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Australien Football: Besonderes Glück gefunden

Von Vom Amateurfußballer zum Nationalspieler im Australian Football: Der Wechsel innerhalb des vielfältigen Genres war für Martin Krichler nicht nur aus sportlicher Hinsicht ein voller Erfolg.
Er weiß, wie man Gegenspielern entwischt: Nationalakteur Martin Krichler (rechts) in Diensten der Frankfurt Redbacks. Er weiß, wie man Gegenspielern entwischt: Nationalakteur Martin Krichler (rechts) in Diensten der Frankfurt Redbacks.
Frankfurt. 

Als Martin Krichler vor vier Jahren nach Frankfurt kam und sich den Redbacks anschloss, konnte es nur noch aufwärts gehen mit dem Club. Erstmals nahm das Gründungsmitglied der Australian Football League Germany (AFLG) nicht am Spielbetrieb teil, das war ein herber Rückschlag für den Verein und die Sportart in Deutschland im Allgemeinen, hält sich doch das Interesse hierzulande in einem überschaubaren Rahmen.

Doch seitdem geht es mit den „Giftspinnen“ aus dem Ostpark wieder aufwärts, woran der drahtige 35-Jährige spürbaren Anteil hat. Dank einer furiosen Aufholjagd erreichten die Redbacks vergangenes Jahr sogar das Halbfinale, und auch in dieser Saison liegt das Team auf Kurs – trotz der klaren Niederlage gegen den alten Rivalen Munich Kangaroos (siehe nebenstehenden Text). „Die Halbfinalteilnahme ist ein realistisches Ziel“, hält Krichler die Mannschaft für stark genug, den vierten Rang in der AFLG zu verteidigen.

An eine Qualifikation fürs Endspiel verschwendet er freilich keinen Gedanken, dafür präsentierten sich die Kontrahenten aus Hamburg und München als zu leistungsstark; auf einen der beiden würde Frankfurt im Halbfinale wohl treffen, wenn es bei der aktuellen Platzierung bleibt.

Vor über sechs Jahren hatte Martin Krichler seine neue sportliche Leidenschaft entdeckt. Vorbelastet war er gewissermaßen schon, hatte er doch 2007 ein Praktikum in Melbourne absolviert, der Hochburg im Australian Football, auch Footy genannt. Damals spielte der in Sofia geborene und in Chemnitz aufgewachsene Athlet noch die klassische englische Variante des Fußballspiels. „Während meiner Studienzeit in Dresden wollte ich etwas Neues ausprobieren, und das hat sehr gut geklappt. Ich wurde reingesaugt in den Sport“, sagt Krichler. Insbesondere wegen des ausgeprägten Gemeinschaftsgefühls.

„Das war beim traditionellen Fußball nicht der Fall“, betont er. Das sehr körperbetonte Spiel kommt ihm, auch wenn er nicht die Masse mitbringt, gelegen. Die Auseinandersetzung scheut er nicht, doch eines gilt: „Was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz.“ Soll bedeuten, dass jeder sich nach dem Abpfiff die Hand geben kann. „Man ist mit jedem Kumpel, es ist eine Community.“

Ein Wolf nach Frankfurt

Nach zwei Jahren in Dresden bei den dortigen Wolves, den Wölfen, zog es Krichler aus beruflichen Gründen nach Frankfurt. Und bei den Redbacks avancierte der Sachse zum Leistungsträger und Nationalspieler. Letzteres sei „keine Glanzleistung“ gewesen, gebe es doch kaum mehr als hundert Deutsche, die in der AFLG spielen, sagt der Halfback (defensives Mittelfeld/offensiver Abwehrriegel).

Inzwischen arbeitet Krichler in Würzburg, für Frankfurt ist er freilich weiter am Ball. „Einige Strapazen“ nimmt er für den Sport in Kauf, einmal in der Woche versucht er zum Training zu kommen in den Ostpark.

Von dort aus führte der Weg auch zur Amateurweltmeisterschaft, die vor einem Jahr in Melbourne stattfand. Bei seiner Rückkehr in die australische Metropole belegte Krichler mit dem Nationalteam den zweiten Platz. Dieses Jahr steht die (Kleinfeld-)Europameisterschaft auf dem Programm, und zwar Mitte Oktober im südirischen Cork. „Das Ziel der Mannschaft ist, einen Medaillenplatz zu belegen nach mehrmals Rang fünf in den vergangenen Jahren. Und mein persönliches Ziel ist es natürlich, es in die Auswahl zu schaffen“, sagt Martin Krichler.

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