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Fußball: Wolfgang Bardong: Mein Sportjahr 2017

Das Sportjahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Sport-Redakteur Wolfgang Bardong schaut zurück auf ein ereignisreiches Jahr und gibt einen Ausblick auf 2018.
Ausgelassene Freude über Emin Yalin: Der Neuzugang des TSV Vatanspor hat toll eingeschlagen. Wie geht’s um ihn 2018 weiter? Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Ausgelassene Freude über Emin Yalin: Der Neuzugang des TSV Vatanspor hat toll eingeschlagen. Wie geht’s um ihn 2018 weiter?
Hochtaunus. 

Der Videobeweis, die WM-Auslosung, der wieder einmal einsam an der Spitze der Fußball-Bundesliga seine Kreise ziehende FC Bayern München, der „fliegende Holländer“ im gelbschwarzen Fußballland und Mario Gomez „going back to the roots“ beim VfB Stuttgart: König Fußball kommt auch in der vergleichsweise kurz ausfallenden Winterpause nicht aus den Schlagzeilen und bleibt unverändert stark im Gespräch.

Metin Yildiz (FSV Friedrichsdorf, li.) und Artur Rissling (FC Oberstedten): Auch 2018/19 Trainer-Konkurrenten in der Gruppenliga? Bild-Zoom Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)
Metin Yildiz (FSV Friedrichsdorf, li.) und Artur Rissling (FC Oberstedten): Auch 2018/19 Trainer-Konkurrenten in der Gruppenliga?

Es gibt viele, ja geradezu unzählige Themen, die sich um des Deutschen Lieblingssport ranken. Dazu zählen definitiv auch das langsame Sterben der Hallenturniere, die Wandlung von Hoffenheims Nationalstürmer Sandro Wagner zum (wohl bankdrückenden) Backup für Robert Lewandowski und die nicht minder offenen Fragen, wer die Nachfolge von Jupp Heynckes im Sommer antreten und wohin es Julian Nagelsmann in der warmen Jahreszeit verschlagen wird – wenn denn überhaupt.

Wolfang Bardong

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Die Pause, die die heimischen Fußball-Amateure einlegen, ist deutlich länger als die der Profis. Vor Mitte Februar wird kein Spiel um Punkte, allenfalls nur diverse Partien um der Fitness willen ausgetragen. Und dennoch, auch der „kleine König“ hat das alte Jahr mit Fragen abgeschlossen, die er erst im neuen beantwortet bekommt. Darf der TSV Vatanspor Bad Homburg seine 34 Punkte in der Verbandsliga Süd allesamt behalten oder kostet ihn der Einsatz von Neuzugang Emin Yalin doch noch den einen oder anderen Zähler? Gerät die Usinger TSG noch stärker unter Druck, als sie von derzeit vier Zählern Abstand zur Abstiegszone ohnehin schon belastet wird? Schafft es auch in dieser Saison kein Taunusclub, den Sprung aus der Gruppenliga auf die nächsthöhere Etage zu bewerkstelligen? Und, und, und.

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Vieles spricht dafür, dass es bei der Doppelspitze des Hochtaunus-Fußballs in der Verbandsliga bleiben wird. Vatanspor und Usinger TSG wechseln an dritter und achter Stelle ins neue Jahr – und haben damit aktuell nichts mit Auf- oder Abstiegskampf zu tun. So stark der dritte Platz nach 18 Spielen für das Team von Vatan-Coach Jörg Loutchan auch ist – wenn der Tabellenzweite Türk Gücü Friedberg (61) doppelt so viele Tore wie Vatan (30) erzielt und Spitzenreiter FV Bad Vilbel (12) halb so viele Treffer kassiert wie Vatan (25), dann muss man bereits nach etwas mehr als der Hälfte aller absolvierten Saisonspiele eingestehen: Das Aufstiegsrennen werden Vilbel und Friedberg verdientermaßen ganz alleine unter sich ausmachen. Manchmal lügen Tabellen halt doch nicht.

