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Was gute Finanzberatung ausmacht

Finanzberater kümmern sich ums Geld. Allerdings machen sie das nicht kostenlos. Anleger sollten also auf gute Berater setzen. Die lassen sich oft relativ schnell erkennen.
Ein seriöser Finanzberater stellt viele Fragen. Dabei geht es erst einmal nur um die Ziele des Anlegers und nicht um die Produkte. Foto: Christin Klose/dpa Ein seriöser Finanzberater stellt viele Fragen. Dabei geht es erst einmal nur um die Ziele des Anlegers und nicht um die Produkte. Foto: Christin Klose/dpa
Bremen. 

Niedrige Zinsen machen die Suche nach Rendite nicht einfach. Erschwerend kommt hinzu: Bei den unzähligen Finanzprodukten verlieren Verbraucher schnell den Überblick. Viele setzen daher auf Finanzberater.

Doch was macht einen guten Finanzberater aus? Und wie viel darf gute Finanzberatung kosten? „Ein seriöser Vermögensberater fällt durch seine vielen Fragen auf, die er Kunden zu relevanten Versicherungs- und Vermögensverhältnissen stellt”, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Im ersten Gespräch geht es daher idealerweise erst einmal vor allem um den Anleger selbst, und nicht so sehr um die Produkte.

Neben den persönlichen Anlagezielen sollte ein Berater auch die finanzielle Gesamtsituation und die Risikobereitschaft erfragen. „Wenn dann noch die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt, ist man auf eine guten Weg”, sagt Frank Wieser von PMP Vermögensmanagement.

Anlageberater brauchen laut dem Kreditwesengesetz (KWG) eine Zulassung. Sie werden dann durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. „Dies gilt automatisch für sämtliche Mitglieder des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter”, sagt Andreas Schyra von der Vermögensverwaltung PVV. Daneben existieren aber auch Finanzvermittler, die keine KWG-Lizenz brauchen. Sie unterliegen der Gewerbeordnung.

Wer eine Finanzberatung in Anspruch nimmt, muss mit Kosten rechnen. „Kostenlose Beratung gibt es nicht, sie muss finanziert werden”, sagt Oelmann. Bei Banken und Vermittlern geschehe dies meist in Form von Provisionen und Margen, die in den Produkten stecken.

Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie MiFID II muss der Kunde aber künftig im Vorfeld sowie im Nachgang eine verständliche Darstellung sämtlicher Kosten in Bezug auf die Wertpapierdienstleistungen erhalten. Die Regelungen gelten voraussichtlich von 2018 an.

Die Kosten in der Anlageberatung hängen laut Schyra grundsätzlich von den Produkten ab. Es werden zum Beispiel zusätzlich zur Provision Depotgebühren und Transaktionskosten fällig. „In diesem Zusammenhang sind Aktien und Anleihen die günstigste Produktkategorie, da sie keine Produktkosten aufweisen”, so Schyra.

Bei aktiv gemanagten Fonds könne zum Beispiel mit jährlichen Kosten von etwa 1,0 bis 2,5 Prozent der Anlage gerechnet werden. Allgemein könne aber von Kosten zwischen 0,6 und etwa 1,2 Prozent, je nach Beratungsumfang, für die Vermögensverwaltung ausgegangen werden.

Viele Kosten werden laut Oelmann gleich zu Anfang von den ersten Beiträgen kassiert und finanzieren die Beratung des Vermittlers, Finanzberaters oder der Bankfiliale. Hinzu kommen noch jährliche Verwaltungskosten und Bestandsprovisionen.

Wer in teure Finanzprodukte investiert, rechnet oftmals damit, dass diese erfolgversprechender sind. Aber: „Kosten sind immer Renditefresser”, sagt Oelmann. Verbraucher sollten deshalb immer versuchen, die Kosten so gering wie möglich zu halten. „Gerade gute und komplexe Produkte haben ihren Preis”, erklärt aber Wieser.

Jedoch bedeuten höhere Preise nicht automatisch, dass auch die Rendite zufriedenstellend ist. Anlegern, die einfach und günstig investieren wollen, rät Wieser grundsätzlich zu börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs.

Auch Schyra sieht Vorteile in der ETF-Fondanlage: „Passive Depotbestandteile, wie zum Beispiel ETFs, sind in der Regel etwas günstiger, da kein Manager bezahlt werden muss.” Diese ließen sich auch als Ergänzung von Aktien und Anleihen einsetzen.

„Nicht jeder Verbraucher kann alle Feinheiten eines Finanzprodukts verstehen, aber sich ein gutes Bild von Unterschieden einzelner Produkte machen”, sagt Oelmann. Wichtig deshalb: mehrere Angebote einholen und die Preise vergleichen.

Generell gelte, dass Kunden die Finger von Produkten oder Ratschlägen lassen sollten, die sie nicht innerhalb von ein bis zwei Minuten verstanden haben, sagt Wieser. Die Vorabinformation über die Produkte bietet aber auch einen zusätzlichen Vorteil für den Anbieter: „Berater schätzen es, wenn sie auf informierte Kunden treffen.” So könne sofort auf fachlich gutem Niveau eine Beratung stattfinden, und es müsse zum Beispiel nicht erst der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen erklärt werden.

(Von Benedikt Frank, dpa)
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