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Tischtennis: Der TTC mit dem gewissen Etwas

415 Einwohner zählt Wilhelmsdorf. Fast jeder Dritte spielt Tischtennis. Wir erzählen die Geschichte eines außergewöhnlichen Vereins.
Strahlende Gesichter beim Vereinspokalturnier: Die Tischtennisspielerinnen Lara Kunkel, Lea Schädel, Luzzy Schädel, Amelie Möller, Lena Brendel, Jolina Lotz und Tamina Mütsch (von links). Strahlende Gesichter beim Vereinspokalturnier: Die Tischtennisspielerinnen Lara Kunkel, Lea Schädel, Luzzy Schädel, Amelie Möller, Lena Brendel, Jolina Lotz und Tamina Mütsch (von links).
Usingen. 

Mit 415 Einwohnern ist Wilhelmsdorf zwar der kleinste der sieben Usinger Stadtteile, aber im Tischtennis eine wahre Größe. Dies betrifft vor allem den weiblichen Bereich: Der TTC Wilhelmsdorf verfügt als einziger Tischtennisverein der Buchfinkenstadt über eine reine Damenmannschaft und auch in dieser Saison über zwei Teams bei den Schülerinnen. Diese beiden Mädchenmannschaften bilden seit zwei Jahren ein Alleinstellungsmerkmal im Hochtaunuskreis.

Damit nicht genug: Die Damen, die heuer in der Aufstellung Johanna Müller, Stefanie Fritz, Michaela Knoth, Sigrun Kunkler-Knoth und Carola Schädel an der Platte stehen, haben die soeben beendete Vorrunde in der Gruppe Süd der Bezirksoberliga West nach einem 8:6 bei Verfolger TuRa Niederhöchstadt mit makellosen 16:0 Punkten abgeschlossen. Damit stehen sie nach acht Partien mit bereits sieben Zählern Vorsprung vor dem Main-Taunus-Trio SG DJK Hattersheim II, Niederhöchstadt und TuS Hornau an der Tabellenspitze.

Der Aufstieg in die Verbandsliga West, in der mit dem TTC OE Bad Homburg und der SGK Bad Homburg die beiden höchstklassigen Damenmannschaften im Hochtaunuskreis um Punkte spielen, scheint angesichts der Dominanz der Wilhelmsdorferinnen ein Selbstläufer zu sein. „Kommen die bei euch eigentlich schon mit dem Tischtennisschläger zur Welt?“, ist TTC-Vorsitzender Norbert Knöpp schon einmal von Kollegen aus dem Vordertaunus gefragt worden, denn der Talente-Born sprudelt in der Peripherie Usingens unaufhörlich. 134 Mitglieder zählt der Verein, der im Bürgerhaus beheimatet ist und der am 18. Oktober 1951 gegründet wurde. Bis Mitte der 1960er-Jahre waren die Taunus-Sportler sogar der größte „eigenständige Tischtennisverein“ im hessischen Landesverbands.

1973 nahm erstmals eine Wilhelmsdorfer Damenmannschaft am Spielbetrieb teil. Nneben Astrid Langer, Rosemarie Malcher und Sunhild Knöpp war auch die heute noch im Bezirksoberliga-Team aktive Sigrun Kunkler-Knoth bereits dabei. Für deutlich verbesserte Rahmenbedingungen sorgte dann die Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses zu einer größeren Halle. 1981 wurde dies mit Unterstützung der Stadt Usingen und einem erheblichen Anteil an Eigenleistungen gestemmt. Bis zu fünf Tischtennisplatten können dort gestellt werden, ein gemeinsames Training aller Mannschaften ist allerdings nicht möglich. Dafür sind es zu viele.

Der TTC Wilhelmsdorf war in den 66 Jahren seines Bestehens stets auch von der Kontinuität im Vorstand geprägt, wobei Gründungsmitglied Werner Knöpp mit 29 Amtsjahren als Vorsitzender bis heute am längsten am Ruder war. Sein Filius Norbert ist ihm als fünfter „Präsi“ aber auf den Fersen, denn er steuert schon seit 28 Jahren das Vereinsschiff.

Eine klare Philosophie

„Unsere Philosophie besteht darin, Tischtennis für jedermann anzubieten, jeder ist bei uns herzlich willkommen“, verrät Knöpp junior das Erfolgsgeheimnis des Clubs, der außer den drei Mädchen- und Frauenmannschaften auch noch vier bei den Herren gemeldet hat, die in der Kreisliga und Kreisklassen um Punkte spielen.

„Schön wäre es, wenn wir in absehbarer Zeit auch bei den Jungen wieder ein Team auf die Beine stellen könnten“, lautet der Wunsch von Knöpp und seinen Vorstandskollegen Monika Wick (2. Vorsitzende), Michaela Knoth (Kassenwartin), Sebastian Michaelis (Schriftführer) und Hartmut Knöpp (Jugendwart).

In einem Ort mit 415 Einwohnern prägt der relativ große Tischtennis-Club natürlich auch das gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Unter anderem richtet er alle zwei Jahre die wohl älteste Sonnenwendfeier im Usinger Land im Steinbruch von Wilhelmsdorf aus. Ein Nikolausabend für Kinder wird zudem vom TTC seit mehr als 30 Jahren organisiert. Tradition hat auch die Winterwanderung, die seit 1987 jährlich stattfindet und an der stets mehr als vier Dutzend Personen teilnehmen.

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