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Teutonia Köppern: Cheftrainer Alexander Fievet: "Die Jungs ticken anders"

Alexander Fievet hat in den Neunzigern seine Aktiven-Laufbahn begonnen. Inzwischen ticken Fußballer anders, was nun quasi zu Änderungen seiner Beschäftigung bei Kreisoberligist Teutonia Köppern geführt hat.
Plötzlich befördert: Alexander Fievet trainiert nun hauptverantwortlich den Kreisoberligisten Teutonia Köppern, nachdem Tim Platt zurückgetreten ist. Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Plötzlich befördert: Alexander Fievet trainiert nun hauptverantwortlich den Kreisoberligisten Teutonia Köppern, nachdem Tim Platt zurückgetreten ist.
Köppern. 

Die Nachricht traf den Verein am Montag vollkommen unerwartet. Tim Platt, Trainer des Kreisoberligisten Teutonia Köppern, teilte den Spielausschussmitgliedern mit, dass er seinen Posten mit sofortiger Wirkung aufgibt. Die Verantwortlichen reagiert verwundert, aber nicht ratlos. Schließlich wusste man in Alexander Fievet (39) einen fähigen Mann in den eigenen Reihen, der den sportlich erfolgreichen Kurs halten könnte. Mit dem bisherigen Co-Trainer sind die Teutonen übereingekommen, dass er den Headcoach mindestens bis zum Winter gibt.

Bedanken kann sich die Chefetage der Schwarz-Gelben bei Fievets Ehefrau Silvia. „Ich kam 2012 der Liebe wegen in den Hochtaunus“, erzählt er. Fievet, dessen Nachname wie im Französischen ausgesprochen wird, hatte beim SV Neuses (bei Gelnhausen) sein Karriereende schon verkündet. Doch ihn juckte es nach dem Umzug nach Bad Homburg wieder in den Beinen. Sein Comeback gab er bei der Spielvereinigung 05, danach folgte der Wechsel nach Köppern. Tim Platt hatte ihn dazu bewegt. Im Vorjahr war es erneut Platt, der ihn dann in den Trainerstab aufnahm. TZ-Reporter Robin Kunze unterhielt sich mit Alexander Fievet.

Herr Fievet, wann haben Sie vom Rücktritt von Tim Platt erfahren?

ALEXANDER FIEVET: Das war am vergangenen Montag, da klärte mich der Spielausschuss auf. Tim und ich haben immer mal wieder über gewisse Kleinigkeiten geredet, die ihn gestört haben. Dass er nun aber so schnell zurücktrat, kam auch für mich überraschend.

Der Verein ließ verlauten, dass Platt schon länger mit der Trainingsbeteiligung der Spieler nicht einverstanden war. War das der ausschlaggebende Grund für die Trennung?

FIEVET: Nicht nur. Es ist im Amateurfußball einfach nicht mehr so wie in den Neunzigern und Anfang des Jahrtausends. Die Jungs haben sich gewandelt. Das ist für alte Hasen wie uns nicht immer leicht nachvollziehbar. Da muss man als Trainer schon hin und wieder die Luft anhalten und sich sagen ,Okay, die Neunziger sind nun mal vorbei‘.

Was genau hat sich im Vergleich zu damals geändert?

FIEVET: Das Vereinsleben. Man erlebt es, dass zehn Minuten nach Spielschluss kein Mensch mehr da ist. Früher saßen Gastgeber und Gäste noch mit 30 bis 40 Mann zusammen im Vereinsheim und haben sich ausgetauscht. Wobei ich aber sagen muss, dass das in Köppern tatsächlich noch passiert. Auch sportlich stehen wir gut da. Es sind halt tatsächlich Kleinigkeiten, die nicht stimmen.

Können Sie ein Beispiel geben?

FIEVET: Als ich selbst noch gespielt habe und es hieß, dass das Training um 18 Uhr anfängt, dann habe ich zum beruflichen Termin um 17 Uhr schon vorsorglich meine Trainingstasche mitgenommen, damit ich anschließend gleich auf den Sportplatz kann. Heute fahren die Spieler eher erst noch mal heim, essen dort was, packen dann ihre Tasche und sind um Viertel nach da.

Sportlich gibt es bei der Teutonia kaum Grund zur Beschwerde. Der Verein ist Tabellensechster der Kreisoberliga. Werden Sie dennoch etwas ändern?

FIEVET: Nein, denn Tim hat eine super Arbeit geleistet. Diese möchte ich bis zum Winter fortführen, werde daher auch am System nichts ändern. Nach diesen acht Wochen werde ich mich mit dem Vorstand zusammensetzen, und dann schauen wir, wie es weitergeht.

War dieser zeitliche Rahmen gleich so abgesteckt worden?

FIEVET: Ja, denn aufgrund meiner Arbeit im Außendienst muss ich jetzt sehen, wie es zeitlich machbar ist. Wenn ich als Co-Trainer mal nicht konnte, dann war ja immer noch Tim als Chef da. Ich muss das jetzt erstmal für mich selbst prüfen.

Was ist Ihrer Meinung nach bis zur Winterpause möglich mit der Mannschaft?

FIEVET: Wir sind auf jeden Fall heiß, aktuell aber auch von Verletzungssorgen geplagt. Am Dienstag fehlten gleich zehn Mann, am Sonntag gegen Königsstein werden es wahrscheinlich immer noch sieben Spieler sein, die nicht dabei sein können.

Beflügeln oder hemmen?

Ist die Teutonia so überhaupt konkurrenzfähig gegen den Spitzenreiter?

FIEVET: Wir hatten schon unter der Woche drei, vier Jungs aus der A-Jugend dabei, die sich alle prima geschlagen haben. Für mich ist Königstein zwar Meisterschaftsfavorit, doch sie haben aus den letzten drei Spielen nur einen Punkt geholt. Ich kann mir vorstellen, dass es bei ihnen unter der Woche nicht so angenehm zuging. Das kann sie beflügeln, aber auch hemmen. Ich hoffe Letzteres, denn dann haben wir gute Chancen, den Lauf mit unserer jungen Mannschaft fortzusetzen und ihnen ein Bein zustellen. Aber in unserer momentanen Personalsituation wäre ich auch mit einem Punkt sehr zufrieden.

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