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TV-Kritik: ZDF-Krimireihe: Ein Professor als Sex-Maniac

Von Die ZDF-Krimireihe "Stralsund" glänzt in ihrer neuesten Episode durch einen besonders unheimlichen Täter. Und eine Gastrolle zeigt sich als Schwachpunkt und Stärke des Films zugleich.
Der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule Stralsund, Moritz Fink (Rick Okon), beschimpft den Uni-Professor (Johann von Bülow). Foto: Gordon Timpen Der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule Stralsund, Moritz Fink (Rick Okon), beschimpft den Uni-Professor (Johann von Bülow).

Wie macht der Mann das nur? Uni-Professor Oliver Lauder (Johann von Bülow) hatte und hat nicht nur dutzendweise Affären mit jungen Studentinnen: Er schaffte es auch, das Herz von Caroline Seibert (Therese Hämer) zu gewinnen, der neuen Chefin des "Stralsund"-Teams. Was es Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) nicht gerade leichter macht, gerät doch auch Lauder ins Visier, nachdem eine Studentin ermordet aufgefunden wird.

Die Tote hatte nach Auskunft ihres Freundes Moritz Fink (Rick Okon) das Gefühl, von jemandem verfolgt zu werden. Wie auch Maren Leiser (Judith Neumann), eine Freundin der Toten, und die junge Polizistin Petra Degenhardt (Picco von Groote). Die Frauen berichten von morgendlicher Übelkeit nach dem Erwachen. Und Kommissar Karl Hidde (Alexander Held) vermutet, es könnte mit K.o.-Tropfen zu tun haben.

Der Mann in Schwarz

Ein Täter also, der seine Opfer im Schlaf betäubt, um sie ungestört fotografieren zu können. Was die mittlerweile 12. Episode der "Stralsund"-Reihe im ZDF zu einigen ziemlich spannenden Szenen nutzt. Überhaupt spielt die Geschichte sehr überzeugend mit dem Motiv der gestörten Intimität in den eigenen vier Wänden und der Schutzlosigkeit der betäubten Frauen, an denen sich eine dunkel maskierte Gestalt zu schaffen macht.

Besonders stark entwickelt sich der Krimi, wenn kurz hintereinander zwei Frauen in ihren Wohnungen attackiert werden: Michael Schneider führte nach dem Drehbuch von Martin Eigler, einem Veteranen der "Stralsund"-Reihe, bemerkenswert effektsicher Regie, was sich gerade in diesen von Kameramann Andreas Zickgraf ausgezeichnet fotografierten Szenen niederschlägt. Dazu bewies Schneider ein gutes Händchen in der Auswahl der Schauspieler.

"Tatort"-Täter überzeugt auch hier

Speziell Rick Okon, der sich schon im herausragenden Kölner "Tatort"-Beitrag "Kartenhaus" als besonders tragischer Täter profilieren konnte, kann auch hier wieder glänzen. Deswegen kann "Das Phantom" seine Spannung auch bis zum Schluss gut halten. Ein klein wenig schwächelt die Geschichte zwar bei Oliver Lauder: Das sich Lauder sich trotz allseits bekannter Affären mit Studentinnen problemlos auf seiner Stelle als Professor halten kann, wirkt nämlich nicht eben glaubwürdig.

Johannes von Bülow kann in der Rolle aber trotzdem punkten. Und Lauder sorgt gerade am Ende auch noch für ein paar besonders fesselnde Momente, wenn seine Freundin beim Verhör einige pikante Details mithört. In den letzten Szenen deutet sich zudem an, dass Caroline Seibert planen dürfte, Nina Petersen ab jetzt das Ermittlerleben richtig schwer zu machen. Auch in künftigen "Stralsund"-Episoden wird sich darum das Einschalten lohnen.

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