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Gewalt in der häuslichen Pflege kennt fast jeder Zweite

Die Pflege eines Angehörigen bringt Menschen schnell an ihr Limit. Was folgt, ist nicht nur eine totale Erschöpfung, sondern auch aggressives Verhalten gegenüber dem Bedürftigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie.
Wer einen Menschen pflegt, trägt eine große Belastung. Bei vielen schlägt der Druck manchmal auch in psychische oder sogar physische Gewalt um. Foto: Jens Kalaene Wer einen Menschen pflegt, trägt eine große Belastung. Bei vielen schlägt der Druck manchmal auch in psychische oder sogar physische Gewalt um.
Berlin. 

Häusliche Pflege braucht Zeit, Geduld und Kraft. Oft liegen die Nerven auf beiden Seiten blank - bei Pflegenden und Patienten. Dass belastende Konflikte schnell zu Gewalt führen können, zeigt eine aktuelle Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP):

Demnach waren 45 Prozent der rund 1000 befragten Pflegenden bereits mit psychischer Gewalt wie Anschreien, Beleidigen oder Einschüchtern konfrontiert. 11 Prozent erlebten sogar körperliche Übergriffe wie grobes Anfassen, Kratzen, Kneifen oder Schlagen.

Auf der anderen Seite sieht es kaum besser aus: 40 Prozent der Befragten gaben zu, in den vergangenen sechs Monaten gegenüber den Pflegebedürftigen mindestens schon einmal absichtlich gewaltsam gehandelt zu haben.

Für pflegende Angehörige ist es deshalb wichtig, dass sie negative Gefühle bei sich erkennen können und lernen, mit diesen umzugehen. Hinweise, wie man mit Wut, Aggression oder herausforderndem Verhalten umgehen und Gewalt vorbeugen kann, gibt es bei guten Pflegeschulungen oder Pflegeberatungen. Auf Beratung und Schulung haben pflegende Angehörige einen kostenlosen Rechtsanspruch.

Das ZQP befragte im April und Mai 2018 rund 1000 Personen in Deutschland zwischen 40 und 85 Jahren, die in ihrem privaten Umfeld seit mindestens sechs Monaten und mindestens einmal pro Woche jemanden pflegen.

(dpa)
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