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TV-Kritik: "Wut": Der Krimi-Fan hat es nicht einfach hier

Von Die Reihe "Spuren des Bösen" kommt mit einer neuen Folge. Der hohe visuelle Ehrgeiz macht die Geschichte dabei ziemlich sperrig.
Richard Brock (Heino Ferch) besucht seine Tochter Petra (Sabrina Reiter) im Krankenhaus. Bild: ZDF und Petro Domenigg Foto: Petro Domenigg Richard Brock (Heino Ferch) besucht seine Tochter Petra (Sabrina Reiter) im Krankenhaus. Bild: ZDF und Petro Domenigg
Frankfurt. 

Kaum ist der Vorspann vorbei, wird Richard Brock (Heino Ferch) durch ein Polizeikommando aus dem Bett geholt. Manfred Reiser (Tobias Moretti), ein Polizist und Bezirksinspektor, soll seinen Sohn erschlagen, die Leiche aufgebahrt und anschließend das Feuer auf andere Polizisten eröffnet haben. Ein Kollege kam dabei ums Leben. Jetzt befindet der mutmaßliche Mörder sich auf der Flucht. Aber warum hat er versucht, Richard Brock anzurufen, der ihn zuvor gar nicht kannte?

Krimi verpasst? Hier gibt's ihn in der ZDF-Mediathek

Dieser Anruf, den Brock verschlief, hat auch die Polizei veranlasst, bei Brock nach ihm zu suchen. Nicht nur Dienststellenleiter Gerhard Mesek (Jürgen Maurer) sucht nach den Hintergründen, weswegen er Brock bei seinen Ermittlungen wieder hinzuzieht. Und Richard Brock versucht nicht nur, die Persönlichkeit Reisers zu ergründen, sondern auch herauszufinden, warum seine Tochter  Petra (Sabrina Reiter) eine Panikattacke erlitten hat.

Verbindung zu einem alten Fall

Er sucht Stefan Merz (Erwin Steinhauer) im Gefängnis auf: Der verurteilte Mörder hat sieben Jahre  im Fall SANDAG Brocks Tochter angeschossen. Auch Reisers Flucht könnte damit in Verbindung stehen. Und Brocks ahnt noch nicht einmal, in welches Wespennest aus Korruption bei der Polizei er bald stößt und wie gefährlich die Situation für ihn selbst sich entwickelt.

Die ZDF-Krimi-Reihe "Spuren des Bösen" zeigte sich in ihren Episoden mitunter schon ein wenig wie die Hauptfigur Richard Brock: Muffelig, abweisend, verschlossen. Die Düsternis, die sich wie ein schwarzer Vorhang um die bisher sechs Folgen legte, zeigt sich nicht als die anheimelnde Dunkelheit klassischer Gruselfilme etwa aus der Hammer-Schmiede, sondern immer als etwas Abweisendes: Eine Dunkelheit, die Brock einschließt, den Zuschauer aber ausschließt.

Visueller Überehrgeiz

Was der Reihe etwas Schillerndes verleiht, dem Zuschauer aber auch bisweilen den Zugang zu Brock und den anderen Figuren versperrt. In "Wut" treiben Martin Ambrosch (Drehbuch) und  Andreas Prochaska (Regie) dieses Konzept vor allem optisch auf die Spitze. Was dem Film nicht eben zum Vorteil gereicht. Das Schattenhafte, Düster-Stilisierte der Reihe, in früheren Folgen zwar präsent, aber nicht überbetont, hat sich in der siebten Folge "Wut" verselbständigt.

Oft hat man das Gefühl, Kameramann Thomas Kürzl wollte vor allen vorführen, wie viele Schattierungen aus Schwarz mit Dunkelgrau und Graublau er hier vorführen kann.  Was am Anfang zwar noch beeindruckt, mit zunehmender Dauer aber doch schon etwas anstrengt. Als Thriller will "Wut" darum nicht zünden.

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