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TV-Kritik: "Schlimmer Verdacht": Eine Mutter bekommt Probleme

Anne Kanis verkörpert die interessanteste Figur der neuen "Um Himmels Willen"-Folge: eine Mutter, die möglicherweise ihren Sohn misshandelt.
Schwester Hanna (Janina Hartwig, r.) will Sanina Voss (Anne Kanis, l.) auf die blauen Flecken ihres Sohnes ansprechen Foto: (ARD-Programmdirektion) Schwester Hanna (Janina Hartwig, r.) will Sanina Voss (Anne Kanis, l.) auf die blauen Flecken ihres Sohnes ansprechen

Die neueste Staffel des ARD-Dauerbrenners wartet mit einem Großereignis auf: Ein Filmteam hat sich im Kloster von Kaltenthal eingemietet, um dort einen historischen Mehrteiler zu drehen. Das Gewimmel der Filmleute und die Dreharbeiten sorgen unter den Nonnen für erhebliche Unruhe. Bürgermeister Wolfgang Wöller (Fritz Wepper) erhofft sich indessen nicht nur einen Strom von Besuchern für den Ort, er will auch noch Lena Reben (Anja Kruse), den weiblichen Star des Films, für seine Zwecke einspannen.

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Die Schauspielerin soll das neue Werbegesicht für die Stadt werden. Währenddessen leidet die Gemeinschaft der Klosterschwestern immer noch unter dem Raub eines Autos in der ersten Folge. Und Wöller in seiner Funktion als Bürgermeister bekommt wegen des Kaufs des Klosters zunehmend Ärger, weil die Kassen dadurch geleert sind. Die Oberin des Ordens ist zwar bereit, das Kloster zurückzukaufen, will aber nur zwei Millionen Zahlen – eine Million weniger, als die Gemeinde dafür ausgegeben hat.

Leider wird kein Drama daraus

Als Episodenfiguren kommen noch die alleinerziehende Mutter Sabina Voss (Anne Kanis) und ihr Sohn Benni (Lennox Pötzl) hinzu: Da Benni öfters blaue Flecken am Körper hat, befürchten die Nonnen, Sabina könnte unter Stress ihren Sohn schlagen. Das hat Folgen, weil die Verpflichtung besteht, so etwas zu melden. Diese alltagsnahe Geschichte verleiht als Kontrast zu der Handlung um die Filmcrew der Episode die nötige Erdung.

Die weitreichenden Möglichkeiten dieses Handlungsstrangs zum vielschichtigen Sozialdrama lässt das Drehbuch leider ungenutzt: Sehr schnell klären sich die blauen Flecken am Ende als eine simple Gerinnungsstörung auf. Was besonders deswegen bedauerlich ist, weil Anne Kanis als leicht überforderte, aber liebevolle Mutter einen starken Auftritt bekommt.

Die Geschichte um Wöllers Pläne und den Filmstar Lena Reben bleibt dagegen unter ihren Möglichkeiten. Wöller tritt nicht wie ein ernstzunehmender Geschäftspartner auf – der er als Vermieter des Klosters an das Filmteam sein müsste – sondern fast wie ein verliebter Trottel, was die Figur unnötig peinlich erscheinen lässt. Auch scheint er vieles im Alleingang auszubrüten. Es fehlt an gemeinsamen Szenen mit Mitgliedern des Gemeinderats, die Wöller größere Glaubwürdigkeit verleihen würden.

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