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Welche Bedeutung die 200-Tage-Linie hat

An den Börsen geht es derzeit kräftig auf und ab. Manche Experten schauen jetzt verstärkt auf technische Indikatoren wie die 200-Tage-Linie. Aber welche Aussagekraft hat das?
An der Börse geht es auf und ab. Manche Investoren suchen daher nach technischen Indikatoren, anhand derer sie Entscheidungen für Käufe und Verkäufe treffen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn An der Börse geht es auf und ab. Manche Investoren suchen daher nach technischen Indikatoren, anhand derer sie Entscheidungen für Käufe und Verkäufe treffen.
Düsseldorf. 

Wie entwickeln sich die Kurse? Für Anleger, die ihr Geld an der Börse investieren, ist das die entscheidende Frage.

Zwar kann niemand die Entwicklung voraussagen. Charttechniker versuchen aber, aus dem bisherigen Kursverlauf wichtige Informationen herauszufiltern. Einer der Indikatoren, die dabei verwendet werden, ist die sogenannte 200-Tage-Linie. Sollten sich auch Kleinanleger daran orientieren? Wichtige Fragen und Antworten:

Was ist die 200-Tage-Linie?

Dieser Indikator wird ermittelt, indem für jeden Tag ein Mittelwert der Schlusskurse der vergangenen 200 Handelstage berechnet wird. „Die 200-Tage-Linie bildet einen gleitenden Durchschnittskurs der letzten 200 Handelstage an der Börse ab”, erklärt Lothar Koch von der GSAM + Spee Asset Management AG in Düsseldorf. „An dieser Linie kann gut eine langfristige Marktentwicklung von Aktien oder Indizes abgelesen werden.”

Welche Bedeutung hat dieser Indikator?

Mit Hilfe dieser Linie suchen Experten nach Kauf- beziehungsweise Verkaufssignalen. „Schneidet der Kurs einer Aktie oder eines Index die 200-Tage-Linie von oben nach unten, ist das ein Verkaufssignal”, erklärt Koch. „Das kann Anleger zum Beispiel vor Verlusten bewahren.” Umgekehrt bewerten Experten es als Zeichen für einen Kauf, wenn der Kurs die Linie von unten nach oben durchbricht. „Die Signale sind recht leicht zu verstehen.”

Ist die 200-Tage-Linie auch für Kleinanleger wichtig?

„Die 200-Tage-Linie ist ein einfaches technisches Analyseinstrument, an dem sich auch Kleinanleger durchaus orientieren können”, sagt Koch. „Allerdings ist es nur ein Instrument von vielen.” Anleger sollten immer auch andere Faktoren wie zum Beispiel ihren Anlagehorizont bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.

Aus Sicht von Niels Nauhauser ist die Aussagekraft dieses Indikatores begrenzt: „Es gibt keine empirischen Beweise, dass das in der Praxis tatsächlich immer verlässlich funktioniert”, sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Der Indikator ist nicht stabil.”

Wichtig für Anleger zu bedenken: „Jeder Kauf und Verkauf verursacht Kosten, die zulasten der Rendite geht.” Für langfristig orientierte Anleger sei die Buy-and-Hold-Strategie - also Kaufen und Halten - daher oft besser. Denn über mehrere Jahrzehnte machten breit investierte Aktionäre in der Regel immer Plus - selbst wenn es zwischenzeitlich zu größeren Kursverlusten komme.

(Von Falk Zielke, dpa)
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