Schwenk zur Usinger TSG: Einem furiosen Start der Truppe um Spielertrainer Marcel Kopp folgte eine mehr als zähe und durchwachsene zweite Hälfte der Vorrunde – und prompt der nur geringfügige Abstand auf die Abstiegsplätze. Immerhin steht mit Aussteiger RW Frankfurt II ja bereits ein Absteiger zur Gruppenliga fest – und mit der SG Bruchköbel praktisch auch schon ein zweiter. Wenn die Usinger also ihre besorgniserregende Abwehrschwäche (44 Gegentreffer werden nur von Bruchköbel noch übertroffen) abstellen können, bleiben auch sie der zweithöchsten hessischen Spielklasse erhalten.

Auf weiteren Taunus-Zuwachs „dort oben“ für die Saison 2018/19 zu hoffen, macht allerdings aus Vatan/UTSG-Sicht wenig Sinn: Mit dem FC Neu-Anspach (7.), TuS Merzhausen (8.), FSV Friedrichsdorf (11.), FV Stierstadt (13.) und FC Oberstedten (14.) mischt zwar ein Quintett mit Taunus-Zungenschlag in der Gruppenliga mit – die drei Letzteren haben allerdings nach zum Teil kurioser Vorrunden-Fieberkurve (der FSV schien nach einer beispiellosen Klatschen-Serie schon auf sicherem Weg zurück in die KOL, der FV grüßte zwischenzeitlich von der Spitze) ausschließlich das rettende Ufer im Sucher. Und die von der Konkurrenz vor der Saison höher als offiziell in den eigenen Lagern gewetteten Schützlinge von Enis Dzihic (TuS) und Rico Henrici (FCNA) sind eben nur gehobener Durchschnitt. Und viel zu launisch, um die gute Laune, die zum Jahreswechsel die beiden Verbandsliga-Absteiger Spvgg. Oberrad und FC Kalbach an der Tabellenspitze versprühen, einzutrüben.

In der Kreisoberliga ging es bis Mitte der Vorrunde zu wie beim Bahnradsport. Stehversuche noch und nöcher. Zwischenzeitlich war der Spitzenreiter vom Tabellenelften gerade mal vier Punkte entfernt. Zum Jahresende hin hat sich dann aber doch die Spreu vom Weizen zu trennen begonnen. Mit Gruppenliga-Absteiger 1. FC-TSG Königstein (39 Punkte), der DJK Bad Homburg (36), dem lange das Klassement anführenden EFC Kronberg (35) und Sportfreunde Friedrichsdorf (34) haben sich vier vom Feld ein wenig abgesetzt. Neu-Anspach II als Fünfter (31) wird da vorne keine Rolle spielen. Kann er auch nicht – weil ja die „Erste“ in der Gruppenliga von ihrer eigenen Unbeständigkeit in puncto Spitzenplatz ausgebremst wird.

Mit KOL-Absteiger SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach kann sich der „Wintermeister“ der Kreisliga A wohl schon ein Rückfahrticket zur Kreisoberliga reservieren lassen. Die Männer um Spielertrainer Gregory Strohmann schreiben bereits zehn Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz drei. Und auf dem sitzt der FC Oberstedten II, dessen Erste es – auf Abstiegsplatz 14 in der Gruppenliga zitternd – derzeit gar nicht zulassen würde, dass sich die Reserve mit Aufstiegsgedanken befasst.

Bei den Fußballfrauen haben die heimischen Granden unterschiedliche Wege eingeschlagen. Für die FSG Usinger Land wird der Klassenverbleib in der Gruppenliga heuer das Nonplusultra sein. Dagegen könnte sich der 1. FFV Oberursel dazu anschicken, nach 2007 (damals in der Landesliga Süd) endlich mal wieder die zweithöchste hessische Spielklasse zu ereichen. Fünf Zähler Rückstand auf Tabellenführer TSG 51 Frankfurt und deren drei zu Relegationsplatz zwei (SV Zellhausen) – recht überschaubar für FFV-Trainer Maurice Privat.

 

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