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TV-Kritik: Krügers Odyssee: Der ist ja richtig gut!

Überraschung: Horst Krause als Paul Krüger fährt nach Griechenland, um den Vater seiner Enkelin aufzutreiben. Und das wird tatsächlich lustig!
Krüger (Horst Krause, Mitte) Ecki (Jörg Gudzuhn, Mitte) und Bernd (Fritz Roth) erleben einige Abenteuer in Griechenland. Bild: ARD Degeto/Stephanie Kulbach Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Krüger (Horst Krause, Mitte) Ecki (Jörg Gudzuhn, Mitte) und Bernd (Fritz Roth) erleben einige Abenteuer in Griechenland. Bild: ARD Degeto/Stephanie Kulbach

Warum Horst Krause in zwei ARD-Filmen plötzlich Paul Krüger heißen muss, wissen die Damen und Herren von der Degeto wahrscheinlich selbst nicht. Könnte doch das, was Krüger hier widerfährt, ebenso gut auch Horst Krause passieren– also jetzt dem "Polizeiruf"-Kommissar, den Schauspieler Horst Krause unter seinem eigenen Namen spielte. Zumal da der Reisefilm-Charakter der Krüger-Filme noch viel besser zur Geltung käme.

Statt auf Verbrecherjagd durch die brandenburgische Provinz würde Horst Krause auf seiner alten K750 Molotov samt Beiwagen dann eben durch türkische und griechische Landschaften knattern. Aber schön, für ausgedehnte Motorrad-Fahrten hat Krause/Krüger diesmal keine Zeit. Seine hochschwangere Enkelin will nämlich heiraten und dafür unbedingt ihren Vater bei der Hochzeit dabeihaben. Unglücklicherweise hat der sich noch vor ihrer Geburt nach Griechenland vom Acker gemacht.

Weit besser als der Erstling

Um das Platzen der Hochzeit zu verhindern, macht sich Krüger statt mit Krauses altem Motorrad also mit seinen beiden Freunden Ecki (Jörg Gudzun) und Bernd (Fritz Roth) auf den Weg nach Griechenland. Und bereitet dem Zuschauer eine handfeste Überraschung: Angesichts des jämmerlich lahmen Erstlings "Krüger in Antalya" hätte der nämlich mit einer so flotten und gut gemachten Komödie nicht gerechnet.

Dass das Drehbuch dabei allerlei Griechenland-Klischees von Streik, Aussteiger-Kommune, überhöhten Taxi-Preisen und griechisch-orthodoxem Kloster verwurstet, war zu erwarten. Die Überraschung liegt aber darin, wie leicht und locker das in dieser Geschichte geschieht. Gar nicht mal so selten gibt es sogar ausgesprochen schöne Gags, so etwa nach einer rasanten Taxifahrt. Achtung, Spoiler-Alarm: Krüger faucht seinen Kumpel Ecki an, der das Geld im Schuh versteckt hat ("Ich geh lieber auf Nummer Sicher"): "Was Du nur für Vorurteile hast! Wir sind hier nicht in Italien!"

Wie Musik eine Komödie unterstützt

Auch akustisch bereitet die Szene großes Vergnügen. Bitte daraus achten, dass die Musik – die hier überhaupt sehr schön passt - im Hintergrund an den richtigen Stellen plötzlich viel schneller spielt. Diesen feinen Witz hält die Komödie auch bis zum Ende durch. Nebenbei erzählt sie auch ein wenig über erotische Sehnsüchte im Alter und arbeitet dabei immer wieder auf bemerkenswert humorvolle Weise die Konfrontation der drei Biedermänner mit einer ungewohnten Mentalität heraus.

Am Ende gibt es sogar Ansätze zu einem veritablen Charakterdrama zwischen Krüger und Tochter. Die Postkarten-Landschaften gibt es als optisches Beiwerk noch dazu. So hat man also allen Grund, sich auf den dritten Krüger-Film zu freuen: "Küss die Hand, Krüger" heißt das nächste Abenteuer des rüstigen Rentners, das ihn nach Österreich verschlagen wird.

"Krügers Odyssee" können Sie in der ARD-Meditathek sehen

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