden Kindern umgeben und umsorgen liebevoll die kleihne Nele. Doch das Kind ist nicht ihres, sondern das von Annas jüngerer Schwester Emmi (Stephanie Lexter). Für die hat Anna nach dem Tod der Mutter im Alter von erst 14 Jahren quasi die Mutterrolle übernommen, weswegen sie jetzt von Nachwuchs nichts mehr wissen will.

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Aber Philipp wäre gerne Vater, und da sind Konflikte vorprogrammiert. Die ARD-Produktion findet immer neue Szenen und Motive, um den Zwist des Paares und Philipps unerfüllten Kinderwunsch zu illustrieren. Da ist der in Sichtweite wohnende Nachbar, der sich mit seiner Familie auf dem Balkon zum gemeinsamen Essen niederlässt. Da sind Philipps Eltern, die sich über einen Verein die kleine Uma als Paten-Enkelkind besorgt haben und sie mit Philipps alten Spielsachen verwöhnen wollen – was dem frustrierten Sohn das eigene Versagen noch deutlicher vor Augen führt. 

Gelungene Typen und Dialoge

Auf der Gegenseite: Philipps Kollege Kai (Kai Lentrodt), dessen Liebesleben seit dem Eintreffen des gemeinsamen Nachwuchses mit seiner Frau so aus dem Takt geraten ist, dass er sich das, was er zu brauchen meint, bei anderen Frauen holt. Aufgestellt an passenden und lebensechten Typen ist die Komödie nach einem Drehbuch der Schauspielerin Katrin Bühring also bestens, und auch an Dialogwitz und sanft dosierter Situationskomik mangelt es nicht.
 
Aber wo Licht ist, befindet sich auch Schatten. Die gepflegte Wohlstandslandschaft, in dem sich das Leben von Philipp und Anna abspielt, passt nicht wirklich zu dem Problem der beiden. Sie haben eine sehr weiträumige Wohnung, Philipps Eltern wohnen in einem Haus mit großzügiger Auffahrt: Platz für Kinder ist also da und auch an Geld herrscht wohl kein Mangel. Nicht recht nachvollziehbar erscheint aber vor allem die Begegnung Annas in dem Bad.

Was soll die Szene im Bad besagen?

Dass eine engagierte und entschlossene Professorin, die mit ihrem Mann im heftigen Clinch liegt wegen dessen Kinderwunsch, den sie nicht erfüllen will, sich von einem Unbekannten schwängern lässt: So sieht eine halbwegs logisch begründete Wendung jedenfalls nicht aus. Dieser Schluss drängt sich aber auf, wogegen wiederum offen bleibt, ob Philipp weiß, dass er vielleicht nicht der Vater des Kindes ist.
 
Der Film verarbeitet das Thema Kinderwunsch zwar anschaulich und dennoch leicht und locker in der Form einer sehr schön gespielten Ehekomödie, in der auch besinnliche Momente ihren Platz haben. Die Szene im Bad wirkt jedoch befremdlich und wirft eher Fragen auf, als dass sie zum weiteren Handlungsverlauf passt.
 
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