Eisdielen wetteifern um die besten Sorten

Es muss nicht immer Nuss sein. Die deutschen Eisdielen sind erfinderisch, wie ein Festival nahe Berlin zeigen will.
Wer kreiert die beste Eissorte? Beim Gelato Festival in Wustermark wird der Champion unter den Eismachern gekürt. Foto: Maurizio Gambarini Wer kreiert die beste Eissorte? Beim Gelato Festival in Wustermark wird der Champion unter den Eismachern gekürt.
Berlin. 

Ob Waffel oder Becher - Deutschland ist ein Eisland. Bundesweit gibt es nach Branchenangaben rund 9000 Eisdielen. Darunter sind ein Drittel Betriebe, die Selbstgemachtes verkaufen.

Die Eismeister zieht es am Freitag und am Samstag (1. und 2. Juni) in die Nähe von Berlin. Dort wird unter 16 Eisdielen von Publikum und Fachjury der deutsche Champion gekürt, der 2021 mit der deutschen Auswahl zu den World Masters nach Florenz fährt.

Bei dem „Gelato Festival Europa” in Wustermark kann man ungewöhnliche Sorten testen: etwa Avocado-Physalis-Sorbet oder eine Kreation, die nach Butter, Brot und Marmelade schmeckt. Festivalsprecherin Annalisa Carnio erklärt im Interview, worauf es bei einem guten Eis ankommt.

Wie war die Eisdielen-Saison bisher?

Annalisa Carnio: Im Moment sehr gut, aber die Saison ist später gestartet. Der Winter war lang, auch regnerisch bis Ende April. Und dann war es auf einmal Sommer.

Sind die Deutschen noch verrückter auf Eis als andere Nationen in Europa?

Carnio: Die Deutschen sind große Eisliebhaber - und das freut uns auch. Aber sie sind da nicht die Ersten. Die Skandinavier essen am meisten Eis, dann kommen die Deutschen und die Italiener, dann die Spanier und die Franzosen.

Warum gibt es eigentlich so einen Wettbewerb - ist beim Eis nicht schon alles probiert?

Carnio: Beim Wettbewerb geht es nicht nur um neue Kreationen, es geht im Grunde auch um die Botschaft: Was ist handwerkliches Eis, was ist dieser Beruf? Wie erklärt man eine Eissorte?

Gibt es sehr viele Pfuscher, die denken, sie könnten Eis machen und es schmeckt furchtbar?

Carnio: Das kann ich nicht sagen. Ich achte immer auch darauf, nur gutes Eis zu essen, manchmal nur eine Kugel, aber perfekt und mit frischen Zutaten.

Was macht für Sie ein gutes Eis aus?

Carnio: Es muss nicht viel sein und an der Zunge kleben. Der Geschmack muss sich im Mund durch die Körpertemperatur schön entfalten. Und nach einer Kugel dann die Lust: Ah, das könnte ich weiter essen. Das ist für mich ein Zeichen für gutes Eis.

Zur Person: Annalisa Carnio (59) ist Sprecherin der Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis). Die gebürtige Italienerin hat dieses Jahr auch schon die Eissorte des Jahres erklärt: „German Black Forest”, in Anlehnung an die Schwarzwälder Kirschtorte. Sie selbst mag Joghurt und Haselnuss.

(Interview: Caroline Bock, dpa)
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