Resilienz: So trainiert man die eigene Widerstandskraft

Manche Menschen wirft nichts aus der Bahn. Von Natur aus gegeben ist das nicht. Wer sich also bei Krisen am liebsten tot stellt und so nicht weiterkommt, sollte sich ein paar Strategien für die eigene psychische Widerstandskraft aneignen.
Manche Menschen stecken Verluste und Krisen besser weg. Auch andere können das lernen. Foto: Jens Kalaene/dpa Manche Menschen stecken Verluste und Krisen besser weg. Auch andere können das lernen.
Stein bei Nürnberg. 

Es gibt Menschen, an denen anscheinend alles abprallt, denen Schicksalsschläge wenig anhaben, die quasi immun scheinen gegen depressive Verstimmungen. Wie machen die das?

Das Zauberwort heißt Resilienz - eine Fähigkeit, die zu rund 50 Prozent angeboren, aber zu 50 Prozent auch trainierbar ist, wie Resilienz-Expertin Prof. Jutta Heller erläutert. Auch wenn es so wirken mag, prallt an resilienten Menschen allerdings nicht einfach alles ab. Der erste Schritt zu mehr psychischer Widerstandskraft ist nämlich Akzeptanz, betont sie.

„Zunächst mal gilt es anzuerkennen: Krisen sind etwas ganz Normales.” Erst dann kann man schauen, welche Optionen man hat. Die natürlichen Reflexe des Menschen auf belastende Situationen sind: weglaufen, sich tot stellen oder kämpfen. Resiliente Menschen sind dazu in der Lage, die Probleme stattdessen konstruktiv anzugehen. „Sie geraten also nicht seltener in Krisen, sondern meistern diese leichter”, sagt die Expertin.

Entscheidend dafür ist eine gesunde Portion Optimismus. „Positive Gedanken und Resilienz hängen eng zusammen.” Heller empfiehlt deshalb ein Glückstagebuch zu führen und darin jeden Tag drei Dinge zu notieren, die einen gefreut haben. „Außerdem schreibt man auf, was man selbst dazu beigetragen hat.” Das können auch eher banale Dinge sein wie eine Tasse Kaffee, die man sich ganz in Ruhe nach einem stressigen Morgen gegönnt hat.

Mit der Zeit lernt man so, den Blick eher auf das Positive zu richten. Ideal ist ein Gefühlsverhältnis von drei positiven Gefühlen zu einem negativen Gefühl. Aber auch ein Verhältnis von zwei zu eins erhöht bereits die eigene Resilienz. Dabei handelt es sich übrigens grundsätzlich nicht um etwas Beständiges, sondern eine Fähigkeit, an der jeder ständig arbeiten muss.

(dpa)
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