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Rugby: Deutsches Nationalteam versucht mit zwei Frankfurtern in Rumänien zu bestehen

Der deutsche Rugbysport steckt weiter in schweren Turbulenzen. Vor dem EM-Spiel in Rumänien trat Verbandspräsident Blank zurück. Und das DRV-Team muss ohne die Profis auskommen, die Milliardär Wild finanziert.
Spielt für Deutschland: der „80er“ Senzo Ngubane. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Spielt für Deutschland: der „80er“ Senzo Ngubane.
Frankfurt. 

Es ist eine Reise ins Ungewisse. Die Vorzeichen stehen jedenfalls schlecht, dass die deutsche Rugbynationalmannschaft in den nächsten sechs Wochen die Grundlage schafft, sich erstmals für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Selbst das Minimalziel Klassenerhalt in der Europe Championship, der Spielklasse unterhalb der Six Nations, ist nach der aktuellen Entwicklung in Gefahr. Denn für die fünf EM-Partien bis Mitte März stehen keine Spieler zur Verfügung, die bei Milliardär, Unternehmer und Rugbyliebhaber Hans-Peter Wild über die Gesellschaft zur Förderung des deutschen Rugby-Sports (GFR) angestellt sind (lesen dazu auch den Text im Sportteil auf Seite 34). Heute trifft die Auswahl des Deutschen Rugby-Verbands (DRV) in Cluj (Klausenburg) auf Rumänien, den Weltranglisten-15. Im Kader Deutschlands (WR-27.) stehen in Mark Sztyndera und Senzo Ngubane auch zwei Akteure des Bundesligisten SC 80 Frankfurt.

Der Konflikt zwischen dem DRV und Wild, der bis September den Verband über seine Rugby-Akademie (WRA) und die GFR unterstützt hatte, erfuhr vor der Abreise nach Siebenbürgen nach dem November-Spielerstreik einen weiteren negativen Höhepunkt. Klaus Blank trat mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück, der Hauptgrund dafür ist besorgniserregend. „Das Votum des ADRT und viele persönlichen Gespräche haben mich eigentlich darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und nicht aufzugeben. Nach den Vorkommnissen der letzten Wochen, insbesondere nach den anonymen telefonischen Bedrohungen, ist nun für mich persönlich allerdings das Ende des Weges erreicht“, begründete er seine Entscheidung.

Beim Außerordentlichen Deutschen Rugby-Tag (ADRT) im Januar in Hannover hatte die große Mehrheit der Delegierten dem amtierenden Präsidium den Rücken gestärkt. Bis zum nächsten Deutschen Rugby-Tag im Juli werden Blanks Aufgaben von den verbliebenen Präsidiumsmitgliedern übernommen. Vizepräsident Finanzen ist der Heusenstammer Jürgen Zeiger.

Nicht bezahlbare Spieler

Unter diesen schlechten Voraussetzungen kann es für das DRV-Team gegen den WM-Dauerteilnehmer Rumänien nur darum gehen, sich einigermaßen akzeptabel aus der Affäre zu ziehen. Vor etwa einem Jahr hatte Deutschland die Stejarii („Eichen“) vollkommen überraschend in Offenbach mit 41:38 bezwungen – freilich mit tatkräftiger Unterstützung von GFR-Spielern, die im Ligaalltag für Wilds Team und Serienmeister Heidelberger RK aktiv sind.

Von einer Nominierung der GFR-Spieler für den endgültigen Kader hatte der DRV letztlich abgesehen. Für die Abstellung hatte Arbeitgeber GFR laut dem Internet-Portal „TotalRugby“ pro Spieler und Spiel Forderungen von 1000 auf 2000 Euro erhöht. Wenn der DRV beispielsweise zehn Wild-Zöglinge nominiert hätte für alle fünf Partien bis Mitte März, wäre die 100 000-Euro-Marke geknackt worden – eine für den Verband unerschwingliche Summe.

So versucht der Rest – bestehend aus einigen in Frankreich spielenden Profis und Spielern, die in England und Wales sowie in der Bundesliga aktiv sind wie Sztyndera und Ngubane – in Cluj Paroli zu bieten. „Die Rumänen verfügen über Spieler, die in den besten Ligen Europas aktiv sind, die vor allem im Sturm ungemein stark und hervorragend ausgebildet sind. Gegen dieses spielerisch wie physisch starke Team werden wir es wirklich schwer haben“, sagt Paul Healy. Der Sportdirektor, ebenso wie das Trainerteam um den ehemaligen uruguayischen WM-Spieler Pablo Lemoine neu im Amt, wird von World Rugby finanziert. Ohne die monetäre Unterstützung des Weltverbandes wäre die Situation des deutschen Spitzenrugbys daher noch viel prekärer.

In einer Woche, am 17. Februar, folgt das erste Heimspiel. Die Aufgabe wird gewiss nicht leichter, trifft doch das DRV-Team auf dem Bieberer Berg in Offenbach (14.30 Uhr) auf den Weltranglistenzwölften Georgien. Die Kaukasier haben sich bereits für die WM 2019 in Japan qualifiziert.

(fri)

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