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Die wundersame Wandlung des RSV Weyer

In der nun fußballfreien Zeit genießen die Kicker ihre Ruhe. Wie haben sich die Kreisvertreter in ihren jeweiligen Spielklassen verkauft? Wer hat in den Kreisligen die besten Aufstiegschancen, wer muss um den Klassenerhalt kämpfen? Die Nassauische Neue Presse blickt von der Hessenliga bis zur Kreisliga C zurück auf den bisherigen Saisonverlauf. Heute: die Gruppenliga Wiesbaden mit dem RSV Weyer, SV Rot-Weiß Hadamar 2 und RSV Würges.
Weyers Torjäger Michael Schmitz (links) im Zweikampf mit Arne Wagner vom RSV Würges. Weyers Torjäger Michael Schmitz (links) im Zweikampf mit Arne Wagner vom RSV Würges.
Limburg-Weilburg. 

Während die vorige Gruppenliga-Saison noch vom FC Waldbrunn und dem SV Rot-Weiß Hadamar 2 dominiert worden war, befinden sich in der aktuellen Spielzeit zwei Kreisteams, darunter auch die Hessenliga-Reserve, zumindest im erweiterten Kreis der Titelaspiranten. Aufgrund des Umbruchs bei den Hadamarer Reservisten und den Abstiegssorgen des RSV Weyer aus der Saison 2016/17 darf das bisherige Abschneiden absolut als Erfolg gewertet werden. Und noch eine positive Nachricht: Aufsteiger RSV Würges, von nicht wenigen zu Rundenstart als sicherer Absteiger eingestuft, befindet sich „über dem Strich“. Mit ein bisschen Glück könnten also alle drei Teams aus dem NNP-Land eine einigermaßen ruhige Restrunde erleben.

Hätte man den Verantwortlichen vom Weilersberg vor der Runde gesagt, dass sie zur Winterpause mit 37 Punkten auf Rang vier stehen, sie hätten es nicht nur unterschrieben sondern auch Probleme gehabt, diese Vermutung zu glauben. Der Start war für den RSV Weyer verheißungsvoll: 4:1 beim TuS Hahn und 5:0 gegen den FV Neuenhain. Doch was dann folgte, dürfte nicht nur Trainer Frank Wissenbach Sorgen bereitet haben. Gleich fünfmal hintereinander ging der RSV als Verlierer vom Platz, schoss dabei nur ein mickriges Törchen.

Doch dann sollte es bergauf gehen: Gegen den SV Wiesbaden (3:0), Germania Weilbach (4:0) und bei der SG Orlen (3:0) gab es drei Zu-Null-Siege hintereinander – Weyer war wieder in der Spur und ließ sich auch durch zwei Niederlagen in Niederhöchstadt (2:3) und gegen Wörsdorf (0:2) nicht mehr von seinem Weg abbringen. Mehr und mehr gewannen die Grün-Weißen an Stabilität, und sie sollten eine Serie starten, die ihresgleichen sucht. Sieben – zum Teil überdeutliche – Siege nacheinander brachten die Weyerer in Sphären, von denen sie eigentlich nur träumen konnten. Hätte der RSV am vergangenen Samstag sein Nachholspiel gegen Orlen auch noch gewonnen, stünde man nun sogar Platz drei. Doch die Wettbewerbspause von drei Wochen hatte Frank Wissenbachs Jungs nicht gut getan (1:1).

Dass es am Ende für Rang eins oder zwei reichen könnte, ist zwar nicht unbedingt zu erwarten, dafür haben die Macher aus dem Villmarer Ortsteil aber vor allem eines: Gewissheit. Gewissheit darüber, dass bereits die Kaderplanung für die neue Saison in Angriff genommen werden kann. Anders als in den Vorjahren weiß Weyer nämlich schon jetzt, dass man auch in der Saison 2018/2019 in der Gruppenliga Wiesbaden aktiv sein wird. Das ist für potenzielle Neuzugänge zweifelsohne eine Grundlage bei ihrer Entscheidungsfindung.

Für den SV Rot-Weiß Hadamar 2 , der in der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga Mitte an der SG Kinzenbach gescheitert war, stand im Sommer wieder mal ein großer Umbruch bevor. Trainer Torsten Kierdorf war sich schon im Vorfeld bewusst, dass eine ähnlich gute Saison nur schwer zu erreichen sein wird. Abgänge, auch in die Hessenliga-Mannschaft, zahlreiche, zum Teil junge Neuzugänge mussten integriert werden – keine einfache Situation.

