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Mutter und Trainer Lukat stellen Weichen richtig: FC Weißkirchens Torschützenkönig Pierre Kraus

2011 scheint seine Karriere vor dem Ende zu stehen. Bis ein furioses Spiel im tiefsten Winter dafür sorgt, dass die Laufbahn des Torjägers erfolgreich weitergeht.
Gibt nie einen Ball verloren: Pierre Kraus (li.) bereitet dem FC Weißkirchen viel Freude. In der neuen Saison hat er schon acht Mal getroffen. Foto: Heiko Rhode Gibt nie einen Ball verloren: Pierre Kraus (li.) bereitet dem FC Weißkirchen viel Freude. In der neuen Saison hat er schon acht Mal getroffen.
Weißkirchen. 

Als Vollblut-Fußballer möchte er eigentlich immer auf dem Platz stehen. Doch am vergangenen Wochenende hätte sich Pierre Kraus (29) über einen Tribünenplatz gefreut. Seine Frankfurter Eintracht empfing den FC Bayern München. Kraus, der seit zwölf Jahren eine Dauerkarte besitzt, blieb jedoch der Zugang zur Commerzbank Arena verwehrt. Ausgerechnet sein Stammplatz im Block 40 wurde aufgrund der Ausschreitungen beim Pokalspiel in Magdeburg zur Sperrzone gegen den Rekordmeister.

„Schon in der vergangenen Saison konnte ich häufig nicht zu den Heimspielen, da es zu Überschneidungen mit unseren Spielen kam“, bedauert Kraus, „und für mich ist der FC Weißkirchen dann wichtiger als die Eintracht.“

Tolle Quote: 25 von 105

Gut so, werden sich die Verantwortlichen des Oberurseler Stadtteilvereins denken, schließlich steuerte Kraus in der vergangenen Saison 25 Tore zum Aufstieg in die Kreisoberliga bei. Sein Verein stellte mit 105 Toren die beste Offensive der Liga, Kraus selbst wurde Torschützenkönig. „Bisher habe ich in meiner Karriere in diesem Ranking zwei oder drei Mal den zweiten Platz gemacht“, erinnert sich der Stürmer, den sie nur „Pepe“ rufen, „als ich dann zehn Spieltage vor Schluss die Chance sah, mal als Erster abzuschneiden, wollte ich’s dann auch schaffen.“

Generell ist ihm die eigene Torquote aber nicht so wichtig, solange das Team erfolgreich ist. „Wenn wir gewinnen und ich vielleicht nur einen auflege, dann freue ich mich auch“, erklärt er. Aktuell steht Pierre Kraus immerhin schon wieder bei acht Treffern, auch wenn er eine erneute Torjägerkanone in der neuen Liga für unwahrscheinlich hält. Dennoch, der wendige Angreifer ist enorm wichtig für sein Team.

TZ-Mitarbeiter Robin Kunze (li.) überreicht Pierre Kraus die begehrte Torjägertrophäe. Bild-Zoom Foto: Jens Priedemuth
TZ-Mitarbeiter Robin Kunze (li.) überreicht Pierre Kraus die begehrte Torjägertrophäe.

Bedanken können sich die Weißkirchener insbesondere bei zwei Personen, die an Kraus’ Karriereverlauf maßgeblichen Anteil hatten. „Zum Fußball kam ich über meine Mutter, die mich mit fünf im Verein angemeldet hat“, erinnert sich Kraus. Schnell entwickelte sich eine Leidenschaft. Sein erster Verein war übrigens der JFC Neu-Anspach, der unter anderem auch Patrick Hildebrandt ausbildete und damit offenbar ein Gespür für Torjäger hat. Dort durchlief Kraus alle Juniorenabteilungen. „Da der JFC aber keine Herren-Mannschaft hatte, musste ich mich entscheiden“, erinnert er sich, „entweder zur SG Anspach oder SG Hausen/Westerfeld.“ Die Entscheidung fiel auf Letztgenannte. Nach vier Jahren zog es ihn dann aber doch zur SG Anspach, wo viele seiner Jugendkumpels gegen den Ball traten.

Ein „Wintermärchen“

2011 sah sich Kraus erneut vor einer Weggabelung: Aufgrund seines Studiums in Wirtschaftsingenieurwesen, das ihn zunächst nach Darmstadt, später nach Frankfurt verschlug, war der Fußball nur noch schwer mit dem Alltag unter einen Hut zu bringen. Kraus dachte ans Aufhören. Zu diesem Zeitpunkt trat der zweite Förderer auf den Plan: Frank Lukat. „Er war ein Freund der Familie, damals Trainer in Weißkirchen“, sagt Kraus, „und lud mich zum Training ein.“ Sein Pflichtspieldebüt konnte er allerdings erst vier Monate später geben, nach auskurierter Verletzung. Dafür war der erste Einsatz gleich ein ganz besonderer: Im tiefsten Winter ging es mit seinem neuen Verein zum FC Reifenberg, Kraus kam beim Stand von 3:3 zur zweiten Hälfte von der Bank und sorgte mit zwei Vorlagen und einem Tor für Weißkirchens 6:4-Sieg. „Das war schon ein schönes Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde“, sagt er.

Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. Mittlerweile bestreitet der „Pepe“ seine fünfte Saison beim FCW. Über einen Wechsel denkt er gar nicht nach. Mit 29 Jahren ist er im besten Alter. Noch ein paar Jahre will er auf gutem Niveau spielen und dabei auch Spaß haben. Danach könnte er sich vorstellen, in der Soma weiter zu kicken, sofern der Körper mitmacht.

„Für einen Trainerposten bin ich ganz gewiss nicht der richtige Typ“, schmunzelt Kraus, „zumal meine Frau schon jetzt nicht immer glücklich ist, dass ich so viel Zeit auf dem Sportplatz verbringe.“ Seinen Verein hingegen freut es, dass Pierre Kraus nach wie vor mit Feuereifer bei der Sache ist.

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