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TV-Kritik: "Morderney": Wenn "Wilsberg" auf "Friesland" trifft

Mal nicht im heimischen Münster: Privatdetektiv Wilsberg macht Urlaub auf Norderney. Und stolpert dabei nicht nur in einem Kriminalfall, sondern kommt auch anderen Fahndern in die Quere.
Wilsberg (Leonard Lansink) findet im Bad des Ferienhauses den schwer drangsalierten Gregor Schott (Daniel Wiemer). Bild: ZDF und Thomas Kost Foto: Thomas Kost Wilsberg (Leonard Lansink) findet im Bad des Ferienhauses den schwer drangsalierten Gregor Schott (Daniel Wiemer). Bild: ZDF und Thomas Kost
Frankfurt. 

Gekreuzt wird im Filmgeschäft ja schon lange: Schon in den vierziger Jahren musste sich Frankensteins Monster mit seinen Kollegen Dracula und dem Werwolf herumschlagen. Später trafen sich Jason Vorhees ("Freitag der 13.") und Freddy Krüger ebenso wie das Alien und der Predator, von diversen Superhelden ganz zu schweigen. Die ARD zog mit Ermittlerteams aus "Tatort" und "Polizeiruf 110" (ARD) ebenso schon längst nach wie das ZDF mit dem Bergdoktor und den Bergrettern. Da liegt es doch nahe, auch einmal…!

Jawohl, die Samstag-Teams von "Wilsberg" und die "Friesland"-Fahnder zusammenzuspannen. Wenn auch nur mit jeweils halber Besetzung: Ekkehardt Ekki" Talkötter (Oliver Korittke) bleibt weitgehend außen vor, Wilsbergs Nichte Alexandra „Alex“ Holtkamp (Ina Paule Klink) ebenso. Aus der Friesland-Reihe geben sich Kommissar Jan Brockhorst (Felix Vörtler) und die Apothekerin wie Hobby-Forensikerin Insa Scherzinger (Theresa Scherzinger) die Ehre.

Der Mann im Badezimmer

Und wie der Titel schon andeutet, spielt das Ganze auf Norderney, wo Kommissarin Springer mit Georg Wilsberg (Leonard Lansink) und Nichte Merle (Janina Fautz) einen gemeinsamen Urlaub verbringen will. Der Aufenthalt im Ferienhaus beginnt erstmal damit, dass dort Gregor Schott (Daniel Wiemer) mit dem Kopf in der Kloschüssel hängt. Schott, gibt aber an, es hätte sich nur um einen dummen Streich gehandelt. Der Mann, der sich sonst als Kellner in einem Restaurant auf der Insel seinen Lebensunterhalt verdient, liegt aber kurz danach tot am Strand.

Der Tote ruft die resolute Inselpolizistin Grit Vierboom (Nadine Wrietz) ebenso auf den Plan wie Kommissar Jan Brockhorst und Insa Scherzinger. Und weckt ebenso die Neugier von Wilsberg, Springer und Merle. Dann taucht auch noch der eitle und übereifrige Overbeck (Roland Jankowsky) auf. Es stellt sich heraus, dass Schott eine Affäre mit der attraktiven Saskia Tiedemann (Rieke Schmid) hatte. Die Schönheit ist mittlerweile die Ehefrau des Unternehmers Hauke Tiedemann (Bernhard Schütz).

An Humor mangelt es nicht

Wenn insgesamt sieben Leute gerne Schotts Mörder herausfinden wollen, ist das keine allzu gute Voraussetzung für einen stringenten Krimi. Allerdings macht sich das Drehbuch zumindest in dieser Beziehung sehr ordentlich: Die Geschichte versorgt sämtliche Stammfiguren mit schön knackigen Dialogen und Verwicklungen: Brockhorst darf sich für Kommissar-Kollegin Springer begeistern, Overbeck sich in Insa Scherzinger vergucken.

Und Merle sich wie Wilsberg in erster Linie für den Mordfall interessieren. Neben der Affäre geht es dabei um einen dubiosen Immobiliendeal und eine weitere Leiche, die aber erst gegen Ende aus dem Inselsand gebuddelt wird. Der Film tut sich jedoch phasenweise schwer, den kriminologischen Teil überzeugend mit seinen komödiantischen Elementen zusammenzufügen. Was vor allem aber daran liegt, dass er schon durch seinen reichlich präsentierten Wortwitz als Komödie wesentlich besser funktioniert.

Die wunderbare Szene in der Lagerhalle

Der Krimi in der Geschichte wartet zwar sogar mit einigen ganz spannenden und gleichzeitig witzigen Momenten auf: Besonders die Sequenz mit Wilsberg und Overbeck in Tiedemanns Halle funktioniert hervorragend. Allerdings gibt es auch Schwächen. Und die beginnen schon damit, dass die Szene mit Schotts Kopf in der Kloschüssel in einem für die Täter fremden Haus sehr unglaubwürdig geraten ist.

Nicht optimal passt auch der zweite Tote, ein extrem unangenehmer Geschäftspartner Tiedemanns: Seine Wirkung bleibt gleich Null, weil er in der Handlung fast gar keine Präsenz zeigt. So kommt am Ende zwar durch die mit sichtlichem Vergnügen agierenden Schauspieler eine ganz ordentliche Komödie heraus. Aber als Krimi gehört "Morderney" nicht zu den Höhepunkten im Universum von "Wilsberg" und "Friesland".

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