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Fußball: Heiße Schlachten, brisante Derbys

Sie erzählen Geschichten, haben schon viele Triumphe, aber auch sportliche Tragödien erlebt – gemeint sind weniger die Protagonisten, die sich Woche für Woche die Fußballstiefel schnüren, sondern die Sportplätze, auf denen sie aktiv sind. Wir wollen in loser Folge einige heimische Areale vorstellen und blicken dabei tief in die Vergangenheit. Den Anfang macht heute der Sportplatz am Kirdorfer Wiesenborn.
Das Sportareal am Kirdorfer Wiesenborn aus der Vogelperspektive: vorne der Kunstrasenplatz, angrenzend das Naturrasenareal mitsamt Vereinsheim. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Das Sportareal am Kirdorfer Wiesenborn aus der Vogelperspektive: vorne der Kunstrasenplatz, angrenzend das Naturrasenareal mitsamt Vereinsheim.
Kirdorf. 

Lang, lang ist’s her. Gar nicht weit weg vom heutigen Sportzentrum Nord-West in Bad Homburg teilten sich in den 1920er-Jahren die beiden Kirdorfer Sportvereine DJK und 1. FC Viktoria 08 (seit 1946 SG Kirdorf) den Sportplatz an der Obermühle. Dort wurde erstmals auf einem richtigen Fußballplatz gekickt. Das Gelände, weit außerhalb der Gemeinde, war ein Geschenk der Forstverwaltung. Die Saalburg-Chausee war nicht weit entfernt. Zwischen dem Sportplatz, den es heute nicht mehr gibt, und dem Kirdorfer Bach schlängelt sich heute noch der „Weberpfad“.

Anfang der 30er-Jahre ging die DJK eigene Wege. Von einem Friedrichsdorfer Landwirt kaufte sie ein Grundstück am oberen Rotlaufweg. 2000 Kubikmeter Erde mussten bewegt, rund 2000 Quadratmeter Wald abgeholzt werden. Alles erledigten die damaligen Vereinsmitglieder in Eigenarbeit. Um das Hissen der damals obligatorischen Hakenkreuz-Fahne zu umgehen, gab es keine offizielle Einweihungsfeier. Die DJK-Vereine waren im so genannten „Dritten Reich“ nicht gerne gesehen und wurden später sogar zwangsweise aufgelöst.

Vorübergehend „im Ausland“

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste improvisiert werden. Beide Kirdorfer Vereine mussten sich wieder einen Platz teilen. Der lag diesmal nicht am Kirdorfer Bach, sondern in der Nähe des Heuchelbachs hinter der Dietigheimer Straße – ungefähr dort, wo sich heute der Festplatz befindet. Das konnte aber nur eine vorübergehende Lösung sein, denn für waschechte Kirdorfer war die Ecke zwischen Dietigheimer Straße und Gluckensteinweg so etwas wie Ausland. Kirdorf war es jedenfalls nicht.

1957 kehrte man wieder heim. Wieder in unmittelbare Nähe zum Kirdorfer Bach, an den Wiesenborn, auch in Blickweite zum „Taunusdom“, wie die Kirdorfer St. Johannes Kirche gern genannt wird. Wiesenborn ist ein alter Flurname für das Gelände parallel zum Kirdorfer Bach. Vermutlich waren die Wiesen oft durchnässt, eventuell gab es auch kleine natürliche Quellen (Born). Von der Kirdorfer Straße zweigt die Wiesenbornstraße ab, die auch nach diesem Flurstück benannt wurde.

Amerikanische Soldaten, die damals noch in der Bundesrepublik stationiert waren, halfen mit schwerem Gerät wie Bagger und Raupe und ebneten das Gelände. Womöglich half auch die nahe gelegene „Texas-Bar“ in der Kirdorfer Straße, in der viele GIs verkehrten, dass der Kontakt zwischen den Kirdorfern und US-Army so gut funktionierte.

Seitdem teilen sich DJK und SGK den Sportplatz am Wiesenborn. Viele heiße Schlachten, Lokalderbys inklusive, wurden dort geschlagen. Mit dem 2010 neu eröffneten Vereinsheim entstand ein wahres Schmuckkästchen, dem auch wieder höherklassigerer Fußball als derzeit Kreisoberliga gut zu Gesicht stehen würde.

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