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TV-Kritik: "Vadder, Kutter, Sohn": Sehr entspannt geht es hier zu

Von Ein nichtsnutziger Vater bekommt Besuch von seinem pleitegegangenen Sohn: Ein Motiv, dass die ARD zum Freitagabend schon besser umgesetzt hat.
Lenny (Jonas Nay, re.) hat die Zockerei seines Vaters Knud (Axel Prahl) satt. Foto: ARD Degeto/Georges Pauly Lenny (Jonas Nay, re.) hat die Zockerei seines Vaters Knud (Axel Prahl) satt.
Mitunter nimmt die ARD ihre Zuschauer am Freitagabend mit auf die Reise. Letzte Woche nach Venedig, diesmal, wie der Titel schon verrät, an die Nordsee. Da will man am liebsten selbst durch die Szenerie wandern, am Strand entlang und durchs Watt und die Möwen schreien hören. Und dazwischen in eine der urigen Dorfkneipen abtauchen, auf ein Bier und ein Korn. Oder auch mal ein paar mehr.
 
Aus einer solchen Dorfgemeinschaft kommt auch Lenny Lühr (Jonas Nay). Einst nach Hamburg abgehauen, setzte er dort aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen seinen Friseurladen in den Sand. Nun kommt er wieder nach Hause, aber sein Vater Knud (Axel Prahl) kann ihm keine große Hilfe sein: Der Vadder hält sich mit etwas Krabbenfischerei und Wünschelrutengehen selbst eher schlecht als recht über Wasser und mogelt sich überall so durch.

Zwischen Dünen und Doppelkorn

Ansonsten passiert erst mal nicht viel. Vadder und Sohn treffen sich, fangen ziemlich unvermittelt an zu streiten, es fließen Bier und Korn und nebenher geht es noch um ein Banjo und einen Shanty-Chor, für den Chorleiter Knud eine begehrte Plakette an Land ziehen will. Ein wenig Geplänkel darum, ob man zu diesem Zweck eine Frau in den Chor aufnimmt, dient eher dem Zeitvertreib als der Entwicklung einer richtigen Nebenhandlung.

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So recht will freilich auch die Haupthandlung – die zwischen Vater und Sohn – nicht in die Gänge kommen. Nur ab und zu entstehen mal ein paar Szenen, die ein wenig Spannung entwickeln. Da geht es dann um Knuds wenig vorbildliches Verhalten als Vater, seine kleinen Betrügereien und darum, dass er schon eiskalt die Mutter seines Sohnes betrogen hat. Keine schlechten Ansätze, aber davon hätte der Film noch deutlich mehr vertragen können.  

Vieles erscheint improvisiert

Das Handlungsmotiv des nichtsnutzigen Vaters mit verlorenem Kind ist eigentlich schon fast ein Klassiker. Nur hat die ARD da schon weit bessere Filme daraus entwickelt, etwa "Matthiesens Töchter".  Hier hat der Vater etwa den Sohn nie in Hamburg besucht, weil er mit der Großstadt nichts anfangen konnte. Er hält den Sohn aber lange Zeit für schwul, weil der einen Friseurladen betrieben hat: Das ist schon arg bemüht! Und es verstreicht deshalb auch viel Zeit, bis die Geschichte mal ein wenig Zug entwickelt.
 
Der Film wirkt über weite Strecken, als hätten die Schauspieler ihre Charaktere zugeteilt bekommen und dann daraus ihre Szenen improvisiert. Dass der Film dabei noch halbwegs unterhält, ist im Wesentlichen ein Verdienst von Axel Prahl und Jonas Nay. Besonders Nordlicht Prahl sieht man gerne beim Knorrig-Sein und in sich Hinein-Murmeln zu. Aber auch wenn Prahl mit Nay gut zusammenspielt und es in Nebenrollen Charaktergesichter wie Jan Georg Schütte zu sehen gibt– in der Geschichte wäre wesentlich mehr drin gewesen.
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