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Kreisoberliga: Zampach wird Trainer in Stierstadt

Von 47 Jahre alt ist Thomas Zampach inzwischen. Ins Trainergeschäft kehrt er bald zurück: beim FV Stierstadt. Gekickt hat er bis vor kurzem auch noch.
Ein markantes Gesicht: Ex-Eintracht-Profi Thomas Zampach ist noch fast genauso sportlich, aber grauer geworden. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Ein markantes Gesicht: Ex-Eintracht-Profi Thomas Zampach ist noch fast genauso sportlich, aber grauer geworden.
Stierstadt. 

Ein „Fußballgott“ als Trainer im Taunus – gibt’s nicht? Gibt es doch: Thomas Zampach (47), ehemaliger Profi der Frankfurter Eintracht und bei Mainz 05, übernimmt 2017/18 den FV Stierstadt. Ob in der Gruppen- oder in der Kreisoberliga, wird sich weisen. Derzeit steht das Team, das bis dahin noch von Andreas Russ trainiert wird, auf Rang zwei. Für Russ ist es derzeit das sechste Trainerjahr im Oberurseler Stadtteil.

Seine Zeit als FV-Trainer endet in der sechsten Saison: Andreas Russ. Bild-Zoom Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)
Seine Zeit als FV-Trainer endet in der sechsten Saison: Andreas Russ.

„Wir wollten mit der Verpflichtung von Thomas Zampach einfach einen neuen Impuls setzen – für die Mannschaft, für den ganzen Verein“, teilte Stierstadts Spielausschussmitglied Marco Hentsch mit. Nach seiner Einschätzung, die mit der von Russ „absolut deckungsgleich“ sei, hätten sich im Laufe der bald sechs gemeinsamen Jahre „Abnutzungserscheinungen bemerkbar gemacht“. Nach mehrwöchigen Beratungen sei man dann, so Hentsch, gemeinsam mit Russ zu dem Entschluss gekommen, nach „der erfolgreichen Zeit einen Schlussstrich zu ziehen und etwas Neues zu probieren“. Die Mannschaft wurde vom neuen Sachstand am Sonntag unmittelbar nach der Partie gegen Eintracht Oberursel (6:4) durch die Spielausschuss-Riege (neben Marco Hentsch noch Lars Knobloch, Michael Zadravec und Frank Seidenthal) informiert.

Zur Person: Thomas Zampach

Der ausgebildete Werkzeugmacher erlernte bei der TSG Frankfurter Berg sein Fußball-Abc. 1991 wurde er Profi. Von 1997 bis 2000 absolvierte der heute 47-Jährige 31 Spiele für die Frankfurter

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Hentsch legt Wert auf die Feststellung, dass man die Saison gemeinsam mit dem in Oberrad lebenden Andreas Russ „harmonisch zu Ende führen“ werde und es zu „keinerlei Differenzen“ kam. Russ war gestern telefonisch nicht zu erreichen. Thomas Zampach pflichtet der Darstellung bei und betont mit einem Schmunzeln: „Nee, nee, an Russis Stuhl habe ich nicht gerüttelt. Andreas und ich, wir verstehen uns super. Und das wird auch so bleiben.“

Auszeit in Bad Tölz

Der in Bornheim lebende Zampach war nach zweijähriger Auszeit im oberbayerischen Bad Tölz („Ich musste mich und mein Leben einfach mal neu sondieren“), 2015 ins Rhein-Main-Gebiet zurückgekehrt und arbeitete bei den Fußballschulen der Eintracht und des FSV Mainz 05 mit. 2016 sagte er, der als Repräsentant einer Sportartikelfirma tätig ist, nach einem Gespräch mit Hentsch und „Charly“ Körbel von der Eintracht-Fußballschule zu, dem FV als Spieler – unter Trainer Russ – zu helfen. „Fünf Spiele konnte ich in der Vorrunde bestreiten, dann aber verletzte ich mich am Knie. Da ging nix mehr, bis auf einen zehnminütigen Kurzeinsatz in Steinfischbach“, sagt „Zampe“. In der Winterpause setzte er sich auf ganz andere Art und Weise ein: Er half seinem gesundheitlich angeschlagenen Bruder Paul und spendete ihm eine Niere.

Einen Spieler Zampach werde es „wohl nicht mehr geben – vielleicht setze ich mich noch mal als Ersatzkeeper auf die Bank – aber ich hoffe sehr, dass die Jungs so fit sind, dass wir auf mich als Spieler verzichten können“. Oberhöchstadt, Köppern oder aber Neu-Anspach, Dortelweil: Wo er sich am liebsten auf der Stierstädter Trainerbank sähe, daraus macht Zampach kein Hehl: „Ganz klar: in der KOL. Man muss sich doch nur einmal das Beispiel 1. FC-TSG Königstein vor Augen führen: Finanziell ganz anders als wir bestückt, muss sich der Verein dennoch gewaltig strecken, um drin zu bleiben.“

Angefangen auf roter Erde

Laut Zampach, der auf dem Hartplatz der TSG Frankfurter Berg das Fußball-Abc erlernt hat („Ich bin auf roter Erde groß geworden“), sei es ratsam, erst einmal professionellere Strukturen zu schaffen. „Wir wollen nicht das Schicksal von so manchem Taunusverein teilen und unvorbereitet gleich wieder sang- und klanglos absteigen.“

Zampach hat ohnehin nicht nur die 1. Mannschaft – vielmehr das Ganze, den Verein und dabei vor allem den Nachwuchs im Auge: „Man kommt als Spieler nur ganz, ganz schwer im Profibereich nach oben. Drum will ich nun das, was ich mir als Profi an Erfahrung angeeignet habe, an den Amateurbereich und die Jugend zurückgeben.“ Kontakt zu den Profis von heute hält er nach wie vor. „Mit Eintracht-Zeugwart Franco Lionti gehe ich öfters laufen“, wie der einstige Fußballgott verrät – und großmütig über seinen „Nachfolger“ meint: „Alex Meier hat diesen Beinamen durch seine Leistungen und Tore viel, viel mehr verdient als ich.“ Manchmal können Götter richtig bescheiden sein.

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