Warum Wattestäbchen fürs Ohr tabu sind

Wattestäbchen werden in einigen Haushalten dazu genutzt, um den Schmalz aus den Ohren zu holen. Aber darauf sollte man aus bestimmten Gründen besser verzichten.
Wattestäbchen steckt man besser nicht ins Ohr. Foto: Hans Wiedl Wattestäbchen steckt man besser nicht ins Ohr.
Berlin. 

Er sieht bräunlich und ein bisschen ekelig aus. Deswegen wollen viele Menschen ihren Ohrenschmalz gerne loswerden. Ihm mit Wattestäbchen zu Leibe zu rücken, ist aber keine gute Idee.

Was er kann?

Ohrenschmalz schützt den Gehörgang. Die Talgdrüsen auf der Haut produzieren dieses Gemisch aus Fetten, um den pH-Wert der Haut niedrig zu halten. So können Keime schlechter überleben. Außerdem fängt die Schutzschicht winzige Fremdkörper ab, die im Ohr nichts zu suchen haben. Mit mangelnder Hygiene hat der Schmalz im Ohr also nichts zu tun. Braun wird er nur, wenn er mit Luft in Kontakt kommt.

Was also tun?

Auf keinen Fall versuchen, den Schmalz mit Wattestäbchen aus dem Ohr zu holen. „Das funktioniert nicht”, sagt Steffen Knopke, Oberarzt an der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Berliner Charité. „Man muss sich das vorstellen wie bei einer Toilette und der Toilettenbürste”, erklärt er. Mit dem Stäbchen drückt man den Schmalz nur noch weiter ins Ohr hinein. Knopke rät, nach dem Duschen mit einem Tuch zu entfernen, was sich direkt in der Ohrmuschel angesammelt hat. Ansonsten gilt: Nur wenn der Schmalz das Ohr verstopft, muss er raus. Das Entfernen übernimmt dann aber ein Arzt.

(dpa)
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