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Elangeni Falcons Bad Homburg: Nikola Kacperska erweist sich als wahrer Glücksgriff

Spät zur Mannschaft gestoßen, aber schnell im Team angekommen: Guard Nikola Kacperska ist für die Basketball-Damen der Elangeni Falcons eine unverhoffte Verstärkung.
Was hat sie wohl als Nächstes vor? Nikola Kacperska (re.) versteht es, den Gegner immer wieder aufs Neue zu überraschen.	Foto Strohmann Foto: Gerhard Strohmann Was hat sie wohl als Nächstes vor? Nikola Kacperska (re.) versteht es, den Gegner immer wieder aufs Neue zu überraschen. Foto Strohmann
Bad Homburg. 

Als Jay Brown die quirlige Polin bei einem Basketball-Turnier im Sommer vorspielen sah, da war dem Head-Coach der Elangeni Falcons Bad Homburg schnell klar: Nikola Kacperska (24) hat das Zeug dazu, um seinem Team in der 2. Bundesliga Süd weiterzuhelfen.

Ebenso schnell jedoch musste er den Gedanken wieder verwerfen, denn die Spielerin hatte bereits einen Vertrag aus Belgien vorliegen. Dort unterschrieb sie bei einem Erstligisten, zog aber schon nach kurzer Zeit die Notbremse. „Die Mannschaft war zuvor erst aufgestiegen und es standen dort nur zwei Profis im Kader“, erklärt Kacperska. Auch die Organisation und das Training seien nicht auf dem Level gewesen, das sie sich vorgestellt hatte. Also machte sie von ihrem Recht, noch während der Probezeit den Vertrag wieder aufzukündigen, Gebrauch. Und plötzlich war der knapp 1,70 große Wirbelwind wieder auf dem Markt. Ein Glücksfall für die Falcons.

Debüt gegen Würzburg

„Ihre Verpflichtung war eine echte Nacht-und-Nebel-Aktion“, erklärt Betreuerin Liz Rhein, „sie kam erst einen Tag vor unserem ersten Saisonspiel zur Mannschaft.“ Die persönlichen Statistiken aus dem Spiel gegen BVUK Sharks Würzburg fielen dementsprechend bescheiden aus: Knapp neun Minuten stand Kacperska auf dem Feld und blieb bei einem Wurfversuch ohne Punkte. Mangels gemeinsamer Trainingseinheiten mit den neuen Mitspielerinnen war diese Ausbeute aber weder verwunderlich, noch besonders aussagekräftig. Auffällig: Bei ihrem Debüt „klaute“ sie immerhin dreimal den Ball. Zur Winterpause liegt Kacperska in dieser Kategorie mit 27 „Steals“ aus 11 Partien auf Rang 2 der Liga. Neben ihren Qualitäten als aufmerksame „Balldiebin“ konnte sie sich auch in allen anderen Disziplinen beweisen.

Vielseitig und unberechenbar

Der Wurf? Fällt mittlerweile recht zuverlässig aus. Die Trefferquoten von knapp über 40 Prozent bei den Zweipunktwürfen sowie 34 Prozent bei den Dreipunktwürfen sind sehr ordentlich. Rebounds? Auch die bisher 25 aufgenommenen Abpraller sind für Kacperskas Position ein guter Wert und zeigen, dass sie sich auch für die Arbeit am Brett nicht zu schade ist. Vorlagen? Ebenfalls 25 an der Zahl – ein Wert, mit dem sie nur knapp an der Top 10 der Liga vorbeischrammt.

Nicky, so der interne Spitzname, liefert von allem etwas. Und darüber hinaus auch noch einen Schuss Unberechenbarkeit. Das „Gambling“ – zu Deutsch „Zocken“ – nennt sie selbst sowohl ihre größte Stärke als auch eine potenzielle Schwäche. „Ich riskiere einfach gerne auch mal was“, erklärt sie. Bisher fuhr sie genau damit sehr gut. Wer stets nach Schema X agiert, der wird schnell vom Gegner durchschaut. Doch die Polin weiß immer wieder zu überraschen.

Überraschen konnte sie Zweifler bereits in ihrer Jugend. Als sie im Alter von zwölf Jahren mit dem Basketball anfing, da musste sie sich immer wieder anhören, sie sei zu klein und auch nicht talentiert genug für diese Sportart. Doch sie blieb buchstäblich am Ball, lief später für die Juniorenauswahl ihres Landes auf und wurde sogar von einem US-Collage rekrutiert. Vier Spielzeiten lang lief sie im schwarz-goldenen Trikot der Fort Hays State University, Kansas, auf.

Nicht nur der gute Teamgeist erinnert sie aktuell in Bad Homburg an diesen Lebensabschnitt, auch die Wohnsituation lässt die Uni-Zeit noch einmal aufleben. Gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen Camilla Grönberg (Finnland) und Alexandra Polishchuk (Kanada) bildet Nicky eine Multikulti-WG. „Durch das Wohnheim am College bin ich darauf vorbereitet“, sagt sie mit einem Schmunzeln, „ zwischen uns dreien gibt’s absolut keine Dramen.“

Die stehen eher aus sportlicher Sicht im neuen Jahr an, wenn die Falcons dann in die Playoffs einziehen. Nach der starken Hinrunde mitsamt dem zweiten Tabellenplatz dürfte wohl keiner mehr an der Endrunden-Teilnahme zweifeln. Und wenn doch, dann ist Nicky gerne wieder bereit, für eine Überraschung zu sorgen.

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