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Handball: Anspach/Usingen bleibt verschont

Von Sonst öffnen um diese Jahreszeit die Verantwortlichen der HSG Anspach/Usingen einen „blauen Brief“, der das Damenteam nicht erfreut. Dass der Verein es dieses Mal schaffte, sein Schiedsrichtersoll zu erfüllen, hat einen einfachen Grund. Dafür ärgern sich Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach am Saisonende.
Da geht’s lang, am besten aber nach oben: Ralf Kern, Trainer der HSG Anspach/Usingen, führt mit der Damenmannschaft die Tabelle der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt an. Foto: Marcel Lorenz Da geht’s lang, am besten aber nach oben: Ralf Kern, Trainer der HSG Anspach/Usingen, führt mit der Damenmannschaft die Tabelle der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt an.
Hochtaunus. 

Der ein oder andere wird sich noch erinnern an die schwere Hypothek, mit der die TSG Ober-Eschbach ihre vorerst letzte Landesliga-Saison bestreiten musste. Drei der schwer verdienten Punkte – das wussten die Spieler der Mannschaft frühzeitig – würde das Team wieder verlieren, weil es der Verein nicht schaffte, genügend Schiedsrichter für den Spielbetrieb im Handballbezirk Wiesbaden/Frankfurt zu stellen. Immer wieder wurde seitens Vereinsführung und Trainer auf den psychologischen Knacks verwiesen, den dieser Nachteil mit sich bringe. Nun, letztlich fehlten der TSG noch drei Zähler mehr, um die Klasse zu halten. Mit einem solchen Ärgernis aber muss sich die Mannschaft in dieser Runde nicht mehr beschäftigen.

Dass „brutto“ gleich „netto“ bei den Werfern von Armel Karadzic ist, verdanken sie nicht etwa ihrem Verein – zu wenige Unparteiische im Verhältnis zu gemeldeten Mannschaften hat der Club aus dem Bad Homburger Stadtteil noch immer – sondern, wenn man so will, Gerhard Döll, dem Manager der Ober-Eschbacher Damenmannschaft. Weil Döll für diese Spielzeit die Frauenspielgemeinschaft (FSG) Ober-Eschbach/Vortaunus eingefädelt hat, gemeinsam mit Verantwortlichen von TG Bad Soden, TG Schwalbach, TuRa Niederhöchstadt und TV Hofheim, stellt deren 2. Mannschaft/U 23 in Spielklassen des Hessischen Handball-Verbandes (HHV) das ranghöchste Team der Stammvereine. Dem Tabellenzweiten der Landesliga Mitte werden daher am Rundenende zwei Zähler abgezogen. Rechnet man schon jetzt die Bestrafung ein, ist die U 23 der FSG auf den vierten Rang zurückgefallen.

Eigentlich ist ja das Drittliga-Team der FSG die am höchsten spielende Ober-Eschbacher Mannschaft. Die Regelung zum Schiedsrichtersoll gilt aber nicht auf der überregionalen Ebene des Deutschen Handball-Bundes. Das hatte übrigens in der Vergangenheit für „böses Blut“ in der Handball-Abteilung gesorgt, weil immer die „1. Herren“ für Verfehlungen des Vereins büßen mussten.

2 aus 26

Insgesamt sind nur zwei Vereine aus dem Hochtaunus unter den 26 Adressaten, die der Vorstand des Handballbezirks dieser Tage angeschrieben hat, um Geldstrafen und Punktabzüge zu verhängen, weil das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt worden ist. Der TV Gonzenheim, Tabellenvorletzter der Bezirksliga C (Gruppe 1), bekommt zwei seiner vier Punkte abgezogen.

Die Damen der HSG Anspach/Usingen sind in dieser Runde nicht von einem Punktabzug betroffen, weil die HSG sowohl die Herrenmannschaft als auch die „2. Damen“ abgemeldet hat und dadurch nicht mehr so viele Schiedsrichter stellen muss. Vom „blauen Brief“ verschont zu bleiben, wird das Team von Ralf Kern freuen, denn im engen Rennen um den Aufstieg in die Landesliga könnte schon ein Pünktchen entscheidend sein.

Grundsätzlich beträgt das Soll für Vereine, die in der Landesliga oder Oberliga spielen, drei Schiedsrichter, von der B-Klasse bis zur Bezirksoberliga zwei Unparteiische und in der C- oder D-Klasse ein Referee. Für die Jugend muss jeder Verein generell zwei Schiedsrichter abstellen. Geschieht dies nicht, verhängt der Verband im ersten Jahr eine Geldstrafe (200 Euro pro fehlendem Schiedsrichter), analog der Regelung im Fußball erfolgt im zweiten Jahr ein Punktabzug, zudem wird die Geldstrafe verdoppelt. Ein Minus von acht Punkten wäre für „Wiederholungstäter“ das Maximum.

Derweil hat sich eine Besserung der Situation im Handballbezirk ergeben: Geldstrafen von insgesamt 18 000 Euro und der Abzug von zusammen 26 Punkten bedeuten einen leichten Rückgang im Vergleich zur Saison 2016/17.

Rund 350 Unparteiische können noch für die Spiele von fast 500 Mannschaften eingeteilt werden. Viele Schiedsrichter pfeifen jedoch nicht regelmäßig. Es besteht weiterhin ein großer Bedarf. Bei der TSG Ober-Eschbach könnte sich das aber bald ändern. Wenn die Neulinge des Vereins im Februar ihre Prüfung bestehen, können zum nächsten Stichtag mehr Unparteiische gemeldet werden und die TSG ihr Soll erfüllen.

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