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Eishockey-Regionalliga West: EG Diez-Limburg jagt "Luchse" zweistellig heim

Die EG Diez-Limburg hat ihr Heimspiel in der Eishockey-Regionalliga West gegen die Lauterbacher "Luchse" zweistllig gewonnen.
Turbulente Szene vor dem Lauterbacher Tor.  Foto: FischkoppMedien Foto: FischkoppMedien Turbulente Szene vor dem Lauterbacher Tor. Foto: FischkoppMedien
Diez. Auf das letzte Drittel können sich die Rockets derzeit blind verlassen, über den Rest muss dringend gesprochen werden: Die EG Diez-Limburg hat gegen
tapfer kämpfende Luchse aus Lauterbach einen 3:4-Rückstand nach 40
Minuten noch in einem 10:4-Heimsieg umgewandelt. Wie schon in allen
bisherigen Saisonspielen (2:0 gegen Neuss, 1:0 und 5:2 gegen Neuwied) ging
auch dieses Mal der letzte Spielabschnitt an die Mannschaft von Trainer Arno
Lörsch. Das 7:0 im letzten Drittel ließ jedoch auch Fragen offen - die
wichtigste: Warum nicht gleich so?
In Hörweite zur Lauterbacher Spielerbank zu stehen, ist in dieser Saison wie ein
Skiurlaub im Wallis: Die Eisfläche vermittelt die Grundkälte. Und wenn man
die Augen schließt und nur den Kommandos von Lauterbachs Trainer Thomas
von Euw lauscht, dann fühlt sich das an wie ein Skikurs am Fuße des
Matterhorns. Der Akzent des Schweizers ist in jedem Fall eine Bereicherung
für die Regionalliga West - wie auch die zum Teil noch recht junge Mannschaft,
mit der die Luchse auf Torejagd gehen.
Insgesamt acht ehemalige Lauterbacher stehen in dieser Saison im Kader der Rockets. Es war wenig überraschend, dass die Gäste extrem motiviert in dieses Hessenderby gingen. Und die Gastgeber machten es ihnen phasenweise auch zu einfach: Der frühen Führung durch Joey Davies (8.) folgten zum Teil unerklärliche Fehler in Spielaufbau und Stellungsspiel. Die Luchse sagten im Doppelpack Danke: Jens Feuerfeil glich zum 1:1 aus (12.), Marko Sakic brachte Lauterbach in Führung (16.). Immerhin besorgte der Kanadier Matt Fischer noch vor der Pause in Überzahl den Ausgleich (19.), aber das Spiel war zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht schön mitanzusehen.
Lauterbach blieb auch im zweiten Abschnitt giftig und gefährlich. Nur selten
schossen einzelne Akteure im „Denen-zeigen-wir-es-heute"-Modus über das
Ziel hinaus. Das wäre bei einer zwischenzeitlichen 4:2-Führung nach weiteren
Toren von Carsten Hohmann (31.) und Jens Feuerfeil (32.) ohnehin nicht nötig
gewesen. Viel schwerer aber wog der Fehler, den das junge Team in der Folge
machte: Man verzettelte sich darin, zu viel Spaß an diesem Zwischenstand zu
haben, verteilte verbale Spitzen und reichlich hämische Blicke. Das lockte die
an diesem Abend eher durchwachsen aufgelegten Rockets noch einmal aus der
Reserve. Matt Fischer traf kurz vor der zweiten Drittelpause noch auf 3:4 (39.),
im letzten Abschnitt dann bestraften spielfreudige Gastgeber die Luchse mit
einem Sturmlauf.
Dem Ausgleich von Matt Fischer (41.) folgten vier Treffer in weniger als zwei
Minuten: Joey Davies (45.), Juian Grund (46.), Dustin Bauscher (46.) und
erneut Davies (47.) erhöhten innerhalb von 107 Sekunden auf 8:4. Auch eine
zwischenzeitliche Auszeit der Gäste konnte den Torreigen in dieser Phase nicht
mehr stoppen. Das Ergebnis zweistellig machten am Ende der sehenswerte
Treffer von Konstantin Firsanov (54.) und ein Tor 30 Sekunden vor dem Ende
durch Matt Fischer (60.). Der kanadische Stürmer war mit vier Toren und
einem Assist auffälligster Akteur auf dem Eis, auch wenn sein Landsmann
Joey Davies sogar noch einen Punkt mehr sammelte (drei Tore, drei Assist).

„Es waren ja eigentlich zwei Spiele“, flachste Thomas von Euw auf der
Pressekonferenz, als er um ein Fazit zum Spiel gebeten wurde. „In den ersten
40 Minuten haben wir das gut gemacht. Wir hatten einen Plan, den die Spieler
auch sehr gut umgesetzt haben. Das letzte Drittel war dann so leider nicht
voraussehbar. Diez hat aber auch einfach die Qualität, die Fehler, die wir
gemacht haben, dann auch eiskalt auszunutzen. Mir hat nicht gefallen, wie wir
in dieser Phase auseinandergefallen sind. Da müssen wir mehr Biss zeigen. Die
Rockets waren bis zum Schluss torhungrig.“
„Auch wir hatten einen Plan“, sagte EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Der ist in den
ersten zehn Minuten auch aufgegangen. Aber dann muss ihn irgendjemand auf
der Spielerbank zerrissen haben. Plötzlich habe wir alles über Bord geworfen.
Das bringt eine Mannschaft wie Lauterbach natürlich ins Spiel und sie haben
den Jungs eine richtige Denksportaufgabe mit auf den Weg gegeben. Der Plan
ist dann im letzten Drittel plötzlich wieder aufgetaucht, nachdem ich in der
Kabine ein bisschen lauter geworden bin. Am Ende haben wir die Tugenden
auf das Eis gebracht, die wir uns im Training erarbeitet haben und die uns
auch auszeichnen sollen. Unterm Strich waren das drei sehr wichtige Punkte
für uns.“
EG Diez-Limburg: Themm (32. Schönfelder) - Schophuis, Ansink, Kärkäs,
Stroeks, Krämer, Hemmerich, Hülskopf - Niestroj, Davies, Fischer, Firsanov,
Wex, Flemming, Bauscher, Mainzer, Kail, Grund, Maier.
Schiedsrichter: Marc Stromberg.
Zuschauer: 253.
Tore: 1:0 Joey Davies (8.), 1:1 Jens Feuerfeil (12.), 1:2 Marko Sakic (16.), 2:2
Matt Fischer (19., +1), 2:3 Carsten Hohmann (31.), 2:4 Jens Feuerfeil (32., +1),
3:4, 4:4 Matt Fischer (39., 41.), 5:4 Joey Davies (45.), 6:4 Julian Grund (46.),
7:4 Dustin Bauscher (46.), 8:4 Matt Fischer (47.), 9:4 Konstantin Firsanov
(54.), 10:4 Matt Fischer (60.).
Strafen: Diez-Limburg 4, Lauterbach 10 + 10 Spencer.
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