Zu Saisonbeginn zeigte sich auch, dass sich die Mannschaft noch finden musste. Zwar gab es einen 3:0-Sieg zum Auftakt gegen Würges, dann aber folgten eine Niederlage bei der SG Hoechst (2:3) und ein torloses Remis gegen den SV Niedernhausen. Mit dem Derbysieg in Weyer (1:0) und dem Kirmessieg gegen Germania Weilbach (1:0) starteten die Fürstenstädter eine beachtliche Serie: Neben diesen zwei Siegen folgten drei weitere erfolgreich bestrittene Spiele sowie ein Remis beim FC Eddersheim 2 (2:2). Auch das Unentschieden beim Spitzenreiter DJK Flörsheim durfte die Kierdorf-Elf als Erfolg werten.

Plötzlich änderte sich etwas, an das in der Vorsaison kaum zu denken war. Hadamar 2 verlor vor allem auf eigenem Platz, der letzte Runde noch als Festung gegolten hatte, den Faden. Abgesehen von einem 5:1 gegen Aufsteiger Presberg und einem 5:1 gegen den SV Wiesbaden gingen die Heimpartien gegen Nordenstadt (0:1), Neuenhain (2:5), Hoechst (0:2) und Flörsheim (1:4) allesamt verloren. Dafür lief es auswärts besser: In Orlen (5:1), Hahn (1:0) und Würges (5:0) setzte es die Maximalausbeute.

Angesichts der Umstände des Umbruchs werden die Beteiligten mit Tabellenplatz fünf zur Winterpause zufrieden sein. Bekanntlich wird ab Januar Sascha Merfels als Spielertrainer fungieren, da Torsten Kierdorf zur ersten Mannschaft „aufsteigt“. Viel schief gehen kann jedenfalls nicht mehr, so dass der Zeitpunkt für die Veränderung verkraftbar erscheint.

Der RSV Würges ist nach Jahren der sportlichen Dürre seit dieser Saison wieder in der Gruppenliga. Der souveräne Aufstieg aus der Kreisoberliga sowie die Verpflichtung von Friedel Müller als Trainer sorgten im südlichsten Teil des Kreises für eine Art Aufbruchsstimmung. Als die Sommervorbereitung beim RSV aber gründlich in die Hose gegangen war – viele Verletzte, Testspielniederlagen gegen unterklassige Teams und das peinliche Pokalaus beim A-Ligisten VfR 07 Limburg –, war es nicht einfach, die Zuversicht zu nähren.

Doch Würges belehrte seine Kritiker eines Besseren. Mehr als ordentliche 26 Punkte sammelte das Team bis zur Winterpause und darf vollauf optimistisch in das Fußballjahr 2018 blicken. Der Klassenerhalt ist trotz sechs Absteigern greifbar – vorausgesetzt die Würgeser punkten weiterhin so eifrig wie bisher. In einen richtigen Abwärtstrend war der ehemalige Oberligist im Übrigen nie geraten. Lediglich Ende September / Anfang Oktober sah es so aus, als könne es bergab gehen, doch die Spieler besannen sich und legten eine kleine Serie hin. Dem 1:0-Sieg gegen den VfB Unterliederbach folgten Punkteteilungen in Presberg (3:3) und Nordenstadt (2:2), währen die Heimspiele gegen Orlen (2:1) und Flörsheim (3:2) gewonnen wurden. Vor allem der völlig überraschende Sieg gegen den Tabellenführer war ein echtes Highlight für die Würgeser.

Nicht minder wichtig ist der 2:0-Derbysieg bei der TSG Wörsdorf, ebenfalls ein ehemaliger Oberligist, einzustufen. Friedel Müller hat frühzeitig erkannt, dass der „Hau-Ruck-Fußball“ aus der vorigen Saison für die Gruppenliga nicht geeignet war. Vielmehr sorgt Würges mit taktischer Disziplin dafür, dass sich der ein oder andere Gegner mehr als nur die Zähne ausbeißt am RSV. Optimismus ist angebracht im und ums Stadion „Goldener Grund“. Vielleicht sind die handelnden Personen in Würges wieder auf einem guten Weg, sich zumindest in der Gruppenliga zu etablieren. Für den Verein wäre dies ein ganz wichtiger Baustein für die Zukunft.

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