Haushalte mussten in diesem Winter weniger heizen

Im Februar wurde es in Deutschland noch einmal richtig kalt. Die Verbraucher in Deutschland drehten ihre Heizungen auf. Trotzdem haben sie weniger Energie benötigt als während der vergangenen Heizperiode - und sparen somit Geld.
Die Heizkostenabrechnung dürfte nach diesem Winter nicht so hoch ausfallen. Foto: Jens Büttner Die Heizkostenabrechnung dürfte nach diesem Winter nicht so hoch ausfallen.
Heidelberg. 

Die Haushalte in Deutschland haben in diesem Winter von einer insgesamt milden Witterung profitiert. Weil vor allem die Monate Oktober und Januar wärmer als in anderen Jahren waren, ging der Bedarf an Heizenergie um drei Prozent zurück, teilte das Verbraucherportal Verivox mit.

Das Konkurrenzportal Check24 aus München, das mit etwas anderen Daten und Zeitintervallen rechnet, kommt sogar auf einen Rückgang von sieben Prozent. Der Verbrauch kann regional stark schwanken, je nachdem wo sich Kaltfronten festsetzen. Zudem ist die Heizperiode noch nicht zu Ende und es können noch kalte Tage kommen.

Rund die Hälfte der mehr als 41 Millionen Wohnungen in Deutschland wird mit Erdgas geheizt. Wer in einer solchen Wohnung lebt, egal ob als Mieter oder Eigentümer, kann sich doppelt freuen: Zu dem geringeren Verbrauch kommen günstigere Preise. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas ist innerhalb von zwölf Monaten um 4,1 Prozent gesunken und erreichte vor wenigen Tagen mit 5,6 Cent je Kilowattstunde den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren.

Der Preisrutsch und der Einfluss der Witterung lassen für Gas-Kunden einen Rückgang der Heizkosten von fünf Prozent (Verivox) oder sogar neun Prozent (Check24) erwarten. Auch das kann aber stark schwanken, je nach Regionalklima, der Bauweise des Hauses, der Effizienz der Heizungsanlage und dem individuellen Heizverhalten.

Anders ist die Lage beim Heizöl, mit dem rund ein Viertel aller Wohnungen beheizt werden. Hier lag der Preis durchgängig über dem Vorjahr und zog in den Wintermonaten nochmals an. Gegenwärtig bewegt sich Heizöl bei rund 64 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer) - so hoch wie zuletzt im ersten Halbjahr 2015. Folge: Die eingesparte Energie macht sich auf dem Konto der Verbraucher kaum oder gar nicht bemerkbar, sofern sie mit Öl heizen. Die Experten von Check 24 kommen immerhin noch auf eine Einsparung von zwei Prozent für Heizöl-Kunden, während Verivox mit Mehrkosten von rund fünf Prozent rechnet.

Gas ist damit bei gleichem Energieinhalt wieder der klar günstigere Brennstoff. Ein Vier-Personen-Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden gibt im Jahr 885 Euro für Brennstoff aus, wenn er mit Gas heizt, aber 951 Euro bei einer Ölheizung. Das war bis vor wenigen Jahren noch anders und kann sich im laufenden Jahr wieder ändern, weil Energiepreise stark schwanken.

„Es gab schon frostigere Zeiten für Verbraucher, sowohl was den Heizbedarf angeht, als auch die Energiekosten”, sagte Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. Es liege auch an den Verbrauchern, günstige Gastarife auszunutzen. Zwischen der örtlichen Grundversorgung und dem günstigsten Tarif klaffe eine Lücke von bis zu 70 Prozent. Die Verbraucherportale beobachten die Energiemärkte, um ihre Kunden zum Wechsel eines Energieanbieters zu bewegen.

(Von Eckart Gienke, dpa)
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