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TV-Kritik: "Kommissar Pascha": "Der Pate" auf Türkisch

Nicht nur schwarzer Humor und die Anleihen aus dem berühmten Gangsterfilm machen den Auftakt zu dieser neuen Krimireihe sehr vergnüglich.
So lernt Kommissar Demirbilek seine neue Mitarbeiterin kennen: Jale Cengiz (Almila Bagriacik) überwältigt einen jungen Mann (Nikolai Mohr), der sie beklaut hat. Foto: ARD Degeto/BR/TV 60/Hendrik Heiden So lernt Kommissar Demirbilek seine neue Mitarbeiterin kennen: Jale Cengiz (Almila Bagriacik) überwältigt einen jungen Mann (Nikolai Mohr), der sie beklaut hat.
Schon der Name: Zeki Demirbilek (Tim Seyfi). Da steckt ein Hauch von Derblecken drin, und ganz entfernt erinnert der Kriminaler von der Isar auch ein wenig an Django Asül: Ein Türke mit perfektem bayrischen Zungenschlag. Der Kommissar erweist sich schnell als der perfekt angepasste Wanderer zwischen den Welten, also angepasst nach allen Richtungen: Er geht zwar in die Moschee, aber er lässt sich auch problemlos seinen Schweinsbraten mit Bier schmecken.
 
Der Schriftsteller und Filmemacher Su Turhan hat ihn erfunden. Turhan und Sascha Bigler (Buch und Regie dieses Films) haben Demirbilek ein nicht minder buntes Ermittlungsteam mitgegeben. Es besteht aus Pius Leipold (Michael A. Grimm), einem strafversetzten Kollegen, der kühlen Isabel Vierkant (Theresa Hanich) und besonders aus der höchst temperamentvollen Jale Cengiz (Almila Bagriacik), die schon in ihrer ersten Szene mit nackten Füßen hinter einem Verbrecher herrennen darf.

Eine ziemlich wilde Truppe

Fast kriegt sie ihn auch, aber leider kommt ihr da Kommissar Demirbilek in die Quere. Almila Bagriacik macht sich hier wunderbar als barfüßiger Wirbelwind, aber auch den anderen Schauspielern gelingen ihre Rollen mit sichtlichem Elan. Die Truppe kümmert sich um Fälle mit Migrationshintergrund. Dabei kommt ihnen zugute, dass der Film zwar das Krimi-Genre nicht neu erfinden will, aber alten, teil auch recht altbackenen Klischees mal auf eine neue Art interpretiert.

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Einen Kommissar, der aus Frust säuft, kennt man zwar zur Genüge. Aber wohl kaum so, wie Demirbilek das tut. Er ist nämlich geschieden und hat oft brennende Sehnsucht nach seiner Exfrau. In erster Linie macht ihm in seinem ersten TV-Auftritt aber ein Mord im Dönerbuden-Milieu zu schaffen. Obwohl, was heißt hier Dönerbude: Güzeloglu (Vedat Erincin) gebietet über ein ganzes Imperium und tritt mit sichtbar als Neufassung der Titelfigur von "Der Pate" auf.

Milieuschilderung ohne Politik

An den Gangsterfilm-Klassiker erinnert hier vieles: Die Geschichte rund um eine Hochzeit, der Auftragskiller, der sein Opfer vom Rücksitz eines Autos aus erledigt und manches mehr. Bigler rührt dabei eine nicht zu starke Dosis Klamauk, kräftig Tempo und sehr viel schwarzen Humor hinein, verzichtet dabei aber auf politische Aussagen, was der Geschichte ausgesprochen guttut. Er konzentriert sich lieber auf eine Milieuschilderung, die er zwar bis zur Karikatur, aber nicht ins völlig Unglaubwürdige hinein überzeichnet.

Eine ausgesprochen gelungene Gratwanderung also. Bigler handhabt die Klischees ziemlich souverän.  Das Ergebnis macht denn auch einen besseren Eindruck als der Anfang Februar gesendete und  thematisch ähnlich gelagerte "Dimitrios Schulze". Nächsten Donnerstag schon geht es weiter mit "Bierleichen".
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