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Wie man verirrten Eichhörnchen hilft

Nicht anfassen, sonst nimmt die Mutter sie nicht mehr an - das hört man oft, wenn es um Wildtiere geht. Hilfsbedürftige Eichhörnchen kann man aber bedenkenlos aufnehmen. Und am besten mit einer Wärmflasche und Wasser-Honig-Lösung versorgen.
Schutzlose Eichhörnchen-Babys brauchen eine schnelle Erstversorgung. Foto: Bernd Settnik Schutzlose Eichhörnchen-Babys brauchen eine schnelle Erstversorgung.
München. 

Sie fallen aus Nestern oder verlieren Mutter und Geschwister beim Spielen: Alleingelassene Eichhörnchen-Babys laufen orientierungslos durch die Gegend und klettern sogar an Hosenbeinen fremder Menschen hoch.

Meist sind die Eichhörnchen vier bis sechs Wochen alt, wenn sie gefunden werden. Sie sehen aus wie erwachsene Eichhörnchen im Mini-Format und sind bereits agil, doch sie brauchen dennoch Hilfe.

Wer eines findet, soll bloß keine Scheu haben, es anzufassen, sagt Tierärztin Viviana Munoz Schmieder vom Verein Eichhörnchen Schutz in München. Egal ob fuchsfarben oder dunkelbraun, alle Jungtiere bräuchten Hilfe. Dass die dunkeln Eichhörnchen hierzulande eine Plage sind, sei eine Mär. Es handle sich lediglich um eine Farbvariation.

Bei Aufnahme eines Jungtieres ist das Wichtigste zunächst einmal Wärme. Dafür legt man den Fundtieren am besten eine in ein Handtuch gewickelte und nicht zu heiße Wärmflasche in einen Karton. Entkräfteten Tieren hilft außerdem eine Wasser-Hönig-Lösung. Diese am besten mit einer Pipette oder einem Löffel vorsichtig ins Maul träufeln. Kuhmilch dagegen ist nicht geeignet.

Nach der Erstversorgung sollten Finder sich zügig an eine Beratungsstelle wenden. Der Verein Eichhörnchen Schutz ist rund um die Uhr unter der Nummer 0176 55 37 68 64 erreichbar und vermittelt auch Pflegestellen.

Ein spezieller Fall ist es, wenn man zuhause beim Aufräumen des Balkons zufällig ein Nest mit noch sehr kleinen Eichhörnchen findet. Dann sollte man ein paar Stunden beobachten, ob die Mutter wiederkommt und sich noch um die Babys kümmert. Ist dies nicht der Fall, ist sie eventuell zu Schaden gekommen, dann sollte man sich auch um diese Fundtiere kümmern.

(dpa)
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